Forderung nach mehr Lohn

Lohnkampf in BaWü: Droht heute Verkehrs-Chaos? Erneute Warnstreiks im Nahverkehr

Eine Menschenmenge mit Flaggen und Plakaten der Gewerkschaft Ver.di beim Warnstreik.
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In dieser Woche stehen in Baden-Württemberg erneut Warnstreiks an.
  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
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Erneut ruft die Gewerkschaft Verdi in Baden-Württemberg zum Warnstreik auf. Diese Woche sollen nicht nur die Mitarbeiter im Nahverkehr ihre Arbeit niederlegen.

Stuttgart/Heilbronn - Keine Busse und Bahnen in zahlreichen Städten Baden-Württembergs: An einem Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) haben sich nach Gewerkschaftsangaben am vergangenen Dienstag rund 5.000 Mitarbeiter beteiligt. Stillstand oder Einschränkungen bei Bahnen und Bussen gab es am Dienstag der vergangenen Woche den ganzen Tag lang - in Städten wie Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim. Außerdem wurde der Nahverkehr in Baden-Baden, Esslingen, Heilbronn, Heidelberg, Freiburg und Konstanz lahmgelegt. Und auch diese Woche ruft die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter im Nahverkehr dazu auf, ihren Forderungen in den Manteltarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen.

VerdiDie Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Mitglieder1.955.080 (Stand: 31. Dezember 2019)
Gründung 20. März 2001, Berlin
Zentrale Berlin
Zugehörigkeit Deutscher Gewerkschaftsbund

Baden-Württemberg: Droht am Donnerstag Verkehrs-Chaos? Erneute Warnstreiks im Nahverkehr

Der Warnstreik am Donnerstag könnte für etwa eine halbe Million Pendler zu einer echten Geduldsprobe werden. Denn nicht nur die Beschäftigten der Stadtwerke Heilbronn, wie echo24.de* berichtet, wollen ganztägig ihre Arbeit niederlegen, sondern auch die Mitarbeiter der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB). Es lägen allerdings noch keine konkreten Meldungen beim Stuttgarter Verkehrsbetrieb vor, wie die StZ.de berichtet. Trotzdem sollen die Menschen mit flächendeckenden Ausfällen im Nahverkehr rechnen - wie es bereits letzte Woche der Fall war. Was sind aber die Gründe für die Warnstreiks? Und sind diese auch berechtigt?

Warnstreiks in Baden-Württemberg: Gewerkschaft Verdi fordert mehr Lohn für Mitarbeiter

Laut Stuttgarter Zeitung fordern die Gewerkschaften 4,8 Prozent mehr Lohn für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen über eine Laufzeit von zwölf Monaten - mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Sie bestehen auf ein Angebot der Arbeitgeber.

Ein streikender Busfahrer steht in Regensburg vor einem Bus.

Ihre Forderungen nach mehr Lohn begründen die Gewerkschaften mit der gestiegenen Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr. Denn laut Verdi ist die Zahl der Beschäftigten im Nahverkehr im Vergleich zum Jahr 2000 um 18 Prozent geschrumpft. Gleichzeitig hat sich die Anzahl an Fahrgästen im selben Zeitraum um ein Viertel erhöht. Dadurch komme es regelmäßig zu hohen Krankenständen und viele Überstunden häufen sich an.

Warnstreiks in Baden-Württemberg: Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen wollen streiken - mehrere Städte betroffen

Aber nicht nur die Beschäftigten im Nahverkehr wollen ihre Arbeit im Zuge der Warnstreiks niederlegen, sondern auch andere zahlreiche Einrichtungen Baden-Württembergs. Wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi gegenüber der StZ.de sagt, soll Takt der Warnstreiks bis zum Wochenende zunehmen: „Das wird sich nach und nach steigern. Der Donnerstag ist der Höhepunkt in dieser Woche.“ Die geplanten oder bereits stattgefundenen Warnstreiks in Baden-Württemberg hat echo24.de* für euch zusammengefasst:

WochentagBetroffene Bereiche im öffentlichen Dienst Städte
Montag Erziehungswesen, Wasser- und Schifffahrtsamt, Bürgerdienst, ParkplatzwacheGundelsheim (Kreis Heilbronn), Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Mosbach, Ulm
DienstagKitasMannheim, Tauberbischofsheim, Wertheim, Zollernalbkreis
MittwochKitas, KlinikenMannheim, Rems-Murr-Kreis, Crailsheim, Reutlingen
DonnerstagKitas, Kliniken, Nahverkehr, Behörden des öffentlichen DienstesStuttgart, Heilbronn, Weinsberg
Freitag Kitas Mannheim

*echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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