Kostenlose Corona-Schnelltests

Corona-Schnelltest: Was tun bei Positiv-Ergebnis?

  • Lisa Klein
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In Deutschland werden inzwischen kostenlose Corona-Schnelltests angeboten. Doch was passiert, wenn der Schnelltest positiv ausfällt?

Inzwischen gibt es in Deutschland flächendeckend kostenlose Schnelltests, die zur Eindämmung des Coronavirus beitragen sollen. Die baden-württembergische Stadt Tübingen setzt nun auch auf Schnelltests im Einzelhandel – nur mit positivem Test dürfen Personen aus Regionen mit einer hohen 7-Tage-Inzidenz einkaufen. Doch welche Konsequenzen hat es, wenn der Schnelltest positiv ausfällt, was muss als nächstes getan werden? Muss das Ergebnis dem Gesundheitsamt gemeldet werden? Besteht eine Quarantänepflicht?

Corona-Schnelltests: Bin ich verpflichtet, ein positives Testergebnis zu melden?

Das Bundesgesundheitsministerium informiert auf seiner Webseite ausführlich über alle nötigen Maßnahmen nach einem positiven Corona-Schnelltest beziehungsweise Selbsttest. Zuerst einmal: Gibt es eine Meldepflicht bei einem positiven Selbsttest beziehungsweise Schnelltest? Die Antwort des Bundesgesundheitsministeriums lautet: „Nein. Wer einen Selbsttest macht, der positiv ausfällt, sollte diesen genauso wie bei einem positiven Antigen-Schnelltest durch einen PCR-Test bestätigen lassen und sich vorsichtshalber solange zu Hause in Quarantäne begeben, bis das Ergebnis vorliegt. Positive Ergebnisse von Antigen-Schnelltests, die von geschultem Personal durchgeführt werden, sind dagegen meldepflichtig.“

Wer also Zuhause einen Selbsttest durchführt, muss das Ergebnis nicht dem Gesundheitsamt mitteilen. Allerdings sollte nach einem positiven Ergebnis ein PCR-Test durchgeführt werden, um zu klären, ob das Ergebnis des Selbsttests stimmt. Anders sieht es aus, wenn ein Antigen-Schnelltest von geschultem Personal durchgeführt wurde. Für positive Ergebnisse von PoC-Antigenschnelltests gibt es eine Meldepflicht. Auch Personen, die in Schulen oder anderen Einrichtungen diese Tests bei anderen Personen anwenden, sind in die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz einbezogen.

Wie ist das weitere Vorgehen bei einem positivem Corona-Schnelltest?

So oder so macht es allerdings nur Sinn, einen Schnelltest durchzuführen, wenn danach auch entsprechend gehandelt wird – Meldepflicht hin oder her. Fällt der Corona-Schnelltest bzw. Selbsttest positiv aus, solltet Ihr Euch unbedingt auf direktem Wege nach Hause begeben. Wenn noch weitere Personen in Eurem Haushalt leben, solltet Ihr Euch von diesen Personen isolieren, da Ihr ab jetzt eine Gefahr für Eure Mitmenschen darstellt. Als Nächstes solltet Ihr einen Termin bei einer Teststelle für einen PCR-Test ausmachen. Bis das Testergebnis vorliegt, solltet Ihr auf jeden Fall in Quarantäne bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen einem PCR-Tests, Antigen-Schnelltests und Selbsttests?

Bei den PCR-Tests erfolgt die Probeentnahme durch medizinisches Personal und die Auswertung durch Labore. Antigen-Schnelltests für SARS-CoV-2 funktionieren ähnliche wie Schwangerschaftstests. Durchgeführt werden können sie nur durch geschultes Personal – dafür wird ähnlich wie beim PCR-Test ein Nasen- oder Rachenabstrich gemacht. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zu den PCR-Test direkt vor Ort.

Selbsttests sind zur Anwendung durch Privatpersonen gedacht. Der Test kann zum Beispiel mit einem Nasenabstrich oder mit Speichel erfolgen. Die Selbst und Schnelltests haben gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Daher sollte nach jedem positiven Selbsttest immer ein PCR-Test zur Bestätigung gemacht werden.

Wenn das Ergebnis des PCR-Tests vorliegt, könnt Ihr Euch relativ sicher sein, dass das Ergebnis stimmt. Liegt ein negativer Test vor, war das Testergebnis des Schnelltests vermutlich fehlerhaft – Ihr müsst keine weiteren Maßnahmen treffen und dürft die Selbstquarantäne beenden. Sollte der PCR-Test das Ergebnis des Corona-Schnelltests bestätigen und positiv ausfallen, müsst Ihr leider in Quarantäne bleiben. Diese Punkte solltet Ihr laut Infektionsschutz bei einer häuslichen Isolierung beachten:

  • Beschränkt Eure Kontakte zu Haushaltsangehörigen auf das absolute Minimum.
  • Bleibt wenn möglich allein in einem gut belüfteten Raum.
  • Benutzt gemeinsame Räumlichkeiten wie Küche, Flur oder Bad zeitlich getrennt von anderen Haushaltsangehörigen.
  • Falls ein gemeinsamer Aufenthalt mit anderen in einem Raum unvermeidbar ist, haltet einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern. Zusätzlich sollten Erkrankte sowie Haushaltsangehörige einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
  • Lüftet regelmäßig alle Räume.
  • Häufig berührte Oberflächen sollten täglich mit einem Flächendesinfektionsmittel gereinigt werden.
  • Eure Wäsche sollte in einem separaten Wäschesack gesammelt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, sodass die Viren abgetötet werden.

Im Normalfall wird das Gesundheitsamt bei einem PCR-Test automatisch informiert. Zudem solltet Personen, mit denen Ihr in den vergangenen 14 Tagen engen Kontakt hattet über Eure Corona-Infektion informieren. Es kann sein, dass sich auch das Gesundheitsamt bezüglich einer Kontaktnachverfolgung bei Euch meldet. Kontaktpersonen der Kategorie 1, also Menschen, mit denen Ihr ungeschützten Kontakt ohne Sicherheitsabstand und Mund-Nasen-Schutz hattet, müssen sich ebenfalls in Quarantäne begeben und einen Corona-Test machen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. In der Regel besteht die Quarantänepflicht 14 Tage lang.

Rubriklistenbild: © Frank Molter/dpa Bildfunk

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