Eltern gegen Präsenzunterricht ganzer Klassen

Präsenzunterricht stoppen: Hammer-Forderung der Eltern in BaWü

Kinder mit Maske im Schulunterricht. (Symbolbild)
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Am Montag sollen in Baden-Württemberg die Fünft- und Sechstklässler komplett zurück in den Präsenzunterricht kommen. Viele Eltern sind dagegen! (Symbolbild)
  • vonChristina Rosenberger
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Am Montag sollen in Baden-Württemberg die Fünft- und Sechstklässler komplett zurück in den Präsenzunterricht kommen. Die Eltern sind alarmiert:

Zurück in die Schule: Das klingt auf den ersten Blick nach Monaten des Lockdowns nach einer enormen Erleichterung. Ab kommender Woche sollen die fünften und sechsten Klassen aller weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg zum Lernen wieder in die Klassenzimmer kommen - Präsenzunterricht für alle! Der Landeselternverband Baden-Württemberg (LBE) hat sich jetzt mit einer eigenen Umfrage unter 120.000 Eltern gegen dieses Prinzip ausgesprochen.

Konkret wünschen sich gut 60 Prozent aller befragten Eltern bei Inzidenzwerten unter 50 Wechselunterricht. Deshalb forderte der LBE am Donnerstag, 11. März, von der Landesregierung Baden-Württembergs: „Beenden Sie das Schulchaos sofort und hören Sie auf, Schulen und Eltern mit sich fast täglich widersprechenden Informationen zu verunsichern!“

Mit diesen deutlichen Worten will der Landeselternbeirat darauf aufmerksam machen, dass es unter den völlig unterschiedlichen Voraussetzungen für die Schulen wieder in den Präsenzunterricht gehen soll. Unter anderem sieht das Kultusministerium kein förmliches Abstandsgebot vor. Das heißt: Die Schulen sollen zwar dafür sorgen, dass die Kinder von Montag an im Präsenzunterricht den nötigen coronabedingten Abstand von anderthalb Metern einhalten, es gibt dafür allerdings keine bindende Verordnung.

Präsenzunterricht ab Montag: Kein Abstandsgebot für Schulen

Auch der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE) sieht das ähnlich. Am Donnerstag bat er das Land in einer Mitteilung, die Öffnungspläne für die Grundschulen und die fünften und sechsten Klassen noch ein Mal zu überdenken. Grund: In den letzten Tagen seien die Inzidenzen wieder kontinuierlich gestiegen. Auch die Stadt Heilbronn nähert sich wieder einem Grenzwert. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und führende Virologen sehen uns sogar schon mitten in der dritten Welle.

Eine Forderung nach Maskenpflicht im Unterricht wird immer lauter: Insbesondere Grundschuleltern wollen laut Landeselternbeirat mehrheitlich, dass ihre Kinder in den Klassenzimmern einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Bei allen weiterführenden Schulen fordern die Eltern in der Mehrheit sogar mindestens OP-Masken. Auch wenn es hier keine Verordnung auf Landesebene gibt, hat zumindest die Stadt Stuttgart am Mittwoch empfohlen, dass auch Grundschüler eine Maske tragen sollten.

Präsenzunterricht ab Montag: Zwei Corona-Schnelltests pro Woche geplant

Immerhin: Inzwischen hat sich die Landesregierung offenbar darauf geeinigt, wie in den Klassen Fünf und Sechs getestet wird: Zweimal pro Woche sollen Kinder und Lehrkräfte künftig getestet werden. Allerdings sollen sich die Eltern laut Landesregierung selbst darum kümmern, dass sich ihre Kinder auf Corona testen lassen – bei Apotheken, Hausärzten oder kommunalen Anlaufstellen. Erst nach den Osterferien soll es an den Schulen direkt flächendeckende Testzentren geben.

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