Erdbeben in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg: Die Erde wackelt! In mehreren Landkreisen gab es Erdbeben

Ein Seismograph
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Ein Seismograph zeichnet die Ausschläge eines Erdbebens auf. In Baden-Württemberg wurden am Sonntagabend leichte Beben verzeichnet. Symbolbild: Bernd Thissen/dpa
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    vonLisa Klein
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In einigen Landkreisen in Baden-Württemberg hat am Sonntagabend die Erde leicht gebebt. Im Epizentrum wurde eine Stärke von 3,6 gemessen.

Im baden-württembergischen Zollernalbkreis hat es am Sonntagabend ein leichtes, aber dennoch spürbares Erdbeben gegeben. Der Landeserdbebendienst verzeichnete gegen 18.37 Uhr ein Erdbeben der Stärke 3,6 mit Epizentrum in Jungingen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Etwa eine Stunde später, gegen 19.31 Uhr, folgte ein zweites, leichteres Erdbeben der Stärke 1,8 mit Epizentrum in Hechingen. Es handelte sich dabei um ein sehr schwaches Beben, das nur in unmittelbarer Umgebung des Epizentrums zu spüren war.

Wie kommt es zu Erdbeben?

Erdbeben sind messbare Erschütterungen des Erdkörpers, die mit Hilfe eines Seismographen erfasst werden. Sie entstehen durch Verschiebungen von Erdmassen, meistens, wenn sich die tektonischen Platten bewegen. Seltener sind auch vulkanische Aktivitäten, der Einsturz oder die Absenkung unterirdischer Hohlräume, große Erdrutsche und Bergstürze sowie auch Sprengungen die Ursache für ein Erdbeben.

In der Nacht von Sonntag auf Montag, um 01.57 Uhr, folgte ein Nachbeben bei Albstadt, das laut Landesamt eine Stärke von 2,4 erreichte, wie das Tagesblatt berichtet. Das erste Beben des Abends soll auch in den Landkreisen Tübingen und Reutlingen spürbar gewesen sein, wie die Reutlinger Polizei mitteilte, bislang seien dem Polizeipräsidium aber keine Schäden gemeldet worden. Auch im 75 Kilometer entfernten Ulm sei das Erdbeben kurz zu spüren gewesen, schrieb die Südwest Presse.

Erdbeben in Baden-Württemberg sind keine Seltenheit

Kleinere Beben sind in Baden-Württemberg keine Seltenheit. Bereits am 1. Dezember letzten Jahres hatte es in derselben Region ein Beben der Stärke 3,9 gegeben. Damals hatte der Erdbebendienst rund 6.000 Meldungen erhalten. „3,9 ist ein mäßig starkes Erdbeben“, sagte Stefan Stange vom Landeserdbebendienst damals im Dezember.

Wie häufig sind Erdbeben in Deutschland?

Deutschland liegt mitten auf der Eurasischen Kontinentalplatte. Die nächste Plattengrenze, in deren Nähe häufig Erdbeben entstehen, ist dadurch relativ weit entfernt. Somit haben die Erdbeben in Deutschland eine eher geringe Stärke.

Am häufigsten sind Erdbeben in Deutschland in diesen Regionen zu spüren: In der Kölner Bucht, südlich von Tübingen in der Schwäbischen Alb bei Albstadt und im südlichen Rheingraben sowie in der Umgebung von Gera.

Erdbeben zwischen einer Magnitude von drei bis vier sind bereits gut spürbar, sie verursachen allerdings nur selten Schaden. Leichte Schäden, wie Risse im Putz, sind dabei nicht auszuschließen. Schwere Schäden, wie richtige Mauerrisse, sind allerdings erst bei einer Erdbebenstärke von etwa Fünf zu erwarten.

Wieso kam es in Baden-Württemberg überhaupt zu einem Erdbeben? In der Region, in der sich die Epizentren befinden, verläuft die Albstadt-Scherzone, in der sich zwei unterirdische Gesteinskomplexe aneinander um wenige Zentimeter in verschiedene Richtungen bewegen. Beim „Aneinanderreiben“ kommt es hin und wieder zu leichten Erschütterungen der Erde.

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