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Streikende mit Einschränkungen – In Baden-Württemberg fahren die Züge wieder

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Von: Dominik Jahn, Michaela Ebert

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Streik im regionalen Bahnverkehr - Stuttgart
Wieder Bahnstreik! Die GDL ruft Lokführer zur Arbeitsniederlegung auf. © dpa/ Christoph Schmidt

Am Freitag (9. Dezember) ruft die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erneut zu ein Streik auf. Einen Tag später wird dieser wieder beigelegt.

Update, 10. Dezember, 16 Uhr: Der Bahnstreik in Baden-Württemberg ist beendet, erklärt die Südwestdeutsche Landesverkehrs GmbH (SWEG). Seit 14 Uhr am Freitag (9. Dezember) standen zahlreiche Züge im Verkehrsraum Stuttgart und Heilbronn still. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte die Beschäftigten der SWEG und deren Tochter SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS) dazu aufgerufen, die Arbeit im Sinne eines Tarifkonflikts niederzulegen.

Bahnstreik der SWEG beendet – Züge in Baden-Württemberg fahren wieder

Seit 16 Uhr am Samstagnachmittag läuft der Bahnverkehr wieder an – zumindest vorerst und mit Einschränkungen. In einer Pressemitteilung erklärt die SWEG: „Auch nach Streikende dauert es einige Zeit, bis der Schienenverkehr wieder regulär läuft.“

Allerdings heißt es auch, dass auch weiterhin mit kurzfristigen Arbeitsniederlegungen gerechnet werden müsse. Züge könnten demnach während des Fahrtverlaufs stehenbleiben oder gänzlich ausfallen. Die SWEG bittet die Fahrgäste daher, sich vor Fahrtbeginn über die gewählte Verbindung zu informieren. Dies sei sowohl über die DB-App als auch über die Website der Deutschen Bahn möglich.

Wieder Bahnstreik! GDL ruft Lokführer zur Arbeitsniederlegung auf

Erstmeldung, Freitag, 9. Dezember: Wieder droht ein Bahnstreik. Erst Anfang November hatte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die Beschäftigten der Südwestdeutsches Landesverkehrs GmbH (SWEG) und deren Tochter SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS) vom 2. November an zum Streik aufgerufen, wie echo24.de berichtet hat. Jetzt legt die Gewerkschaft nach.

Wie die GDL am Freitag, 9. Dezember, dazu schreibt, sind ihre Mitglieder und alle nicht organisierten Arbeitnehmer bei der SWEG und der SBS ab sofort wieder zu Streiks aufgerufen.

Bahnkunden können nicht mehr sicher planen in der Weihnachtszeit

Für Kunden der Bahn bedeutet dieser Aufruf gerade in der Weihnachtszeit jede Menge Planungsunsicherheit. Ein konkretes Datum für den Streik nannte die Gewerkschaft nicht. Bahnkunden müssen sich bis auf unbestimmte Zeit auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen.

Dazu heißt es bei der GDL: „Die Nutzung der Verkehre beider Unternehmen unterliegt in den nächsten Wochen starken Einschränkungen, sodass Reisen in den Zügen beider Eisenbahnverkehrsunternehmen schwer zu planen und damit unkalkulierbar sind.“

Streik zwischen GDL und Bahn-Geschäftsführung eskaliert erneut

GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky übt in der Mitteilung erneut massive Kritik an der Geschäftsführung: „Wir möchten an dieser Stelle klar und deutlich aufzeigen, dass die von diesen beiden Eisenbahngesellschaften befahrenen Netze von Reisenden in den nächsten Wochen nicht mehr kalkulierbar und verlässlich genutzt werden können. Zu verantworten hat dies eine Geschäftsführung, der die Interessen der Kunden völlig egal sind.“

Weiterhin steht auch das Land als Eigentümer im Fokus. Es nehme trotz Mobilitätsversprechen an die Steuerzahler billigend in Kauf, „dass der Tarifkonflikt nunmehr weiter eskaliert und seitens der Zugpersonale verschärft geführt wird“. Wie die „Deutsche Presse-Agentur“ schreibt, gehen die Unternehmen SWEG und deren Tochter SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS) davon aus, dass bereist am Freitag, 9. Dezember, die Arbeit niedergelegt werden könnte.

Grund für den erneuten Streik bei der Bahn

Hintergrund ist der weiter anhaltende Tarifstreit,zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Südwestdeutsches Landesverkehrs GmbH (SWEG). In dem Konflikt geht es laut „dpa“ darum, dass die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) künftig eigenen Angaben zufolge nicht nur für die SBS, sondern für den gesamten SWEG-Konzern einen Tarifvertrag für die mehr als 500 Eisenbahner aushandeln möchte. Insgesamt zählt der Konzern 1800 Beschäftigte.

Die SWEG lehnt das ab und will die ehemalige Abellio Rail Baden-Württemberg – heute SBS – auch nicht dauerhaft übernehmen. Die Abellio-Tochter war Ende 2021 in finanzielle Schieflage geraten. Die landeseigene SWEG hatte das Unternehmen daraufhin für zunächst zwei Jahre übernommen.

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