Baden-Württemberg folgt STIKO-Empfehlung

Zweitimpfungen früher bekommen? Impfabstände verkürzt - wer jetzt früher dran ist

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Jetzt könnte es auf ein Mal viel schneller gehen, mit der Impfkampagne in Baden-Württemberg. Das Land folgt der Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Was das bedeutet:

Das Land Baden-Württemberg tritt aufs Gas. Die Impfkampagne zur Bekämpfung der Corona-Pandemie soll jetzt noch schneller voranschreiten. Deshalb hat das Sozialministerium beschlossen, der Empfehlung der Ständigen Impfkommission STIKO zur sogenannten „Kreuzimpfung“ zu folgen und Zweitimpfungen jetzt in kürzeren Abständen zur ersten Impfdosis anzubieten.

Schon seit Samstag (3. Juli) wird Personen, die ihre Erstimpfung mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Impfstoffherstellers AstraZeneca erhalten haben, beim zweiten Impftermin ein mRNA-Impfstoff angeboten. Solchen „Kreuzimpfungen“ mit einem Mix aus Vektor- und mRNA-Vakzin wird nachgesagt, sie würden einen höheren Impfschutz bieten, als eine zweifache Impfung mit dem gleichen Impfstoff-Typen.

Baden-Württemberg: Zweitimpfung vorziehen - Landesregierung folgt STIKO-Empfehlung

Jetzt sollen alle, die bereits ihre Erstimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca oder einem mRNA-Impfstoff erhalten haben und deren Zweitimpftermin zeitlich hinter dem 19. Juli liegt, die Möglichkeit bekommen, ihren Zweitimpftermin vorzuziehen. Das ist in vielen baden-württembergischen Impfzentren bereits im Laufe dieser Woche möglich, erklärt das Sozialministerium in einer Mitteilung.

Bedingung für die vorgezogene Impfung ist, dass der von der STIKO empfohlene Impfabstand eingehalten wird und dass in den Impfzentren vor Ort genügend mRNA-Impfstoff vorhanden ist. Doch Impflinge sollten sich im Zweifel immer direkt im zuständigen Impfzentrum melden und nachfragen, wie dort der Ablauf ist - denn „die Situation und Organisation [ist] in den einzelnen Impfzentren teilweise sehr unterschiedlich“, heißt es in einer Mitteilung.

Deshalb werden vor Ort passgenaue Lösungen gefunden und auf den jeweiligen Websites der Impfzentren oder der zuständigen Landratsämter bereitgestellt. Das Sozialministerium rät dagegen davon ab, bei der zentralen Terminvergabe unter der 116 117 nachzufragen.

Baden-Württemberg: Die Änderungen im Überblick

  • Schon seit Samstag (3. Juli) werden Menschen, die einen Impftermin mit AstraZeneca gebucht hatten, in Baden-Württemberg in der Regel mit einem mRNA-Impfstoff zweitgeimpft.
  • Ab Juli gibt es generell verkürzte Impfabstände, auch wenn das im Anmeldesystem noch nicht hinterlegt ist. In diesem Fall kann bei der Erstimpfung im Impfzentrum ein früherer Zweittermin ausgemacht werden.
  • Zweitimpfungen, die bereits für einen Termin vor dem 19. Juli gebucht sind, können nicht mehr umgebucht oder vorgezogen werden. Das liegt daran, dass nicht genügend mRNA-Impfstoff vorhanden ist.
  • Jeder, der seine Erstimpfung bereits hatte und dessen Zweitimpftermin in die Zeit ab dem 19. Juli liegt, kann seinen Impftermin vorziehen, sofern der vorgegebene Impfabstand eingehalten ist.
  • Nach der STIKO-Empfehlung kann der Zweittermin einer Kreuzimpfung nach vier Wochen stattfinden. Eine Zweitimpfung mit AstraZeneca kann erst nach 9 bis 12 Wochen stattfinden. Beim Impfstoff von BioNTech kann die Impfung nach mindestens drei Wochen stattfinden, beim mRNA-Impfstoff von Moderna sind mindestens vier Wochen Abstand vorgegeben.
  • Wer seinen Zweitimpftermin vorziehen möchte, sollte sich vorab über die genauen Bestimmungen in den Impfzentren vor Ort informieren. Nicht jeder Dermin kann im nächstgelegenen Zentrum garantiert werden, da das Angebot an mRNA-Impfstoffen limitiert ist.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) erklärte am Dienstag in Stuttgart, er begrüße die Empfehlung der STIKO, die es ermöglicht, die Menschen schneller durchzuimpfen. Die Kommission habe schnell reagiert und das sei sehr gut, denn „mit jedem Tag, den wir länger auf eine Entscheidung hätten warten müssen, wäre wertvolle Zeit verloren gegangen“.

Lucha appellierte außerdem nochmals an die Bevölkerung, das Impfangebot anzunehmen. „Impfen ist das entscheidende Mittel, um die Pandemie in die Knie zu zwingen.“ Denn angesichts der sich verbreitenden Delta-Variante, die sich in anderen Symptomen äußert als das ursprüngliche Coronavirus, sei es wichtig, viele noch vor dem Sommerurlaub vollständig durchzuimpfen.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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