Laternenumzug trotz Corona-Krise

„Laternenfenster“: Kein Martinsumzug in Corona-Zeiten – diese Alternativ-Aktion bringt Hoffnung

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Wie feiern Kinder und Eltern den Martinstag in Corona-Zeiten? Traditionelle Laternenumzüge sind aktuell nicht möglich. Eine besondere Alternativ-Aktion geht gerade im Netz durch die Decke.

„Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir“: Es ist immer ein besonderer Moment, wenn jährlich am 11. November, dem Martinstag, ein kleines Lichtermeer singend durch die Straßen zieht. Vor allem für Kinder sind der herbstliche Brauch, das Basteln der Laternen, das Treffen und der Martinsumzug aufregende Erlebnisse. Doch in Zeiten von Corona ist alles anders: Kontakte sollen vermieden, Ansammlungen verhindert werden. Am Mittwoch hatten Bund und Länder einen „Lockdown 2.0“ mit verschärften Corona-Regeln für November beschlossen.

Martinsumzug fällt Corona zum Opfer: Aktion „Laternenfenster“ als Alternative

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha hatte bereits von Halloween-Touren von Tür zu Tür gewarnt. Hinsichtlich der Laternenumzüge am 11. November empfiehlt der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg laut Stuttgarter Zeitung: „Im Hinblick auf St. Martin empfehlen wir unseren Kitaträgern, dieses Laternenfest nur in der Kindergruppe und unter Ausschluss der Eltern zu feiern.“ Demnach lehnen aber viele Kindergärten den Martinsumzug zum Schutz der Kinder und ihrer Angehörigen komplett ab.

Also ganz auf die bunten und schön beleuchteten Laternen verzichten? Und das in einem vom Coronavirus bestimmten Jahr, in dem Licht und Hoffnung vielleicht wichtiger ist als je zuvor? Jennifer Brenzinger möchte das verhindern und trotz der aktuell schwierigen Zeit ein Leuchten in die Augen der Kinder zaubern. Aus diesem Grund hat sie die Aktion „Laternenfenster“ ins Leben gerufen. Brenzinger lebt mit ihrer Familie in der baden-württembergischen Gemeinde Sankt Leon-Rot und betreibt dort die Lichtschneiderei Brenzinger, wo normalerweise Frühstücksbrettchen oder Namensgirlanden verkauft werden.

Eine Bastelanleitung für eine mögliche Laterne für die Aktion „Laternenfenster“ gibt es online.

Laterne im Haus anstatt beim Martinsumzug – das steckt hinter „Laternenfenster“

Bei „Laternenfenster“ geht es darum, daheim Laternen zu basten und diese zwischen dem 1. November und dem 11. November beleuchtet in die Fenster zu hängen oder zu stellen. Ziel ist es, in möglichst vielen Fenstern Laternen sehen zu können. Wenn die vielen Umzüge zu Sankt Martin mit den selbst gebastelten Laternen der Kinder dann abgesagt werden, können sich die Kleinen mitsamt ihrer eigenen bei einem abendlichen Spaziergang mit ihren Eltern dennoch über das bunte Leuchten freuen. Der Heilige Martin schenkte seinen Mantel einst einem frierenden Bettler. „Ganz im Sinne von St. Martin wollen wir in dieser schwierigen Zeit mit Hilfe der Laternen Hoffnung schenken“, sagt Jennifer Brenzinger.

Die Idee vom „Laternenfenster“ wird im Internet in sämtlichen Gemeinde-Gruppen geteilt, immer mehr Kitas, Kirchen und Gemeinden – so zum Beispiel die Stadt Kirchheim unter Teck – rufen zum Mitmachen auf. Auch in der von Jennifer Brenzinger erstellten Facebook-Gruppe teilen viele Menschen Fotos von ihren mit Laternen geschmückten Fenstern. Wer Inspiration benötigt: Eine Bastelanleitung für Laternen hat Jennifer Brenzinger auf der Webseite zur Aktion veröffentlicht.

Rubriklistenbild: © Pixabay/Bellahu123

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