Bundesländerübergreifende Razzia

Unmengen an Waffen und Nazi-Symbolen bei Razzia gefunden: 400 Beamte im Einsatz!

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei die Suche nach einem 31-Jährigen fortgesetzt. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
+
Die Polizei hat am Donnerstag Wohnungen in Bayern und Baden-Württemberg durchsucht. Waffen, Munition und Wehrmachtsuniformen wurden beschlagnahmt. (Symbolbild)
  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
    schließen

Bei einem Polizeigroßeinsatz wurden am Donnerstag Wohnungen in Baden-Württemberg und Bayern, sowie ein Waldstück durchsucht. Dabei wurden Waffen, Munition und verfassungswidrige Symbole beschlagnahmt.  

Baden-Württemberg - Am Donnerstag kam es zu einem spektakulärem und bundesländerübergreifendem Polizeieinsatz. Rund 400 Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Ulm in Kooperation mit den Landeskriminalämtern Baden-Württemberg und Bayern, sowie den Spezialeinsatzkommandos mehrerer Bundesländer waren am Einsatz beteiligt. Der Grund: Bei der Staatsanwaltschaft der Stadt Stuttgart* geführtes Ermittlungsverfahren gegen derzeit 19 Beschuldigte unter anderem wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Was war genau passiert?

Polizeigroßeinsatz in Baden-Württemberg: 17 Wohnungen und Waldstück werden durchsucht

Im Rahmen eines groß angelegten Einsatzes hat die Polizei Baden-Württembergs und Bayerns, an der auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt war, 17 Wohnungen und ein Waldstück nach Beweismitteln durchsucht. Die durchsuchten Objekte befinden sich in München, den Landkreisen Augsburg, Biberach, Esslingen, Günzburg, Kempten, Sigmaringen, Tübingen und Ostallgäu sowie dem Ostalb- und Rems-Murr-Kreis. Der Hintergrund ist ein möglicher Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Hinweis, wonach sich bewaffnete Personen in Wehrmachtsuniformen in einem Gebäude im Landkreis Biberach getroffen haben sollen, wie die Polizei Ulm berichtet. Die daraufhin mit Hochdruck geführten Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben einen Verdacht gegen weitere Personen.

Eine Gruppe hat mit Waffen und in Wehrmachtsuniformen Kriegsszenarien nachgestellt. (Symbolfoto)

Polizeigroßeinsatz in Baden-Württemberg: Unmengen an Waffen - Lkw zum Transport benötigt

Laut Polizei sollen die Tatverdächtigen, bei denen es sich um Männer und Frauen zwischen 27 und 77 Jahren handelt, mit Wehrmachtsuniformen und mit Waffen ausgestattet in einem Waldstück zusammen gekommen sein und unter anderem Kriegsszenarien nachgestellt haben. Ersten Ermittlungen zufolge sollen die Tatverdächtigen weder behördliche Genehmigungen zum Veranstalten dieser Treffen noch zum Führen der Waffen gehabt haben. Es besteht weiterhin der Verdacht, dass die beschlagnahmten Waffen unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen. Außerdem sollen die mutmaßlichen Täter Kleidung mit verfassungsfeindlichen Symbolen getragen haben.

Im Rahmen der Durchsuchungen beschlagnahmten die Ermittler unter anderem Computer, eine Vielzahl an Waffen, Munition, Uniformteile, Fahrzeuge und verfassungsfeindliche Symbole. Die Einsatzkräfte fanden überdies Granaten, für deren Begutachtung Sprengstoffexperten angefordert wurden.

Im Landkreis Sigmaringen sollen sogar zwei Zündkapseln unter Aufsicht der Fachkräfte kontrolliert gesprengt worden sein. Bei einem der Beschuldigten stellten die Ermittler außerdem Betäubungsmittel sicher. In den Landkreisen Esslingen, Sigmaringen und dem Rems-Murr-Kreis stellten die Ermittler eine solche Anzahl an Waffen sicher, dass zu deren Abtransport Lkw benötigt wurden.

Nach Polizeigroßeinsatz in Baden-Württemberg und Bayern: Tatverdächtige auf freien Fuß

Wie die Polizei Ulm weiterhin mitteilte, sollen Sachverständige nun klären, ob die sichergestellten Waffen echt sind oder ob es sich um sogenannte Anscheinswaffen handelt. Aufgrund der Vielzahl an Beweismitteln dauern die Durchsuchungsmaßnahmen an. Und auch die Auswertung der sichergestellten Gegenstände wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Tatverdächtigen kamen vorerst wieder auf freien Fuß.

Am Mittwochabend musste die Polizei Stuttgart auch einen mutmaßlichen Tatverdächtigen wieder laufen lassen. Der Täter soll eine Frau erpresst haben - aus einem unfassbaren Grund, wie echo24.de* berichtet. *echo24.de Teil der Ippen-Digital-Netzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren