Weihnachten im Corona-Jahr

Weihnachtsbaumverkauf in BaWü: Kommen Christbäume wegen Corona-Lockdown in den Häcksler?

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 Ein Verkaufsverbot für Christbaumproduzenten „eine Katastrophe“ gewesen.
  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
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Der Weihnachtsbaumverkauf ist in Baden-Württemberg auch trotz Corona-Krise gut angelaufen. Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger erwartet einen Absatz auf Vorjahresniveau.

O Tannenbaum: Machen es sich die Menschen im Corona-Jahr und anstehendem Komplett-Lockdown früher zu Hause mit geschmücktem Grün gemütlich? Eigentlich ist es Tradition, den Weihnachtsbaum erst kurz vor Heiligabend zu kaufen. So kennen es viele, und so wird es durchweg auch in deutschen Filmen und Serien erzählt. Doch 2020, im Jahr der abgesagten Weihnachtsmärkte und unklaren Regeln für Weihnachten in Baden-Württemberg, haben schon auffällig viele Menschen in den sozialen Medien am ersten Advent ihren geschmückten Baum im Wohnzimmer gezeigt - freilich meist wohl nur aus Plastik.

Weihnachtsbaumverkauf in BaWü: Kommen Christbäume wegen Corona-Lockdown in den Häcksler?

Der Weihnachtsbaumerzeugerverband Baden-Württembergs erwartet trotz Corona-Krise auch 2020 ein traditionelles Verhalten beim Tannenbaumkauf. Die „stille Masse“ posiere nicht schon jetzt in sozialen Medien mit einem geschmückten Baum im Wohnzimmer, sagt Geschäftsführer Martin Rometsch.

Die meisten der etwa 22 Millionen echten Weihnachtsbäume werden demnach rund um den vierten Advent verkauft. Der Gipfel werde also, auch in Baden-Württemberg, diesmal etwa am 19. Dezember erwartet, dem Samstag vor dem vierten Advent. Da Heiligabend auf einen Donnerstag falle, gingen viele wohl auch erst am 21., 22. und 23. Dezember auf Baum-Suche. Dass der Weihnachtsbaumverkauf gut angelaufen ist, bestätigt auch Christbaumverkäufer Frank Stuber aus Güglingen. Stuber führt ein Familienunternehmen und verkauft acht verschiedene Tannensorten an elf Stadtorten in Stuttgart und Umgebung, wie StN.de berichtet.

Nordmanntannen in einer Weihnachtsbaumzucht.

Neben der traditionellen Nordmanntanne hat das Familienunternehmen auch die ungewöhnliche Nobilistanne im Sortiment. „Die Nordmanntanne wird aber nach wie vor am häufigsten nachgefragt“, sagt Frank Stuber. Die meisten Weihnachtsbäume kommen aus dem Eigenanbau bei Cleebronn. Einige Bäume werden jedoch zugekauft, damit auch wirklich jeder Kunde den passenden Baum für sich findet. Die zugekauften Bäume aus dem Norden seien buschiger, erklärt der Chef des Familienunternehmens. „Vor allem viele Amerikaner mögen solche Bäume.“

Baden-Württemberg: Christbaumverkauf - Verkaufsverbot wäre „eine Katastrophe“

Und obwohl der Einzelhandel ab dem 16. Dezember im Zuge des harten Corona-Lockdowns weitgehend schließen muss, wurde der Christbaumverkauf davon ausgenommen. Ein Verkaufsverbot wäre für Stuber „eine Katastrophe“ gewesen. Die Bäume seien ja geerntet worden. Ein entscheidender Vorteil der Branche ist, laut Geschäftsführer des Christbaumverbands Baden-Württemberg Martin Rometsch, dass die Weihnachtsbäume an der frischen Luft verkauft werden.

Außerdem sollte auf den Verkaufsflächen aus Gründen des Infektionsschutzes Einbahnregelungen geben, wie Rometsch sagte. Dies konnte man in Stuttgart bislang allerdings noch nicht beobachten, berichten die Stuttgarter Nachrichten. „Allgemein haben die Anbieter derzeit einen höheren Personalaufwand, um die Coronaregeln umzusetzen“, sagt der Geschäftsführer. Was im Falle eines totalen Lockdowns noch vor den Feiertagen passieren würde, will sich Rometsch aber dann lieber doch nicht ausmalen.

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