1. echo24
  2. Baden-Württemberg

Nach 630 Bahn-Streikstunden: Lokführer fordern Schlichtung im Tarifstreit

Erstellt:

Von: Lisa Klein

Kommentare

Lokführer der GDL
Haben die ständigen Bahnstreiks im Südwesten bald ein Ende? Die Lokführergesellschaft möchte eine Schlichtung des Tarifstreits. © dpa/ Ilkay Karakurt

Haben die ständigen Bahnstreiks bald ein Ende? Statt des geplanten Vermittlungsverfahrens fordert die Lokführergewerkschaft (GDL) eine Schlichtung, um den Tarifkonflikt mit der SWEG zu beenden.

In den letzten Wochen und Monaten hatten es Bahnreisende in Baden-Württemberg nicht leicht. Die Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) befinden sich seit dem Spätsommer 2022 im Tarifstreit. Immer wieder kommt es daher zu Streiks, Züge fallen komplett aus oder verspäten sich. Zuletzt legten die Lokführer am 10. Januar ihre Arbeit nieder, wie echo24.de berichtet. Die Gewerkschaft habe das Unternehmen bisher mehr als 630 Stunden bestreikt, teilte die SWEG mit.

Doch die ständigen Streiks könnten bald ein Ende haben und Bahnreisende können möglicherweise aufatmen. Denn die Lokführergewerkschaft hat der SWEG einen Vorschlag unterbreitet, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet. Die GDL forderte eine Schlichtung anstelle eines Vermittlungsverfahrens, um den Tarifkonflikt zu beenden, wie sie am Mittwoch (18. Januar) mitteilt.

Lokführer fordern Schlichtung statt Vermittlungsverfahren im Tarifstreik

In einem Brief an die SWEG-Geschäftsführung heißt es, bei der GDL, den Beschäftigten und bei der Tochter SBS fruchte „Trickserei“ nicht. Bestrebungen, in einem Vermittlungsverfahren entscheiden zu lassen, ob Zugpersonal in der SWEG auch einen Tarifvertrag bekommt oder nicht, seien grundgesetzwidrig. echo24.de berichtete zuvor über das geplante Vermittlungsverfahren.

Die GDL verlangt, dass zwischen den Parteien eine Vereinbarung zum Ablauf einer Schlichtung geschlossen wird. Das Unternehmen erklärte, sie begrüße die Entscheidung der GDL, in das von der SWEG angebotene Verfahren von Gesprächen unter Leitung eines Moderators einzutreten. Mit der signalisierten Gesprächsbereitschaft der GDL bestehe die Chance, Bewegung in den Konflikt zu bringen.

Verkehrsminister begrüßt eine Schlichtung – Fahrgäste leiden zu lange unter den Streiks

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte, er freue sich, dass sich die Tarifparteien an einen Tisch setzen wollen. „Zu lange haben die Fahrgäste unter den unkalkulierbaren Streiks der GDL leiden müssen.“ Das Verkehrsministerium sei keine Tarifpartei, aber im Sinne der Fahrgäste erwarte er, dass beide Seiten in diesem Konflikt schnell zu einer Lösung fänden und Ruhe einkehre. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps für Bahnreisende, sollte es erneut zu Streiks kommen.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein Tarifkonflikt, in dem die GDL künftig nicht nur für die frühere Abellio Rail Baden-Württemberg (heute SBS), sondern für den gesamten SWEG-Konzern einen Tarifvertrag für die mehr als 500 Eisenbahner aushandeln möchte.

Insgesamt zählt der Konzern 1800 Beschäftigte. Die SWEG lehnt das ab und will die SBS auch nicht dauerhaft übernehmen. Die Abellio-Tochter war Ende 2021 in finanzielle Schieflage geraten. Die SWEG hatte das Unternehmen daraufhin für zunächst zwei Jahre übernommen.

Auch interessant

Kommentare