Coronavirus in Baden-Württemberg

Jetzt ist Schluss: BaWü zahlt Millionen für Verdienstausfall durch Quarantäne

Ein Mann sitzt auf einer Fensterbank.
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Die Quarantäne könnte manchen Menschen bald teuer zu stehen kommen.
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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  • Simon Mones
    Simon Mones
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Der Druck auf Ungeimpfte in Baden-Württemberg wächst weiter. Für Verdienstausfälle hatte bisher das Land einen Ausgleich gezahlt. Diese Millionen-Summen fallen weg.

Update 8. September: Jetzt wird‘s ungemütlich für Ungeimpfte. Bereits vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Überarbeitung der Corona-Regelungen in Baden-Württemberg gravierende Auswirkungen haben werden auf Menschen ohne Impfung. Jetzt ist klar welche Summe die Landesregierung für Verdienstausfälle durch Quarantäne bisher auf den Tisch gelegt hat.

Laut SWR sind bisher „mehr  als 74 Millionen Euro Entschädigung an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezahlt, die wegen Quarantäne einen Verdienstausfall hatten“. 193.000 Menschen hatten bis Ende August 2021 in Baden-Württemberg einen Antrag gestellt. Von Selbstständigen kommen dem Bericht nach weiter 6.000 dazu und weitere 7.300 Anträge wegen „Wegfall der Kinderbetreuung“.

Jetzt ist Schluss mit den Mega-Millionen für Verdienstausfälle! Für Ungeimpfte wird es kein Geld mehr geben. Bis zum Stichtag - 15.September - hätte jeder eine Chance gehabt auf eine Corona-Impfung. Und nicht nur Baden-Württemberg hat ordentlich geblecht für die Quarantäne-Ausfälle.

Millionen-Ausgaben der Bundesländer*:

  • Nordrhein-Westfalen 120 Millionen Euro
  • Bayern 83 Millionen Euro
  • Baden-Württemberg 74 Millionen Euro
  • Sachsen 25,1 Millionen Euro
  • Rheinland-Pfalz 15,8 Millionen Euro
  • Bremen 4,7 Millionen Euro

* Angaben nach einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes

Hammer-Folge für Ungeimpfte: Wird Quarantäne bald teuer?

Erstmeldung 2. September: Der Druck auf Menschen, die sich noch nicht gegen das Coronavirus haben impfen lassen, steigt immer weiter. In Baden-Württemberg droht bald eine 2G-Regel, heißt Restaurantbesuche sind dann nur noch für Genesen oder Geimpfte möglich. Zudem wird darüber diskutiert, ob die Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Angestellten abfragen dürfen. Doch das könnte längst nicht die einzigen Folgen bleibe.

Künftig könnte für Ungeimpfte in Baden-Württemberg auch die Entschädigung für einen durch die Quarantäne entstandenen Verdienstausfall wegfallen. Das berichtete der SWR. Bereits ab dem 15. September müssten Ungeimpfte dann damit rechnen, dass ein entsprechender Antrag abgelehnt werde. Denn bis zu diesem Datum habe laut der Landesregierung jeder im Land die Möglichkeit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kein Verdienstausgleich für Ungeimpfte - mit Ausnahmen

„Überall im Land wird unkompliziert geimpft, ob bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, den Betriebsärztinnen und -ärzten, bis Ende September in den Impfzentren oder auch bei den zahlreichen Vor-Ort-Impfaktionen unserer #dranbleibenBW-Kampagne“, betonte der Amtschef des Gesundheitsministeriums, Uwe Lahl. Dieses Vorgehen entspreche auch den Reglungen des Bundesinfektionsschutzgesetzes, wie Lahl, dem SWR erklärte. Dieses sehe keinen Anspruch auf Verdienstausgleich mehr vor, wenn die Quarantäne durch eine Impfung hätte verhindert werden können.

Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sind weiterhin ausgenommen und würden im Falle einer Quarantäne den Verdienstausfall erstattet bekommen. Unterschiede gibt es auch bei Kontaktpersonen, die nicht positiv auf das Coronavirus getestet wurden. So müssen Geimpfte oder Genesene nur noch in Ausnahmefällen in Quarantäne.

Eine dieser Ausnahmen tritt ein, sobald Kontakt mit einer Person bestanden hat, die sich mit einer besorgniserregenden Virusvariante infiziert hat, die in Deutschland noch nicht verbreitet ist. Derzeit wäre das nur bei den Varianten Beta (B.1.351) und Gamma (P1) der Fall.

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