Infektionszahlen in Baden-Württemberg zu hoch

Schulstart nach den Osterferien in BaWü: So geht‘s weiter mit den Öffnungen

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  • Violetta Sadri
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Corona und Schule: Kretschmann wollte nach den Osterferien Präsenzunterricht in Baden-Württemberg. Die aktuellen Infektionszahlen scheinen das nicht zuzulassen. 

Update vom 2. April: Jetzt stehen die Osterferien erst einmal an. Doch wie geht es weiter mit Schulen in Baden-Württemberg. Immerhin greift in vielen Stadt- und Landkreisen schon die Notbremse aufgrund der steigenden Zahlen. Das Land hat jetzt einen Plan. Ab dem 12. April bis zum 16. April soll es lediglich Fernunterricht geben, teilte das Kultusministerium am Freitagabend mit. Geöffnet bleiben Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren. Bei den Schülern der Abschlussklassen soll teilweise Präsenzunterricht stattfinden. Eine Pflicht besteht jedoch nicht.

Für Schülerinnen und Schüler bis zu 7. Klasse werde eine Notbetreuung eingerichtet. Ab dem 19. April könnte dann, je nach Lage und Infektionsgeschehen, der Wechselunterricht wieder aufgenommen werden. Damit verbunden, könnte es dann auch eine Testpflicht für alle die am Präsenzunterricht teilnehmen, geben. Vertreter von Schülern, Lehrern und Eltern waren sich einig, dass Wechselunterricht nur möglich ist, wenn eine 7-Tage Inzidenz zwischen 50 und 100 besteht. So empfiehlt es auch das Robert-Koch-Institut. Die Regierung riet dazu, Schulen erst ab einer Inzidenz von über 200 zu schließen.

Grund für diese Entscheidung, sind die aggressiven Corona-Mutation, die derzeit besonders unter Kindern sich weiterverbreiten. Zuvor waren viele Kinder und Jugendliche von Mitte Dezember bis Mitte März nicht in der Schule gewesen. Grundschüler waren die Ersten, die mit dem Wechselunterricht Mitte Februar starteten. Im März durften dann auch die fünften und sechsten Klassen wieder im Wechsel unterrichtet werden.

Nach Ankündigung von Kretschmann: Schulöffnungen doch wieder ausgesetzt

Update, 30. März: Hätte, wäre, wenn - eigentlich hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Plan gehabt, die Schulen im Land nach den Osterferien mit Wechselunterrichtsmodellen wieder zu öffnen. Aber: Die Infektionszahlen steigen schnell und die Mutationen breiten sich weiter aus und scheinen besonders gefährlich für Kinder zu sein. Deshalb hat der Politiker die Pläne erstmal auf Eis gelegt.

Schulöffnungen in Baden-Württemberg noch nicht sicher - Zahlen zu hoch

„Bei einem Spitzengespräch mit Schüler-, Eltern- und Lehrerverbänden am Montag legte er sich noch nicht fest, wann es mit dem geplanten Wechselunterricht für alle losgehen kann“, berichtet die dpa. Auf Unmut stieß demnach, dass er bei der Videokonferenz sagte, es sei aufgrund der Ferien bis zum 11. April noch Zeit. Eine Sprecherin sagte, man müsse „Auf Sicht fahren“. Planungssicherheit? Fehlt Schulleitungen und Lehrern in diesem Fall erneut.

Zuletzt hatte Kretschmann am vergangenen Mittwoch im Landtag angekündigt, dass nach den Osterferien alle Schülerinnen und Schüler perspektivisch wieder in die Schulen zurückkehren sollen - allerdings nur abwechselnd und getestet. Wegen der schnellen Verbreitung der Corona-Mutante, die auch durch Kinder und Jugendliche weitergetragen wird, wurden diese Pläne aber wieder gebremst. „Zunächst muss sich die pandemische Lage wieder stabilisieren“, hieß es.

Einig waren sich Vertreter von Schülern, Eltern und Lehrkräften trotzdem: Wechselunterricht kann es nur geben, wenn die Zahl der Neuinfektionen zwischen 50 und 100 auf 100.000 Einwohner in einer Woche liegt. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt bei einer höheren Inzidenz, die Schulen geschlossen zu lassen und Fernunterricht anzubieten.

