Unterricht in der Corona-Krise

Fazit nach Schulstart in Baden-Württemberg: Immer mehr Klassen im Fernunterricht

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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An allen Schulen in Baden-Württemberg findet ein flächendeckender Präsenzunterricht statt. Doch erste Klassen sind schon wieder im Fernunterricht.

  • In Baden-Württemberg sind (Stand: 28. September 2020) 273 Schulklassen wegen Fällen einer Coronavirus-Infektion nicht im Präsenzunterricht.
  • In Baden-Württemberg sind (Stand: 28. September 2020) drei Schulen wegen Fällen einer Coronavirus-Infektion vollständig geschlossen.
  • Zum Vergleich: In Baden-Württemberg gibt es laut Kultusministerium an öffentlichen Schulen circa 67.000 Klassen und etwa 4.500 Lehrkräfte.

Seit 14. September können die Schüler in Baden-Württemberg in ihrer Schule wieder einen flächendeckenden Präsenzunterricht besuchen. Darauf hatten sich Eltern, Lehrer und Politik verständigt. Doch aktuell steigt die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Baden-Württemberg wieder an. Und Experten prognostizieren, dass es bald zu noch mehr Covid-19-Infektionen kommen könnte. Schon jetzt sind erste Schulklassen in Quarantäne und müssen wieder im Fernunterricht lernen. Vorausgegangen waren in allen Fällen eine oder mehrere Coronavirus-Infektionen unter Lehrern oder Schülern.

Hier stellt sich die Frage: Wie lange kann das noch gut gehen? Schon jetzt (Stand: 28. September 2020) sind an 183 Schulstandorten in Baden-Württemberg insgesamt 273 Klassen vorübergehend im Fernunterricht. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg gibt es circa 67.500 Schulklassen und etwa 4.500 Schulen. In der Relation dazu sind die 273 Schulklassen im Fernunterricht eine überschaubare Zahl. Aber die Zahlen sind eben nur eine Momentaufnahme. Keiner kann sagen, wie die Situation in ein paar Wochen aussieht. Bekannt ist nur, dass die Infektionszahlen in Baden-Württemberg wieder steigen.  

Baden-Württemberg: Erste Schulklassen wieder im Fernunterricht

Und wenn ein einziger Schüler oder Lehrer in Baden-Württemberg positiv auf das Coronavirus getestet wird, müssen eben alle möglichen Kontaktpersonen erst mal zu Hause bleiben. Wenn also die Zahl der Neuinfektionen steigt, könnte es logischerweise auch zu einer steigenden Zahl von Schulklassen im Fernunterricht kommen. Alle Schüler, beziehungsweise Eltern können übrigens selbst entscheiden, ob der Schüler am Präsenzunterricht teilnimmt oder nicht. Geht der betroffene Schüler nicht zum Präsenzunterricht in die Schule vor Ort, muss er weiterhin von zu Hause im Fernunterricht lernen.

Die gute Nachricht ist: Aktuell sind weniger als ein Prozent der Schüler von Baden-Württemberg im dauerhaften Fernunterricht. Allerdings wurden die Zahlen schon im Juli erhoben. Das heißt: Die Anzahl der Schüler im dauerhaften Fernunterricht kann mittlerweile wieder gestiegen sein, weil sich die Eltern beispielsweise im Nachhinein anders entschieden haben. „Die nächste Erhebung der Schülerzahlen findet Anfang Oktober statt“, erklärt ein Sprecher des Kultusministeriums auf echo24.de-Anfrage. Auch Lehrer in Baden-Württemberg können sich per Attest vom Präsenzunterricht befreien lassen.

Baden-Württemberg: Lehrer nicht im Präsenzunterricht

Auch Lehrer in Baden-Württemberg können sich per Attest vom Präsenzunterricht befreien lassen. Wie viele sind das? (Symbolfoto).

Das ist möglich, wenn die Lehrkraft zur Risikogruppe in der Coronavirus-Pandemie gehört oder schwanger ist. Laut Kultusministerium sind (Stand: 10. Juli 2020) sechs Prozent der Lehrkräfte in Baden-Württemberg nicht im Präsenzunterricht. In Baden-Württemberg gibt es insgesamt circa 117.000 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen. Somit ist der Anteil der Lehrer im Homeoffice vergleichsweise gering. Auch die Zahl der Lehrkräfte im dauerhaften Homeoffice wird im Oktober nochmals neu erhoben. Somit ist auch diese Zahl der Lehrkräfte im Homeoffice mit ziemlicher Vorsicht zu genießen.

Zumal schwangere Lehrerinnen in Baden-Württemberg selbst entscheiden, ob sie zum Präsenzunterricht in die Schule kommen oder nicht. Mehrere Anfragen von echo24.de an Schulen in Baden-Württemberg zeigen: Fast alle schwangeren Lehrkräfte kommen zum Präsenzunterricht in die Schule. Und selbst, wenn ein Lehrer nicht zum Präsenzunterricht kommt, muss er von zu Hause aus weiter arbeiten. „An meiner Schule unterstützen die Lehrkräfte im Homeoffice ihre Schüler und Kollegen vor Ort so gut sie können“, erklärt Melanie Haußmann, Rektorin der Heinrich-von-Kleist-Ralschule in Heilbronn.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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