Vor Schalte mit anderen Regierungschefs

Einschränkungen für Nicht-Geimpfte? Kretschmann mit Hammer-Vorhersage

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagt für ungeimpfte Menschen in Baden-Württemberg Hammer-Einschränkungen voraus, die auch ans Geld gehen könnten.

Erst vor wenigen Tagen hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Debatte über eine Impfpflicht in der Corona-Krise ins Rollen gebracht. Nun macht der Regierungschef von Baden-Württemberg abermals eine krasse Ansage, die erneut für sehr heftige Diskussionen sorgen könnte. Auch im aktuellen Fall geht es um das Impfen, das auch in Baden-Württemberg nicht mehr ganz so schnell vorangeht. Mit zahlreichen Impfaktionen in Baden-Württemberg wirbt das Land für einen Piks.

Unabhängig davon könnte es bald für sehr viele Menschen einen Grund geben, sich doch gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen. Denn: Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie in Deutschland kann sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Einschränkungen für Nicht-Geimpfte vorstellen. Mehr noch, kurz vor einer Schalte mit allen unionsgeführten Bundesländern sagt der Regierungschef von Baden-Württemberg solche Einschränkungen für Ungeimpfte sogar voraus.

Einschränkungen für Ungeimpfte: Der Piks-Verzicht könnte bald Geld kosten

Kretschmann wörtlich: „Die, die sich nicht impfen lassen, müssen damit rechnen, dass der Zugang zu Veranstaltungen, Institutionen, erschwert ist.“ Ungeimpfte müssten außerdem damit rechnen, dass sie sich an den Kosten für Tests beteiligen müssen, sobald allen Bürgern ein Impfangebot gemacht wurde. Das heißt: Auf Nicht-Geimpfte in Baden-Württemberg könnten bald nicht nur Hammer-Einschränkungen, sondern auch Hammer-Kosten zukommen.

Die, die sich nicht impfen lassen, müssen damit rechnen, dass der Zugang zu Veranstaltungen, Institutionen, erschwert ist.

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg

Denn aktuell sind sogenannte Antigen-Schnelltests für Bürger noch kostenlos. Die Betreiber der Testzentren bekommen Berichten von SWR und WDR zufolge rund 18 Euro pro Test vom Staat. Mal angenommen, alle Nicht-Geimpften müssten sich zur Hälfte daran beteiligen. Das währen dann pro Test 9 Euro Eigenanteil. Nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, dass solche Tests für Ungeimpfte in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens zur Pflicht werden könnten.

Einschränkungen für Ungeimpfte: Kommt die Impfpflicht durch die Hintertür?

Die Betonung liegt auf „könnten“. Denn noch sind die Einschränkungen für Ungeimpfte lediglich eine Vorhersage von Kretschmann. Hinzu kommt, dass der Vorstoß nicht bei allen Politikern in Deutschland auf Zustimmung stoßen dürfte. Der Knackpunkt ist, dass solche Einschränkungen, die Ungeimpfte mitunter auch bares Geld kosten könnten, auch als Impfpflicht durch die Hintertür interpretiert werden können. Quasi nach dem Motto: Wer sich nicht impfen lässt, der zahlt.

Im Gegenzug sollen nach Ansicht von Kretschmann alle vollständig geimpften Menschen „maximale Freiheiten“ bekommen, soweit das möglich ist. Allerdings werde man von der Einhaltung der AHA-Regeln nicht abrücken können, sagt Kretschmann Berichten der Deutschen-Presse-Agentur ergänzend zu seiner Vorhersage, dass sich Nicht-Geimpfte auf Einschränkungen einstellen müssen. Und wie geht es jetzt weiter? Das ist ungewiss. Fakt ist aber, dass es alle Ungeimpften in Zukunft schwerer haben könnten. Zumindest, wenn man an die Vorhersage von Kretschmann denkt.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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