Wieder Menschen ertrunken...

Badetote 2021: Die traurige Bilanz der DLRG Baden-Württemberg

Notrufsäule
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Auch in den ersten sieben Monaten 2021 ertranken wieder Menschen in Baden-Württembergs Gewässern. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Jedes Jahr ertrinken Menschen in Baden-Württemberg in Seen, Flüssen und Bädern - auch im ersten Halbjahr 2021 mussten viele ihr Leben lassen...

Es ist ein grausamer Tod - was meist als Freizeitspaß beginnt, wird oft bitterer Ernst. Jedes Jahr sterben in Deutschland hunderte Menschen in Gewässern wie Flüssen und Seen. Wie echo24.de* berichtet, hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG jetzt (5. August) mitgeteilt, dass in diesem Jahr bisher mindestens 184 Menschen ertrunken sind. Auch Baden-Württemberg verzeichnet viele Badetote.

In den ersten sieben Monaten sind im Südwesten demnach 23 Menschen ertrunken. Das ist ein Badetoter mehr, als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Stichtag war dazu der 21. Juli. Wie die DLRG mitteilt, kamen deutlich mehr Männer bei Badeunfällen ums Leben, als Frauen - außerdem kamen die Badeopfer in ganz unterschiedlichen Gewässern ums Leben. Ein 22-Jähriger ertrank beispielsweise im Karlssee* auf dem ehemaligen BUGA-Gelände in Heilbronn.

Badetote in Baden-Württemberg: Meiste Badeunfälle wären vermeidbar...

Nach Angaben der DLRG ertranken zwölf Menschen in Seen Baden-Württembergs, neun kamen in Flüssen um. Zwei weitere Personen starben in anderen Gewässern - dabei hätten einige der tragischen Unfälle vermutlich verhindert werden können. Wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft weiter mitteilt, passieren die meisten Badeunfälle an unbewachten Abschnitten, aber auch Selbstüberschätzung und Leichtsinn spielen laut DLRG eine wichtige Rolle. Außerdem ertrinken immer wieder Menschen, weil sie unter dem Einfluss von Alkohol standen.

Trauriger Spitzenreiter bei Badetoten ist deutschlandweit Bayern - doch dann folgt schon Baden-Württemberg. Die DLRG warnt derweil immer wieder verzweifelt vor tödlichen Badeunfällen. Erst kürzlich veröffentlichte die DLRG in Baden-Württemberg ein Schock-Video, das vor Ertrinken bei Kindern warnt*. Es befasst sich mit der Aufsichtspflicht von Eltern - denn schon kurzes Wegschauen kann fatale Folgen haben.

DLRG

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) ist eine gemeinnützige Wasserrettungs- und Nothilfeorganisation. Ihr Motto: „Jeder Nichtschwimmer ein Schwimmer – jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer.“ Mit über 560.000 Mitgliedern in rund 2.000 örtlichen Gliederungen ist die DLRG die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt.

Die Lebens-Rettungs-Gesellschaft zeigt in ihrer erschütternden Bilanz für ganz Deutschland auf, dass in diesem Jahr mehr Kinder beim Baden verunglückt sind. Laut der DLRG-Statistik sind in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mindestens 24 Kinder im Alter von 1 bis 15 Jahren ertrunken - das sind sechs mehr als im Vorjahreszeitraum.

Badetote in Baden-Württemberg: DLRG und SPD mit Mega-Forderung an die Landesregierung

Deshalb versuchen die Lebensretter in diesem Jahr mit Schwimm-Crashkursen das Schwimmdefizit bei Kindern verringern. Denn wegen der Corona-Pandemie mussten viele Kinder auf Schwimmkurse verzichten. An der Kampagne beteiligen sich demnach bisher 450 örtliche Vereine der DLRG und führen Kurse in Hallenbädern durch. Eine weiter Maßnahme, um die Zahl tödlicher Badeunfälle zu verringern, bringt die Baden-Württembergische SPD-Landtagsfraktion ins Spiel.

Die Sozialdemokraten fordern die verstärkte Einrichtung von Notrufsäulen an Badeseen. Laut der Deutschen Presse-Agentur dpa hat eine parlamentarische Anfrage gezeigt, dass - ebenfalls wegen Corona - im vergangenen Jahr weniger Frauen und Männer als Rettungsschwimmer ausgebildet werden konnten. „Umso wichtiger ist die Einrichtung von Notrufsäulen an Badeseen“, wird der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Sascha Binder, in einer Mitteilung zitiert. Nach seiner Meinung ist die Landesregierung bei dem Thema in der Pflicht. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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