Auf keinen Fall anfassen

Achtung in Baden-Württemberg! Diese Pflanze ist extrem gefährlich

  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Sie sieht gigantisch aus und verleitet zum Pflücken, doch von der Pflanze mit dem Namen „Riesenbärenklau“ sollten Sie in jedem Fall die Finger lassen.

Riesenbärenklau, Bärenkralle, Herkulesstaude - alle diese Begriffe stehen für ein und dieselbe Pflanze und klingen eigentlich recht anmutig. Doch dieses gigantische Gewächs sollte unter gar keinen Umständen angefasst werden - es ist extrem gefährlich und kann zu schweren Verletzungen führen. „Heracleum Mantegazzianum“ - so der wissenschaftliche Name des Riesenbärenklaus - kommt ursprünglich aus dem Kaukasus und ist in Europa eine sogenannte „invasive gebietsfremde Art“.

Bedeutet: Sie wurde eingeschleppt und hat sich hierzulande mühelos ausgebreitet. Mittlerweile ist sie in Baden-Württemberg mit nur wenigen Verbreitungslücken etabliert. Das berichtet Mareike Schiffko vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft auf Anfrage von echo24.de*. Demnach sind bekannte Verbreitungsschwerpunkte in Baden-Württemberg der Mittlere Neckarraum, der Südwesten Oberschwabens sowie die südliche Ostalb.

Bärenklau in Baden-Württemberg: Vorsicht vor extrem gefährlicher Pflanze

Aber wieso ist der Riesenbärenklau so gefährlich? Laut Baden-Württembergischem Umweltministerium gibt es dafür mehrere Gründe. Zum einen ist die „Herkulesstaude“ extrem giftig. Der Saft der Pflanze enthält demnach phototoxische Stoffe, die man Furancumarine nennt. Sie sorgen dafür, dass schlimme Hautentzündungen entstehen, wenn man zuerst die Pflanze berührt und dann direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Es bilden sich dann so starke Blasen, dass Narben zurückbleiben können. Außerdem kann es zu Fieber, Schweißausbrüchen und Kreislaufstörungen kommen.

In jedem Fall gilt es, nach der Berührung eines Riesenbärenklaus umgehend einen Arzt aufzusuchen. Außerdem sollten Hautstellen, die mit dem Pflanzensaft in Kontakt gekommen sind, mit Wasser und Seife abgespült werden. Betroffene sollten zusätzlich die Sonne für einige Tage meiden - denn auch später können sich die Verbrennungen noch ausprägen.

Riesenbärenklau: Besondere Merkmale zeichnen die „Herkulesstaude“ aus

Immerhin ist der Riesenbärenklau ziemlich leicht zu erkennen - denn wie der Name schon sagt, können die Pflanzen riesig werden. Bis zu vier Meter hoch können die Stauden wachsen. Auffällig sind laut Umweltministerium besonders die Dolden mit ihren weißen Blüten. Sie können einen Durchmesser von bis zu 50 Zentimetern erreichen. Außerdem hat die Herkulesstaude sehr große Blätter und einen rot gefleckten Stängel, der am Boden bis zu zehn Zentimeter dick werden kann. Vor allem, wenn die Pflanze noch jung ist, kann sie aber auch schnell verwechselt werden - zum Beispiel mit dem gewöhnlichen Wiesen-Bärenklau, der Wald-Engelwurz und einigen Laserkrautarten verwechselt werden.

Gefährlich: der Riesen-Bärenklau.

Doch der Riesenbärenklau kann auch für seine Umwelt ein Problem werden. Denn wie auch Schädlinge wie Eichenprozessionsspinner oder Maikäfer ist auch der Riesenbärenklau eine Gefahr für die einheimische Pflanzenvielfalt. Während die Schädlinge im großen Stil Pflanzen und ihre Wurzeln vertilgen, verdrängt der „invasive“ Bärenklau die heimischen Pflanzen, wenn er sich großflächig ausbreitet. Außerdem kann der Riesenbärenklau für gefährliche Uferbereiche nahe Gewässern sorgen. Denn die Wurzeln haben keine uferbefestigende Wirkung und dadurch entsteht Erosionsgefahr.

Riesenbärenklau - was tun, wenn ich verdächtige Pflanzen entdecke?

Deshalb bittet das Baden-Württembergische Umweltministerium darum, beim Verdacht auf Riesenbärenklau die Pflanzen sofort bei einer Meldestelle für invasive Arten zu melden. Dabei ist es besonders wichtig, mitzuteilen, wo man die vermeintliche Herkulesstaude gefunden hat - am besten mit Koordinaten oder Straße und Hausnummer. Die Experten benötigen zusätzlich aussagekräftige Bilder des Gewächses und das Funddatum. Außerdem sollte man als Finder seine Kontaktdaten hinterlassen und die Pflanzen wegen der Verletzungsgefahr nie selbst entfernen.

Rubriklistenbild: © dpa/Fabian Matzerath

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