Baden-Württemberg: Tests spielen für Schulöffnungen eine zunehmende Rolle

Die Regierung scheint das anders zu sehen: Sie vertritt den Standpunkt, dass in Hotspots erst mit einer Inzidenz von über 200 die Schulen geschlossen werden müssten. Im dpa-Bericht heißt es: „Der Verband der Realschullehrer forderte das Land nach dem Treffen auf, transparente Grenzwerte herauszugeben.“

Klar sei, dass Tests eine zunehmende Rolle spielen und auch Wechselunterricht nur durchgeführt werden solle, wenn mindestens zweimal pro Woche Tests möglich seien. Bedeutet: Nur Schüler, die sich testen lassen, dürfen am Präsenzunterricht teilnehme. Für alle andere könne es nur Fernunterricht geben. Die Regierung will diese Woche noch entsprechende Pläne für eine „Testpflicht“ auf den Weg bringen.

In Baden-Württemberg sind viele Kinder und Jugendliche seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. Die Grundschulen hatten Mitte Februar wieder mit Wechselunterricht begonnen, seitdem sind auch die Abschlussklassen teils wieder an den Schulen. Seit 15. März sind die Grundschulen im Regelbetrieb. Auch die 5. und 6. Klassen sind zurückgekehrt, können aber im Wechsel unterrichtet werden.

Riesen-Ankündigung von Kretschmann: Wechselunterricht nach Ostern?

Meldung von 26. März: Die Corona-Inzidenzen steigen - stetig klettern die Zahlen seit Wochen wieder aufwärts - und das, obwohl die Schulen zum großen Teil noch immer geschlossen sind. Trotzdem hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann jetzt angekündigt, alle Klassen nach den Osterferien schrittweise wieder zurück in den Präsenzunterricht holen zu wollen.

Dazu soll es einen Stufenplan geben, wonach Stadt- und Landkreise jede Woche - je nach Zahl der Neuinfektionen - über die Art des Unterrichts entscheiden können. Voraussetzung ist dafür laut Landesregierung, dass alle Lehrkräfte, aber auch die Schülerinnen und Schüler zweimal die Woche getestet würden. Die Möglichkeiten dafür soll es nach den Ferien weitgehend geben. Wie auch bw24.de* berichtet, kündigte Kretschmann im Landtag in Stuttgart an, sich kommende Woche mit Eltern, Lehrern und Schulleitern zusammensetzen zu wollen. Er betonte, „Wenn wir möglichst viel Präsenz ermöglichen wollen, brauchen wir eine hohe Teilnahmequote an den Tests.“

Corona und Schule: Kretschmann will nach Osterferien zurück in Präsenzunterricht und hat einen Plan

Wenn nötig, müsse sogar eine Testpflicht her, wie es sie schon in Sachsen gibt. „Das loten wir rechtlich aus.“ Und Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa, es müsse einen Stufenplan geben, um es allen Kindern zu ermöglichen, nach Ostern zumindest für einige Tage in der Woche Präsenzunterricht zu bekommen. Auch er betonte, dass immer von der 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Stadt- oder Landkreis abhänge, ob die Schüler im Hybridunterricht, im Wechselunterricht oder in vollständiger Präsenz unterrichtet werden.

Eine krasse Ausnahme gibt es laut Schwarz allerdings: In Hotspots mit einer Inzidenz von über 200 sollen die Schulen geschlossen werden. Diesen Wert hat zumindest der Hohenlohekreis bereits überschritten. Hier liegt die Inzidenz aktuell (25. März) bei 224,6. Und auch die Stadt Heilbronn ist zuletzt über die 100 geklettert - bleibt zu hoffen, dass die Zahlen über die Osterferien mit den geltenden Maßnahmen dazu führen, dass die 7-Tage-Inzidenzen in der Region wieder rapide sinken.

Corona und Schule: Bildungsgewerkschaft äußert Bedenken über Präsenzunterricht

Die Bildungsgewerkschaft GEW hält den Wert von 200 sogar für etwas zu hoch. Matthias Schneider von der GEW erklärt, grundsätzlich sei an der Meinung, Wechselunterricht wäre schon ab einer Inzidenz von 50 notwendig. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die Testkapazitäten bis nach den Osterferien verlässlich und flächendeckend gegeben sind. Hier müsse es nochmal Gespräche mit den Schulträgern geben.

Die meisten Kinder und Jugendlichen sind in Baden-Württemberg seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. Immerhin die Grundschulen sind seit Mitte Februar wieder im Wechselunterricht und auch die Abschlussklassen können seitdem wieder teilweise in die Schule gehen. Seit 15. März sind die Grundschulen jetzt endlich wieder zurück im Regelbetrieb und die fünften und sechsten Klassen werden seitdem im Wechsel in der Schule unterrichtet. *echo24.de und *bw24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer/dpa

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