Gefahr durch Anschläge in Deutschland?

Nach Terrorattacken in Wien und Frankreich: So reagiert Baden-Württemberg

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
    schließen

In Baden-Württemberg werden mehr Polizisten vor jüdischen Einrichtungen stationiert. Vorausgegangen waren Terroranschläge in Frankreich und Wien.

Bei einer Terrorattacke in Wien wurden am Montagabend vier Passanten getötet. Viele weitere Opfer schweben laut Gesundheitsverbund noch in Lebensgefahr. Auch in Baden-Württemberg kann Ralf Kusterer, Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft, Anschläge wie in Wien nicht mehr ausschließen. Man dürfe sich in Deutschland nicht in Sicherheit wiegen und die Terrorgefahr verdrängen, erklärt Kusterer einem Bericht des SWR zufolge. Terroristen und extremistische Straftäter seien eine große Gefahr für die Bevölkerung in Deutschland. Insbesondere im steigenden Links- und Rechtsextremismus macht sich laut Kusterer die Entwicklung bemerkbar.

Baden-Württemberg: Innenminister verschärft Sicherheitsvorkehrungen

Auch jüngsten Festnahmen unterstreichen das, heißt es in einer Mitteilung Kusterers. Inzwischen wurden in Baden-Württemberg die Schutzmaßnahmen an den jüdisch-israelischen Einrichtungen erhöht. Nach Bekanntwerden des Terroranschlags in Wien habe man reagiert, erklärt Innenminister Thomas Strobl (CDU). „Wir führen nach diesem Anschlag in Österreich und nach den Attacken in Frankreich den Kampf gegen den Terror entschieden fort, um unsere Bürgerinnen und Bürger zu schützen.“ Die Herkunft und der Glaube eines jeden Einzelnen spiele dabei keine Rolle, sagte Strobl am Dienstag.

Genau wie Kusterer sieht auch Strobl in islamistischen Terroranschlägen unverändert eine große Gefahr. „Mehrfache terroristische Anschläge in Frankreich und nun in Österreich fordern höchste Wachsamkeit auch bei uns“, erklärt der Minister. In der Debatte um die Terrorattacke in Wien meldet sich nun auch der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume zu Wort. Er selbst habe immer wieder vor solchen Angriffen wie in Wien gewarnt, schreibt Blume auf Twitter. In einem weiteren Tweet schreibt er, dass er in „Gedanken und im Herzen“ bei den Opfern und Betroffenen vor Ort in Wien sei.

Baden-Württemberg: Ministerpräsident Kretschmann zeigt sich bestürzt

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nannte die Terrorattacke in Wien „in höchstem Maße bestürzend“. Das Land stehe bereits in Kontakt zu israelischen Religionsgemeinschaften in Baden-Württemberg. Der Angreifer in Wien war Polizeiangaben zufolge erst 20 Jahre alt. Er wurde von der Polizei erschossen. Er war bereits wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorbestraft. Aktuell berichtet auch der SWR über die Auswirkungen in Baden-Württemberg und die Terroranschläge in Wien und Frankreich.

Rubriklistenbild: © Ronald Zak/dpa

Das könnte Sie auch interessieren