Videobotschaft von Kretschmann

Kretschmann-Appell an Impf-Gegner – „halte Entscheidung für falsch“

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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In einer Videobotschaft wendet sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann an alle Ungeimpften in Baden-Württemberg – und spricht wichtigen Aspekt an.

Die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg* steigen seit einiger Zeit wieder kontinuierlich an. Stand 16. September 2021 meldet das Landesgesundheitsamt (LGA) in Stuttgart eine 7-Tage-Inzidenz von 94,4 – Tendenz steigend. Laut LGA sind es vor allem die nicht-geimpften Menschen in Baden-Württemberg, die sich mit Covid-19 infizieren. Die 7-Tage-Inzidenz unter allen vollständig Geimpften beläuft sich aktuell auf 19,8 – die Inzidenz unter allen Nicht- oder nicht vollständig Geimpften gibt das LGA mit 212,7 an.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann wendet sich in einer Videobotschaft direkt an die Menschen in Baden-Württemberg, die sich bisher noch nicht oder auch nicht vollständig gegen das Coronavirus haben impfen lassen. „Ich tue das, weil ich in persönlichen Gesprächen immer wieder erlebe, dass sie den Eindruck haben, die politisch Verantwortlichen würden sie ausgrenzen oder sogar versuchen, sie auf Linie zu bringen.“ Kretschmann versichert in der Videobotschaft, dass das nicht die Absicht seiner Regierung sei.

Baden-Württemberg: Kretschmann knallhart – „falsche Entscheidung“

„Eigensinn verdient unseren Respekt, selbst dann, wenn man ihn nicht teilt“, erklärt der Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Trotzdem halte er die Entscheidung einiger Menschen in Baden-Württemberg, sich nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen, für falsch. Kretschmann begründet seine Haltung zur Impfverweigerung mit der Rücksicht auf andere Menschen, die sich aufgrund ihres Alters oder ihrer Gesundheit nicht gegen Covid-19 impfen lassen können – zum Beispiel Kinder unter 12 Jahren.

Freiheit sei mit Verantwortung verbunden und ende da, wo man andere Menschen einer Gefahr aussetze. Doch auch die Belegung der Intensivbetten ist laut Kretschmann ein extrem wichtiger Aspekt, der für eine Corona-Impfung spricht. Damit Intensivstationen nicht volllaufen und sich möglichst wenige Menschen in Baden-Württemberg mit Covid-19 infizieren, müsse der Staat Maßnahmen ergreifen. Das sei die Schutzpflicht, die der Staat gegenüber allen Bürgern – egal ob geimpft oder nicht – habe.

Baden-Württemberg: Nachteile für Ungeimpfte? Kretschmann spricht Klartext

Nur deshalb brauche es für Nicht-Geimpfte strengere Corona-Regeln, als für Geimpfte, sagt Kretschmann im Hinblick auf die neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg*, die am 16. September in Kraft getreten ist. Das neue Corona-Regelwerk sieht unter anderem eine 2G-Regel in Baden-Württemberg* vor, wenn die sogenannte Alarmstufe ausgerufen wird. Das ist dann der Fall, wenn die Zahl der Patienten auf Intensivstationen, beziehungsweise die Hospitalisierungsinzidenz, einen bestimmten Wert überschreitet.

„Es geht nicht um Strafe, sondern um Vorsoge und Schutz“, sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Wir wollen damit all die Menschen schützen, die sich selbst nicht impfen lassen können und die sonst der Corona-Pandemie schutzlos ausgeliefert wären.“ Daher sein Appell: „Lassen Sie sich impfen.“ Wer sich gegen das Coronavirus impfen lasse, schütze sich selbst und andere. Das zeige laut Kretschmann aktuell auch die 7-Tage-Inzidenz unter Geimpften, über die echo24.de* im ersten Absatz informiert.

Baden-Württemberg: Kretschmann nennt am Ende wichtigen Impf-Grund

Am Ende der Videobotschaft nennt der Ministerpräsident von Baden-Württemberg noch einen dritten Punkt, der für eine Impfung gegen das Coronavirus spricht: Die Freiheit und die Rückkehr ins normale Leben. Kretschmann nennt das Beispiel Dänemark, wo am 10. September laut merkur.de* die letzten Corona-Beschränkungen weggefallen* sind. Der Grund dafür: In Dänemark ist ein Großteil der Menschen gegen das Coronavirus geimpft. *echo24.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa

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