Schlittenfahrer und Rodler verunglücken häufig

Wegen ungewöhnlicher Unfälle! Bergwacht wird derzeit in Atem gehalten

  • Julia Thielen
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Die Bergwacht in Baden-Württemberg ist mit zahlreichen Unfällen konfrontiert. Im Corona-Winter sind diese fordernder als gewohnt.

Die Bergwachten in Baden-Württemberg haben in den letzten Wochen alle Hände voll zu tun. Manchmal mehrfach am Tag wurden die ehrenamtlichen Helfer gerufen, um verunglückte Personen aus misslichen Lagen zu befreien. Doch auch wenn die Unfälle ungewöhnlicher als in anderen Jahren sein mögen - die Retter sind bestens vorbereitet, wie echo24.de* berichtet.

Baden-Württemberg: Zahlreiche Schlittenunfälle - Bergwacht in Atem gehalten

„Familienvater verletzt sich beim Schlittenfahren“, „Schlittenfahrer fährt gegen Baum“ oder „Kinder beim Rodeln verunglückt“ - die Einsätze der Bergwacht Württemberg allein vom 10. Januar lassen ein Muster bei den Unfällen erkennen.

Bergwacht in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg kümmern sich die Bergwacht Württemberg und die Bergwacht Schwarzwald unter anderem um Einsätze in unwegsamem Gelände. Im Winter liegt der Schwerpunkt nach Unfällen auf der Rettung von verunglückten Ski- und Schlittenfahrern sowie Snowboardern.

„Wir hatten bereits über 30 Einsätze in 2021. Meist Schlittenunfälle“, erklärt Raimund Wimmer, Pressesprecher der Bergwacht Württemberg gegenüber echo24.de. Damit hätten die Retter rund drei Mal häufiger ausrücken müssen als im gleichen Zeitraum 2020. Wimmer: „Die Bergwacht Pfullingen war beispielsweise seit Neujahr jeden Tag im Einsatz.“

Schlittenunfälle: Bergwachten Württemberg und Schwarzwald in Atem gehalten

Im Corona-Winter seien die Menschen laut Bergwacht Württemberg häufiger mit dem Schlitten unterwegs. „Die Lifte sind geschlossen“, sagt Wimmer, „da weichen die Leute aufs Rodeln aus“. Unfälle lassen sich dann nicht vermeiden.

Beim aktuellen schneereichen Winter* zieht es zahlreiche Menschen hinaus in die Natur. Am Stocksberg* bei Heilbronn und im Nordschwarzwald hatte es zuletzt mehrfach chaotische Verhältnisse wegen Überfüllung* gegeben. Die Polizei musste hart gegen Schnee-Touristen und Tagesausflügler durchgreifen.

Schlittenunfälle in Baden-Württemberg: „Acht geben und Gefahr nicht unterschätzen“

„Die Leute fahren dann über einen Hubbel - und schon ist es passiert“, erklärt Raimund Wimmer. Die Liste der nach dem Schlittenfahren Verletzten ist mittlerweile lang. So verzeichnete die Bergwacht Württemberg nach Unfällen unter anderem schwere Gesichtsverletzungen bei einem Kind, eine Sprunggelenksverletzung bei einem Familienvater und Rückenschäden bei zwei Frauen.

Die Bergwacht Württemberg muss in diesem Winter vermehrt zu Einsätzen ausrücken.

Auf Facebook bat die Bergwacht Pfullingen deshalb bereits „alle Personen, welche es verständlicherweise zu Wintersport und Outdoor-Aktivität in die Höhenlagen der (schwäbischen, Anm. d. Red.) Alb zieht, Acht zu geben und die Gefahren dabei nicht zu unterschätzen.“

Baden-Württemberg: Viele Schlittenunfälle im Corona-Winter

Ein bisschen anders sieht es bei der Bergwacht Schwarzwald aus. Hier sei die Einsatzzahl aufgrund der Corona-Maßnahmen eher niedriger, als in anderen Jahren. Lediglich im Nordschwarzwald sei vielleicht mehr zu tun. „Aber die Einsätze sind personalintensiver und schwieriger“, erklärt Judith Joos, Pressesprecherin der Bergwacht Schwarzwald, auf echo24.de-Anfrage. Grund sei, dass die Retter oft länger bräuchten, um zu den Verletzten zu gelangen, da die Pisten geschlossen seien. Zu Abfahrern würden die Helfer sonst schneller gekommen.

Doch auch, wenn in diesem Winter auf die ein oder andere Art mehr zu tun ist - die Bergwacht in Baden-Württemberg ist gut aufgestellt. „Wir haben uns in der Corona-Zeit anders aufgestellt“, sagt Wimmer. „Aber wir waren immer in der Lage, zu helfen.“ Dass es noch einmal heftiger werden könnte, als zuletzt glaubt der Pressesprecher nicht. „Die Polizei hat sich mittlerweile ja auch drauf eingestellt.“

Für Rodler, die auch trotz gesperrter Zufahrtsstraßen in der Natur unterwegs sind, hat die Bergwacht Württemberg Verständnis und hilft bei Unfällen kompetent und gerne. „Dafür sind wir ja da“, sagt Wimmer. „Wir sehen da kein schuldhaftes Verhalten der Leute.“ Trotzdem: Spaß haben und umsichtig sein, ist wohl auch im Bezug auf Schlittenfahren derzeit die Devise. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Raimund Wimmer/Bergwacht Württemberg

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