Corona-Regeln für Schulen in Baden-Württemberg

Nach Schulstart in BaWü: Kind hat Symptome - wann muss es zuhause bleiben?

  • vonIsabel Ruf
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Die Schüler in Baden-Württemberg kehren aus den Sommerferien zurück. Für Eltern stellen sich verschiedene Fragen: Was passiert bei einer Corona-Infektion? Wann muss das Kind zu Hause bleiben?

  • Am 14. September kehren Schüler in Baden-Württemberg aus den Sommerferien zurück.
  • Die Corona-Pandemie überschattet dabei den Alltag an den Schulen.
  • Was passiert bei einem Corona-Verdacht oder einer Infektion? Wann müssen Kinder zu Hause bleiben? Ein Überblick.

Schulstart Baden-Württemberg: Verdacht auf Corona? Darauf müssen Eltern achten

Nach über sechs Wochen kehren die Schüler in Baden-Württemberg am Montag, 14. September, aus den Sommerferien zurück in ihre Klassenzimmer. Schon jetzt ist klar: Das Schuljahr wird angesichts der Corona-Pandemie anders sein. Aber obwohl die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg laut echo24.de* weiter steigt, startet in den Schulen der Präsenzunterricht.

Informationen dazu, welche Corona-Regeln nach den Sommerferien in Baden-Württemberg gelten, sind bereits bekannt. Aber was passiert, wenn es einen Corona-Verdacht an einer Schule gibt? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, wenn sich tatsächlich ein Schüler oder Lehrer infiziert? Und wie sollten Eltern reagieren, bei deren Kind Covid-19 typische Symptome auftreten?

Corona-ähnliche Symptome: Wann darf das Kind nicht in die Schule?

Kinder, die eindeutig krank sind, bleiben zu Hause – wie bereits vor Corona-Zeiten. Aber wie sieht es aus bei einem einfachen Schnupfen, Halsschmerzen oder gar Fieber? Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg gibt Eltern genaue Richtlinien zur Hand bei der Frage, ob das Kind bei bestimmten Symptomen in die Schule darf oder nicht.

Grundsätzlich gilt: Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen sowie ein leichter oder gelegentlicher Husten oder Halskratzen sind keine Gründe, um vom Unterricht ausgeschlossen zu werden. Anders ist es, wenn eines der folgenden Symptome vorliegt:

  • Fieber über 38,0 Grad Celsius
  • Trockener Husten (nicht durch beispielsweise Asthma verursacht)
  • Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns (nicht als Begleitsymptom eines Schnupfens)

Sollte eines dieser Symptome akut auftreten und nicht mit einer bekannten chronischen Erkrankung zusammenhängen, müssen Eltern handeln. Sie entscheiden dann – je nach dem Zustand des Sohnes oder der Tochter – ob die Meinung eines Arztes benötigt wird. Wichtig dabei: zunächst telefonisch anmelden! Ohne Arzt-Besuch muss das Kind oder der Jugendliche mindestens einen Tag fieberfrei und „in gutem Allgemeinzustand“ sein, ehe es zurück in die Schule geht.

Schule in Baden-Württemberg während der Pandemie: Arzt entscheidet über Corona-Test

Geht es für den Schüler zum Arzt, entscheidet dieser darüber, ob ein Corona-Test angebracht ist. Wird kein Test durchgeführt, gelten dieselben Regeln wie ohne Arztbesuch. Nach einem Test hingegen bleiben die Jugendlichen, bis das Ergebnis vorliegt, zu Hause. Selbst wenn der Test negativ ausfällt, muss das Kind mindestens einen Tag fieberfrei und in gutem Zustand sein, ehe es wieder zur Schule geht. Ist das Testergebnis positiv, darf der Schüler frühestens nach zehn Tagen zurück in die Schule und muss mindestens 48 Stunden symptomfrei sein.

Gehen Eltern bei Symptomen mit ihrem Kind zum Arzt, entscheidet dieser, ob ein Corona-Test durchgeführt wird. (Symbolbild)

Es ist kein ärztliches Attest oder ein negatives Testergebnis notwendig, ehe Eltern ihre Kinder wieder in die Schule schicken. Das stellt das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg klar. Hält die Schule so ein Attest allerdings für erforderlich, können sich die Verantwortlichen von den Eltern eine schriftliche Bestätigung vorlegen lassen, dass der Schul-Besuch wieder möglich ist. Wenn die Schüler während des Unterrichts plötzlich Symptome zeigen, können die Verantwortlichen der Schule eine Abholung veranlassen. Gesunde Geschwister dürfen aber weiter in die Schule, sofern das Gesundheitsamt keine Quarantäne verordnet hat.

Vor dem Schulbesuch des Kindes müssen die Erziehungsberechtigten übrigens eine entsprechende Erklärung unterzeichnen, dass sie den Schulbesuch beenden, wenn die genannten Ausschlussgründe vorliegen.

Schulen in Baden-Württemberg: Vorgehen bei einem Corona-Verdacht

Sollten Schüler, Lehrer oder andere Beschäftigte an einer Schule typische Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2 – also Fieber, trockenen Husten oder Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns – zeigen, werden sie vom Schul-Betrieb ausgeschlossen. Gleiches gilt für Personen, die Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten und seit dem letzten Kontakt noch nicht 14 Tage vergangen sind.

Wie SWR.de berichtet, müssen die Verantwortlichen der Schulleitung bei einem Verdachtsfall das zuständige Gesundheitsamt informieren. Diese Meldepflicht ist bei Schulen besonders wichtig, um frühzeitig Ausbrüche von Covid-19 zu erkennen und Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Gruppen einzuleiten. Das teilt das Robert-Koch-Institut mit. Das Gesundheitsamt informiert im Anschluss über die weiteren erforderlichen Schritte und Infektionsschutzmaßnahmen.

Im Fall einer bestätigten Corona-Infektion: Maßnahmen an Schulen in Baden-Württemberg

Prinzipiell sollen an Schulen feste Lerngruppen gebildet werden, dass sich im Falle einer Infektion die Quarantäne-Maßnahmen nicht auf die komplette Klasse oder gar die gesamte Schule auswirken. Sollte ein Schüler oder eine Lehrkraft infiziert sein, gilt umgehend ein Ausschluss sowie ein Betretungsverbot für die betroffene Person.

Zudem wird sofort Kontakt zum Gesundheitsamt aufgenommen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Diese Meldepflicht ist im Infektionsschutzgesetz festgelegt. Die Verantwortlichen an der Schule müssen außerdem Namens- und Adresslisten der möglicherweise betroffenen Personen vorbereiten. Darin sind die Schüler, Lehrer, Erziehungsberechtigten sowie weitere an der Schule tätige Personen aufgeführt. Auf Grundlage dieser Liste ermittelt das zuständige Gesundheitsamt dann die Kontaktpersonen.

Diese Kontaktpersonen werden von den Behörden im Anschluss kategorisiert. Enge Kontaktpersonen (Kategorie 1) werden – unabhängig davon, ob sie Symptome zeigen – auf SARS-CoV-2 untersucht und sie müssen für 14 Tage in Quarantäne. Alle übrigen Personen, egal ob Mitschüler oder Lehrkräfte, können sich freiwillig testen lassen – auch wenn sie keine Symptome aufweisen! Das gilt auch unabhängig davon, ob sie unmittelbar Kontakt zu der infizierten Person hatten. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

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