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Staatsanwaltschaft ermittelt: Bio-Hähnchen jahrelang falsch ausgezeichnet

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Von: Dominik Jahn

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Bei der Kripo in Passau wurde eine Ermittlungsgruppe gebildet. © dpa/ Monika Skolimowska

Auf Baden-Württemberg und Bayern kommt ein echter Bio-Hähnchen-Skandal zu. Wie jetzt bekannt wurde, haben zwei Betriebe über Jahre ihre Ware falsch ausgezeichnet, um mehr Gewinn zu kassieren.

Lebensmittel-Skandal in Bayern und Baden-Württemberg: Wie am Donnerstag bekannt wurde, stehen zwei Geflügelschlachtbetriebe aus Bayern und Baden-Württemberg im Verdacht, jahrelang falsche Bio-Hähnchen in den Handel gebracht zu haben. In den beiden Bundesländern, sowie in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wurden bei einer Razzia Unterlagen sichergestellt.

Wie unter anderem die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf Aussagen des Sprechers der Landshuter Staatsanwaltschaft, Alexander Ecker, schreibt, wird gegen sechs Personen, vier Männer und zwei Frauen, wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs und von Verstößen gegen das Lebensmittelrecht ermittelt.

Bio-Hähnchen-Skandal in Baden-Württemberg: Ermittlungen nach anonymer Anzeige

Den Angaben nach handelt es sich um die Unternehmensverantwortlichen. Weiter heißt es laut dpa: „Die beiden Betriebe sollen miteinander in geschäftlichen Verbindungen stehen. Der eine sitzt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn. Zum Standort des zweiten Betriebes machten die Ermittler bisher keine konkreten Angaben.“

Die Staatsanwaltschaft hatte Mitte dieses Jahres demnach eine anonyme Anzeige erhalten und daraufhin Untersuchungen begonnen. Seit Anfang 2018 soll konventionelles Hähnchenfleisch und Hähnchen insbesondere zu „Geprüfte Qualität Bayern-, Bio-, und Naturland-Ware“ umdeklariert worden sein, um mit den Gütesiegeln höhere Preise zu erzielen. Oberstaatsanwalt Ecker: „Weiter besteht der Verdacht, dass aufgetaute Hähnchen fälschlicherweise als Frischware etikettiert veräußert worden sein sollen.“

Razzia mit 150 Einsatzkräften an 24 Orten deckt Bio-Hähnchen-Skandal auf

Des Weiteren wurden am Mittwoch, 16. November, neben den zwei Schlachthöfen auch Räume von Geschäftspartnern durchsucht. Es waren insgesamt 150 Einsatzkräfte an 24 Orten im Einsatz. Insbesondere Buchhaltungsunterlagen und Lieferscheine wurden beschlagnahmt. Die Auswertung werde nun einige Zeit in Anspruch nehmen, erklärte Ecker. Bei der Kripo in Passau wurde dafür eine Ermittlungsgruppe gebildet.

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