Wechselunterricht und Fernunterricht möglich

Corona-Regeln an Schulen sorgen für Chaos: Diese Regeln gelten in Baden-Württemberg

In einem menschenleeren Klassenraum einer Grundschule sind die Stühle hochgestellt.
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Wechselunterricht an Schulen in Corona-Hotspots ist ab sofort in Baden-Württemberg ab Klasse 8 möglich.
  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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In der Corona-Pandemie liegt der Fokus auch immer wieder auf den Schulen. Welche Regeln gelten in welchen Regionen in Baden-Württemberg für Schüler und Lehrer? Ein Überblick.

Die Corona-Pandemie beherrscht das Leben der Menschen in Baden-Württemberg. Seit fünf Wochen gilt ein Teil-Lockdown, die Regeln wurden in der Zwischenzeit sogar noch verschärft*. Doch die Corona-Infektionszahlen sind anhaltend hoch*, die erhoffte Wende bleibt aus. Aus diesem Grund hatte die Landesregierung zuletzt auch weitere Maßnahmen für Corona-Hotspots erlassen*, wie echo24.de* berichtet. Doch auch für die Schüler und Lehrer im Südwesten gibt es Änderungen zu – und die sind regional unterschiedlich und teils noch immer umstritten.

Schulen in Baden-Württemberg: Wechselunterricht und Fernunterricht möglich

Am 8. Dezember ist in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung Schule in Kraft getreten. Die Änderungen betreffen vor allem Schüler in Corona-Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Demnach sind jetzt an Schulen in Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen Wechselunterricht und Fernunterricht in älteren Jahrgangsstufen möglich. „Ziel der Neuregelung ist es, im Einzelfall einen Wechselbetrieb zwischen Präsenzunterricht und Fernunterricht zu ermöglichen“, teilte das Kultusministerium mit. Die Betonung liegt hier wohl auf dem Wort „Einzelfall“.

Mit dem sogenannten Wechselunterricht können Klassen zum Beispiel halbiert und abwechselnd zu Hause und in der Schule unterrichtet werden. Die neue Corona-Verordnung erlaubt nun den Wechsel- und Fernunterricht „für Schulen, die in einem Stadt- oder Landkreis liegen, in dem die Anzahl der Neuinfektionen mit dem SARS CoV-2 Virus nach Feststellung des Landesgesundheitsamts im Durchschnitt in den vergangenen sieben Tagen bei über 200 pro 100.000 Einwohner liegt“. In diesem Fall könnten allgemeinbildende und berufliche Schulen vorübergehend ab der Klassenstufe 8 die Klassen teilen und einen Wechselbetrieb von Präsenz- und Fernunterricht vornehmen, um im Präsenzunterricht den Mindestabstand zu gewährleisten.

Baden-Württemberg: Spezielle Regeln für Schulen in Extrem-Hotspots

Das Kultusministerium teilte aber mit, dass es in sogenannten Corona-Hotspots nicht automatisch Wechselunterricht geben solle. „Entscheidend ist, ob das Infektionsgeschehen den Schulbetrieb tatsächlich beeinträchtigt.“ Dieser Satz ist seit dem 10. Dezember so aber nicht mehr vollständig korrekt, denn es wurde ein erweiternder Erlass für Extrem-Hotspots* veröffentlicht! In Schulen in Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 300 ist der Fernunterricht ab dem 14. Dezember verpflichtend! Das gilt für alle Klassenstufen ab Klasse 8 ausgenommen der Abschlussklassen.

Für den Zeitraum des Fernunterrichts müssen in den betroffenen Klassen bereits geplante Klassenarbeiten abgesagt werden. „Sofern diese für die Notenbildung zwingend erforderlich sin, sollen diese, sobald wieder Präsenzunterricht an er Schule möglich ist, nachgeholt werden“, heißt es im Erlass des Kultusministeriums von Baden-Württemberg. Die Verpflichtung zum Fernunterricht besteht so lange, bis die 7-Tage-Inzidenz im Meldekreis der Schule wieder unter 300 fällt. Aktuell betrifft das nur den Stadtkreis Pforzheim mit einem Inzidenzwert von 337,4 (Stand 9. Dezember). Aber auch der Stadtkreis Heilbronn* ist nur sehr knapp unter dieser Grenze (298,6) und könnte in Kürze betroffen sein.

Schule in Corona-Zeiten: Wechselunterricht stößt in Baden-Württemberg auf Interesse

Die Möglichkeit des Wechselunterrichts in Schulen in Corona-Hotspots (mit einer Inzidenz über 200 und unter 300) ab der achten Klasse stößt in Baden-Württemberg laut der dpa auf Interesse. Es seien demnach bereits mehrere Anfragen bei den Regierungspräsidien und Schulämtern eingegangen. Derzeit (Stand 9. Dezember) weisen zwölf Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern auf.

Trotz der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen in Baden-Württemberg hielt Kultusministerin Susanne Eisenmann fest, Schulschließungen wolle man auf jeden Fall vermeiden. Damit reagierte sie auf einen Vorschlag der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina, die Schulpflicht ab dem 14. Dezember aufzuheben. Auch ein früherer Start der Weihnachtsferien wurde lange diskutiert – mittlerweile ist eine Entscheidung gefallen*. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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