1. echo24
  2. Baden-Württemberg

Gewinneinbruch bei BASF – Stellenabbau am Standort Ludwigshafen droht

Erstellt:

Von: Marten Kopf

Kommentare

Ludwigshafen - Der Gewinn des Chemie-Riesen BASF schrumpft. Zwar stieg der Umsatz im dritten Quartal, das operative Ergebnis aber sank deutlich. Für den Standort Ludwigshafen sind nun „Straffungen“ angekündigt.

Der Chemiekonzern BASF hat im dritten Quartal wegen Abschreibungen deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern sei voraussichtlich von 1,25 Milliarden Euro im Vorjahr auf 909 Millionen Euro zurückgegangen, teilt BASF am Mittwoch (12. Oktober) bei Vorlage von vorläufigen Zahlen in Ludwigshafen mit.

Gewinneinbruch bei BASF in Ludwigshafen: Operatives Ergebnis sinkt um 28 Prozent

Im Ergebnis seien nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf die Mehrheitsbeteiligung am Gas- und Ölkonzern Wintershall Dea in Höhe von rund 740 Millionen Euro enthalten, heißt es. Diese resultierten aus der teilweisen Abschreibung der von Wintershall Dea gehaltenen Beteiligung an der Nord Stream AG, die die Nord-Stream-1-Pipeline betreibt, berichtet LUDWIGSHAFEN24.

Der Umsatz des Dax-Konzerns legte im Jahresvergleich dank höherer Preise und günstiger Wechselkurse im dritten Quartal um 12 Prozent auf knapp 22 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis – also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sonderposten – sank um knapp 28 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro, fiel damit aber besser aus als von Analysten zuvor geschätzt. Im vorangegangenen Quartal war der Gewinn des weltgrößten Chemiekonzernes noch deutlich höher ausgefallen. Gestiegene Preise für Rohstoffe und Energie hätten noch teilweise über höhere Verkaufspreise weitergegeben werden können, hieß es. Die Jahresziele bestätigte BASF und rechnet weiterhin mit einem operativen Ergebnis zwischen 6,8 Milliarden und 7,2 Milliarden Euro.

Drohender Stellenabbau bei BASF: „Straffungen“ in mehreren Bereichen

Aufgrund der deutlichen Ergebnisabschwächung in Europa – vor allem in Deutschland – sowie der sich verschlechternden Rahmenbedingungen in der Region bringt BASF ein Kosteneinsparprogramm mit Fokus auf Europa und insbesondere Deutschland auf den Weg. Es soll von 2023 bis 2024 umgesetzt werden. Damit will das Unternehmen jährlich außerhalb der Produktion Kosten in Höhe von 500 Millionen Euro einsparen.

Mehr als die Hälfte der Einsparungen sollen am Standort Ludwigshafen realisiert werden. Sowohl Unternehmens-, Service- und Forschungsbereiche als auch das Corporate Center sollen gestrafft werden. In welchem Umfang womöglich Stellen abgebaut würden, teilte das Unternehmen nicht mit. Die Arbeitnehmervertretungen würden hinsichtlich der verschiedenen Maßnahmen in den relevanten Gremien eingebunden, so der Konzern. (mko/dpa/pm)

Auch interessant

Kommentare