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Baden-Württemberg sieht Wirtschaftslage kritisch – auch Audi betroffen

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Von: Michaela Ebert

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Audi will das Fließband revolutionieren.
Das Autoland Baden-Württemberg fordert mehr Geld von der EU-Strukturförderung für wirtschaftsschwache Regionen. © Stefan Warter/dpa

Eigentlich steht das Autoland Baden-Württemberg wirtschaftlich gut da – müsste man meinen. Jetzt aber hofft das Bundesland, eine Förderung aus der EU-Strukturförderung für wirtschaftsschwache Regionen zu bekommen. Was ist dran?

Ausgerechnet das wohlhabende Baden-Württemberg sorgt sich um seine internationale Wettbewerbsfähigkeit – und will deshalb mehr Geld von der Europäischen Union. Die Sorge scheint nicht ganz unbegründet zu sein. Bei einigen Unternehmen mit Sitz im Südwesten wurden in der vergangenen Zeit vermehrt die Probleme deutlich: Hohe Energiepreise, Materialmangel und Inflation sind – gerade für deutsche Autohersteller – nur einige davon.

So auch beim Volkswagen-Tochterunternehmen Audi. Dort standen die Bänder im Werk Neckarsulm bei Heilbronn während der Corona-Pandemie still – Mitarbeiter mussten daraufhin in Kurzarbeit entlassen werden. Auch aktuell muss das Unternehmen mit Existenzängsten kämpfen, wie echo24.de berichtet. Laut einem Vorstandsmitglied könnte Audi vor dem Aus stehen. Dazu kommt, dass dem Autohersteller ein Zulieferer abgesprungen ist.

Ein ähnliches Schicksal drohte auch tausenden Mitarbeitern bei Daimler in Untertürkheim.

Schwierige wirtschaftliche Bedingungen in Baden-Württemberg: EU-Gelder sollen helfen

Auch andere Unternehmen in Baden-Württemberg würden unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen leiden. Im Standortwettbewerb um Ansiedlungsprojekte könnten starke industrielle Transformationsregionen wie das südwestliche Bundesland nicht mehr mit anderen Regionen konkurrieren, die mit üppigen EU-Geldern ausgestattet sind, heißt es in einem Forderungspapier zum „Strategiedialog Automobilwirtschaft“, das der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

Das Land fordert, bei der EU-Strukturförderung nicht nur wirtschaftsschwache Regionen, sondern auch die industriellen Zentren in den Fokus zu nehmen.

Wegen Sorge um Wirtschaftskraft in BaWü: Treffen von Kretschmann und Industrievertretern in Brüssel

Am Mittwoch, dem 16. November, treffen sich deshalb Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und hochrangige Industrievertreter aus dem Südwesten zu einem „Strategiedialog“ in Brüssel. Auch EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton wird erwartet.

Neben der Neuausrichtung der Förderungen fordert das Land auch einen schnelleren Ausbau der europäischen Infrastruktur für Antriebe, die mit Batterie, Wasserstoff oder eFuels laufen. Auch bei der Digitalisierung und der Schaffung einer europäischen Datensouveränität sieht Baden-Württemberg Nachholbedarf.

Aktuell gebe es etwa im Bereich Software eine hohe US-amerikanische und asiatische Dominanz. Doch auch in der Automobilwirtschaft werde zunehmende Wertschöpfung im digitalen Raum generiert.

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