Coronavirus in Baden-Württemberg

Regel-Hammer für Schulen: Wieder Änderung für Schüler

Um den Präsenzunterricht auch unter Corona-Bedingungen weiterführen zu können, hat die Baden-Württembergische Regierung sich etwas einfallen lassen. (Symbolbild)
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Um den Präsenzunterricht auch unter Corona-Bedingungen weiterführen zu können, hat die Baden-Württembergische Regierung sich etwas einfallen lassen. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Masken, Abstand, Tests - der Schulalltag unter Corona-Bedingungen ist oft anstrengend. Doch während eine Maßnahme gelockert wird, werden andere verlängert...

Präsenzunterricht - er ist für das Baden-Württembergische Kultusministerium derzeit eins der höchsten Güter. Um sicherzustellen, dass Schüler auch während der Corona-Pandemie und trotz gestiegener Inzidenzen im Südwesten jeden Tag zum Unterricht in die Schulen kommen können, arbeitet die grün-schwarze Regierung ununterbrochen an Konzepten. Jetzt ist eine Neuerung beschlossen worden.

Bisher war das Sozialministerium Baden-Württemberg davon ausgegangen, Schüler und Lehrer müssten bis zum Beginn der Herbstferien Ende Oktober kontinuierlich getestet werden - danach sollte diese Regelung wegfallen. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa jetzt allerdings berichtet, hat die Regierung am Mittwoch (6. Oktober) nun ihre Meinung geändert. Bis Weihnachten sollen ungeimpfte Kinder und Jugendliche nun dreimal die Woche mithilfe eines Corona-Schnelltests auf das Virus getestet werden. Bei PCR-Tests reichen demnach zwei pro Woche. Diese Regel gilt allerdings nicht für Geimpfte und Genesene.

Corona: Schule in Baden-Württemberg - so sollen die neuen Testregeln aussehen

Mithilfe der Tests will das Sozialministerium nun bewirken, dass „unkontrollierte Ausbruchsgeschehen verhindert und ein dauerhafter Präsenzbetrieb gewährleistet werden.“ Dazu sollen weitere Gelder in Höhe von 65 Millionen Euro veranschlagt werden. Der Grund für diese teure Änderung ist laut Sozialminister Manne Lucha ein ganz Einfacher. Es dauere noch, bis es in der Bevölkerung einen umfassenden Impfschutz gebe. Diese Zeit soll somit noch eine Weile überbrückt werden. Denn für unter Zwölfjährige gibt es bisher keine Impfempfehlung - die Empfehlung für ältere Kinder und Jugendliche gilt erst seit wenigen Wochen.

Das Ministerium will allerdings nicht nur die Schüler regelmäßigen Tests unterziehen, sondern auch ungeimpfte Beschäftigte in Schulen und Kitas sollen bis Jahresende weiterhin täglich getestet werden. Zusätzlich sollen Schüler fünf Tage lang kontinuierlich getestet werden, falls in ihrer Schulklasse ein Corona-Fall auftritt. Bei Infektionen in einer Kita sollen alle anderen Kinder lediglich ein Mal vor der Rückkehr getestet werden.

Corona: Schule in Baden-Württemberg - Lehrerverband mit scharfer Kritik

Der Lehrerverband kritisiert die Weiterführung der Teststrategie - allerdings nur deshalb, weil die Lehrkräfte durch die Testungen erheblich mehr Aufwand haben. Thomas Speck, der Vorsitzende des Verbands der Berufsschullehrer, sagte dazu, er befürchte, „dass Schulleitungen und Lehrkräfte nicht mehr lange durchhalten“, das Personal müsse zusätzlich viele Dinge tun, für die Lehrer nicht ausgebildet seien. Außerdem gehe für die Coronatests in den Klassen oft wertvolle Unterrichtszeit verloren. Er fordert externe Testteams an den Schulen.

Dennoch gibt es auch einen kleinen Lichtblick für Schüler und Lehrer - vergangene Woche hat das Kultusministerium Baden-Württemberg mitgeteilt, dass ab 18. Oktober die Maskenpflicht in den Schulen gelockert wird. Dann müssen Kinder und Jugendliche an ihrem Platz keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Allerdings ist diese Regelung erstmal nur auf Bewährung: falls sich die Corona-Lage dramatisch zuspitzen sollte, so erklärt Kultusministerin Theresa Schopper, will das Land die Vorgaben wieder verschärfen.

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