Corona-Variante immer häufiger nachgewiesen

Corona in BaWü: Omikron bald dominierende Variante – Experte warnt

  • Julia Thielen
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In Baden-Württemberg mehren sich die registrierten Corona-Infektionen mit Omikron. Experten gehen davon aus, dass es schon bald die dominierende Variante sein wird.

Update, 26.12.2021: Die Zahl der Ansteckungen mit der neuen Corona-Virusvariante Omikron nimmt deutlich zu und könnte bereits Anfang Januar für den Großteil der Infektionen in Baden-Württemberg verantwortlich sein. Dies sagte der Leiter des Referats für Gesundheitsschutz und Epidemiologie beim Landesgesundheitsamt, Stefan Brockmann, der Deutschen Presse-Agentur.

„Wie hoch die Fallzahlen sein werden, wenn Omikron zur dominierenden Variante geworden ist, ist dagegen viel schwerer zu sagen“, erklärte der Epidemiologe. Dazu habe man keine konkreten Hochrechnungen für das Land. Man werde jedoch mit deutlich höheren Fallzahlen rechnen müssen. Das Robert-Koch-Institut hatte im letzten Wochenbericht vom 23. Dezember zwar von stark steigenden Fallzahlen gesprochen, aber auch angedeutet, dass bei Geimpften und Genesenen bislang eher milde Verläufe auftreten würden.

Baden-Württemberg: Omikron laut Experte bald dominierende Variante

Der Anstieg der Infektionen hängt laut Brockmann auch von den bis dahin ergriffenen Maßnahmen und der Impfquote im Südwesten ab.

Zwischen Weihnachten und Neujahr rechnet der Experte aber zunächst mit einem weiteren Rückgang der gemeldeten Fälle - und mit einem stärkeren Meldeverzug. Auch die Auslastung der Krankenhäuser und speziell der Intensivstationen werde zunächst weiter fallen, sagte Brockmann. „Doch dieser Trend wird sich im Januar wieder drehen und wir werden dann noch immer ein höheres Niveau an Bettenbelegung haben, als wir es gerne hätten.“ Eine Phase der Erholung, wie in vorigen Wellen, wird es laut Brockmann nicht geben.

Auch wenn der genaue Anstieg der Fallzahlen für den Südwesten schwer vorauszusagen sei, wisse man durch Modellierungen sehr genau, wie die Entwicklung sein werde. „Die Richtung ist klar und auch der zeitliche Verlauf ist angezeigt“, sagte der Mediziner.

Baden-Württemberg: Auch bei Omikron Impfen weiter bestes Mittel

Entscheidend für den weiteren Verlauf der Pandemie ist demnach vor allem die Impfquote. Und diese sei nicht so hoch, wie man sie gerne hätte, sagte Brockmann. Hoffnung macht dem Epidemiologen die hohe Zahl der Auffrischimpfungen in Baden-Württemberg. Innerhalb kurzer Zeit habe man eine gute Booster-Impfquote im Land erreicht. „Das wird uns in den kommenden Wochen helfen und mit entscheidend dafür sein, wie sich die Zahl der Krankenhauseinweisungen entwickelt“, sagte Brockmann.

Omikron breitet sich in Baden-Württemberg aus: So viele Fälle gibt es schon

Erstmeldung, 23.12. 2021: Die Corona-Lage in Baden-Württemberg scheint sich ein wenig zu entspannen. Am Mittwoch konnte das Landesgesundheitsamt abermals gesunkene Zahlen im Südwesten vermelden. Doch Experten sorgen sich, dass dieser Zustand nur von kurzer Dauer sein könnte. Schuld daran ist die noch recht neu entdeckte Corona-Mutation Omikron. Sie breitet sich auch hierzulande weiter aus.

Bislang wurden nach Angaben des Landesgesundheitsamtes 346 Fälle der neuen Variante an die Behörde übermittelt - das sind 146 mehr als am Tag zuvor. Unklar ist aber, wie viele dieser Fälle über eine Genomsequenzierung nachgewiesen wurden. Zudem sind viele Daten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) überwiegend ein bis zwei Wochen alt sind. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Mittwoch (Stand: 16.00 Uhr) in Baden-Württemberg bei 291,0 nach 306,7 am Vortag und 403,4 vor einer Woche.

Baden-Württemberg: Omikron breitet sich aus – so viele Fälle bislang

Angesichts von Omikron rechnet das RKI als Deutschlands oberste Seuchenbehörde mit einer Infektionswelle noch nicht gesehener Dynamik. Rückläufige Inzidenzen seien noch kein Zeichen für eine Entspannung, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch. Zuletzt hatte auch der Expertenrat der Bundesregierung vor einer „explosionsartigen“ Verbreitung der Variante gewarnt. In Baden-Württemberg reagierte die Landesregierung bereits mit verschärften Regeln auch für Geimpfte und Genesene.

Wie der MDR mit Bezug auf erste Daten der globalen Initiative zur gemeinsamen Nutzung aller Influenza- und Corona-Daten (GISAID) berichtete, besteht immerhin die Möglichkeit, dass Omikron bereits jetzt einen Großteil der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ausmacht. Überprüfen lässt sich das aktuell aber nicht. Die Genomsequenzierung dauert. Die Fallzahlen beziehen sich deshalb oft auf einen früheren Zeitraum.

Omikron in Baden-Württemberg: Im Januar wohl dominierende Variante

Die definitiv nachgewiesenen Fälle sind in Deutschland aktuell noch vergleichsweise wenige. In unseren Nachbarländern zeigt sich bereits ein ganz anderes Bild. Experten gehen davon aus, dass auch bundesweit Omikron im Januar die dominierende Variante bei den Neuansteckungen sein wird.

Bei Tests wird immer häufiger die Corona-Variante Omikron nachgewiesen.

Omikron gilt als ansteckender als andere Varianten. Noch ist nicht endgültig klar, wie effektiv die Corona-Impfungen gegen die Mutation sind. Mehrere Deutsche, die schon eine Booster-Impfung hatten, hatten sich in Südafrika mit Omikron angesteckt.

Rubriklistenbild: © Robin Utrecht/dpa

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