Security und höhere Parkgebühren

Hitze-Wochenende: Badeseen rechnen mit Ansturm - „dann riegeln wir ab“

Menschen tummeln sich auf dem Wasser und auf schwimmenden Plattformen eines Sees.
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Viele Menschen suchen im Sommer Abkühlung in Badeseen der Region - hier ein Eindruck vom Plüderhausener See im vergangenen Jahr.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Wenn es am Wochenende wieder warm wird, zieht es wohl viele Menschen an die Badeseen in Baden-Württemberg. An einigen Seen stehen deshalb strenge Kontrollen an.

Stuttgart/Heilbronn - Sommerfans mussten lange bibbern. Doch ein Ende der Kälte naht: Am Wochenende soll es laut Wetterberichten richtig warm werden. Der Muttertag verspricht sogar Temperaturen bis zu 30 Grad* (BW24* berichtete). Angesichts dieser Prognosen erwarten Badeseen im Raum Stuttgart einen Besucheransturm. Da mit dem Breitenauer See in Löwenstein ein in der Region beliebter Badesee bis 2022 gesperrt* ist, müssen viele Wasserratten auf andere Gewässer ausweichen. Die Gemeinden treffen bereits Maßnahmen, um einem Massenandrang vorzubeugen.

An der Ehmentsklinge in Zaberfeld (Kreis Heilbronn) wurden laut der Stuttgarter Zeitung ein privater Sicherheitsdienst sowie regelmäßige Polizeistreifen beauftragt. Das Team, in das auch der Gemeindevollzugsdienst involviert ist, soll vor allem an Wochenenden regelmäßig kontrollieren, ob die Abstände und die Corona-Regeln rund um den See eingehalten werden. „Sobald der Parkplatz voll ist, riegeln wir ab“, kündigte Zaberfelds Bürgermeisterin Diana Kunz im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung an.

Ebnisee, Plüderhausener See und Seewaldseen: Diese Kontrollen sind geplant

Auch der beliebte Ebnisee im Rems Murr-Kreis* will seine Kontrollen in diesem Sommer verstärken, wie Kaisersbachs Bürgermeisterin Katja Müller gegenüber der Stuttgarter Zeitung betonte: „Sobald es wärmer wird und die Leute auch tatsächlich zum Schwimmen an den Ebnisee kommen, haben wir zusätzliche Security im Einsatz.“ Am kommenden Wochenende rechne sie noch nicht mit Schwimmern, da das Wasser bislang sehr kalt sei. Dennoch appellierte die Bürgermeisterin an die Menschen, sich im Fall von vollen Parkplätzen am Ebnisee lieber andere Ausflugsziele oder Startpunkte für Wanderungen zu suchen.

Ebenfalls im Rems-Murr-Kreis, zwischen der Landeshauptstadt Stuttgart* und Aalen, liegt der Plüderhausener See. Im Jahr 2020 war er kurzzeitig wegen Blaualgenbefall gesperrt, dann wurde er wieder zum Baden freigegeben. Am Wochenende sollen dort Kiosk und Toilette geöffnet werden. Zudem wird laut Angaben der Gemeinde eine Geländeaufsicht nach dem Rechten sehen und eingreifen, falls der Besucherstrom zu groß wird. Relativ entspannt geht es derweil hingegen noch an den beschaulichen Seewaldseen in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg*) zu, wo sich im vergangenen Jahr viele Wasserratten tummelten. Hier will die Stadt noch abwarten, wie sich der Besucherstrom im Sommer entwickelt und - falls nötig - Maßnahmen treffen.

Aileswasensee in Neckartailfingen: Erhöhte Parkgebühren und Security in der ganzen Stadt

Härtere Geschütze werden am Aileswasensee in Neckartailfingen (Kreis Esslingen*) aufgefahren: „Wir haben den See komplett eingezäunt“, sagte Neckartailfingens Bürgermeister Gerhardt Gertischke der Stuttgarter Zeitung. „Wir haben gemerkt, dass Beschilderungen nicht helfen, damit Menschen ihr Handeln verändern.“ Da laut des Bürgermeisters nur das persönliche Gespräch helfe, habe man Sicherheitspersonal sowohl am See als auch auf umliegenden Feldwegen, Streuobstwiesen und in der Stadt engagiert - sowohl am Wochenende als auch unter der Woche. Schlechte Erfahrungen hat die Gemeinde offenbar bereits im Februar dieses Jahres gemacht, als bei um die 20 Grad Besucher ohne Rücksicht auf die Abstands- und Hygieneregeln den See stürmten und alles zuparkten.

Auch bei den Parkkosten am Aileswasensee zieht die Gemeinde Neckartailfingen jetzt ordentlich an. Ab 1. Juni kostet ein Tagesticket dann zehn Euro, ein Abendticket vier Euro und ein Kurzparkticket für eine Stunde zwei Euro. Falschparker werden abgeschleppt. Doch das ist nicht die einzige Änderung, die es für Badegäste im Corona-Jahr gibt. Denn einige Betreiber erlassen weitere, harte Verbote. So verbieten manche Badeseen in Baden-Württemberg sogar Hunde und Shishas*.

Öffnung von Freibädern nicht in Sicht - Stürmen Menschen jetzt wieder Badeseen?

Da eine Öffnung von Freibädern im Land derzeit noch nicht in Sicht ist*, warnten Freibad-Betreiber bereits vor einem Ansturm auf Badeseen. Szenen aus dem vergangenen Jahr, als 10.000 Menschen an den Breitenauer See stürmten*, ohne sich an Hygieneregeln oder Mindestabstände zu halten, sollten sich in Zeiten der Pandemie eigentlich nicht wiederholen. Trotz fehlender Signale vonseiten der Politik stehen deshalb auch Freibäder schon jetzt in den Startlöchern, bereiten sich auf die Saison vor und hoffen, bald wieder öffnen zu dürfen. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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