Endlich wieder ins Restaurant?

Überraschung in Baden-Württemberg: Das sind Kretschmanns Bedingung für Lockerungen

  • Anna-Maureen Bremer
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Schnelltests sollen die Corona-Situation besser machen - dafür appelliert Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann. Aber es gibt Bedingungen.

Viele Menschen leiden sehr unter den coronabedingten Einschränkungen. Die einen, weil das Privatleben massiv an Qualität verloren hat, die anderen, weil ihre finanzielle Existenz betroffen ist. Hat diese Pandemie denn noch immer kein Ende? Die Antwort ist sehr einfach: Nein. Die Infektionszahlen in Baden-Württemberg* und ganz Deutschland sind noch immer zu hoch. Wie echo24.de* berichtet, appelliert die Landesregierung nun für ein Schnelltest-Konzept, mit welchem zumindest in kleinen Schritten Freiheit zurückgewonnen werden könnte.

Öffnungen in Baden-Württemberg durch Schnelltest wieder möglich? Kretschmann: Nur unter Bedingungen!

Das Konzept, welches Ministerpräsident Kretschmann auch beim kommenden Corona-Gipfel am 3. März* platzieren möchte, soll dafür sorgen, dass Öffnungen vor allem dort schrittweise möglich sind, wo Branchen besonders vom Corona-Virus gebeutelt sind und dringend eine Perspektive für die Zukunft geboten werden muss. „Mehr Freiheit durch Sicherheit“ heißt es dazu auf der Internetseite des Landes Baden-Württemberg.

„Das Konzept von Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht eine durch Schnelltests flankierte Öffnung solcher Bereiche vor, in denen ein überschaubares Infektionsrisiko besteht. Ministerpräsident Kretschmann hat dazu heute ein entsprechendes Impulspapier an Bund und Länder gerichtet.“

In diesem Impulspapier teilt Winfried Kretschmann mit, dass Lockerungen dann denkbar seien, wenn ein flächendeckend verfügbares Konzept zur Verfügung gestellt würde, welches außerdem schnell und einfach sein müsse. Selbsttests, die jeder auch ohne die Hilfe von medizinisch geschultem Personal durchführen kann, zählte er ebenfalls dazu.

Kretschmann will mehr Freiheit durch flächendeckendes Konzept mit Schnelltest

So könne es in kleinen Schritten wieder mehr Freiheit geben sagte Kretschmann - und das, ohne dass die Sicherheit der Bürger aufs Spiel gesetzt würde. Das Land veröffentlicht dazu weiter:  „So könnten Hotels, Teile der Gastronomie, körpernahe Dienstleistungen, Freizeiteinrichtungen wie Freiluftmuseen und Kultureinrichtungen schrittweise öffnen.“

Mit der Freiheit, die jeder und jede damit wiedergewinnen könne, wachse aber auch das nötige Maß an Eigenverantwortung. Auch Sport sei unter Berücksichtigung der weiterhin notwendigen Maßnahmen dann wieder denkbar. Maßnahmen? Im Klartext: „Voraussetzung für eine testbasierte Öffnung ist ein entsprechendes Hygienekonzept der Betreiberinnen und Betreiber der Einrichtungen.“

Veranstaltungen wieder möglich mit Schnelltests? Klare Ansage bei positivem Ergebnis

Klar ist also, dass natürlich nur negativ-getestete Personen Zugang zu Veranstaltungen erhalten dürfen. Wie wird das kontrolliert? Das Land erklärt: „Dies kann entweder ein zertifizierter Test sein, der durch eine autorisierte Stelle für Schnelltests (Apotheke, Testzentrum oder Arztpraxis) durchgeführt wurde und nicht älter als zwölf Stunden ist oder ein vor Ort durchgeführter Test, für dessen Durchführung die Einrichtungen verantwortlich sind.“

Aber was, wenn bei dem Schnelltest-Verfahren jemand ein coronapositives Testergebnis erhält? Die getestete Person hat sich dann unmittelbar in Quarantäne zu begeben. Durch einen PCR-Test muss das Ergebnis dann konkret abgeklärt werden. Einrichtungen, welche die Schnelltests durchführen, sollen verpflichtet werden, positive Testergebnisse den zuständigen Gesundheitsämtern zu melden.

Corona-Schnelltests sollen das Leben in Deutschland wieder etwas normalisieren.

Auch mit Schnelltests noch kein Alltag - Kretschmann appelliert an Eigenverantwortung

Also führt Baden-Württemberg die Schnelltests ein und Bürger gehen wieder wie gewohnt zum Konzert und ins Restaurant? Absolut nicht. Der baden-württembergische Ministerpräsident findet deutliche Worte: „Wo Öffnungen durch Schnelltests möglich sind, gilt: Die Schnelltests können die nötigen Hygienemaßnahmen nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Entscheidend bleiben umfassende Hygienekonzepte, die den nötigen Mindestabstand gewährleisten, für eine ausreichende Durchlüftung sorgen, Warteschlangen und Gedränge vermeiden und medizinische Masken verpflichtend machen. Klar ist auch: Wir können nicht alles öffnen. Denn Schnelltests bieten keine völlige Sicherheit. Deshalb muss für den Fall, dass sich eine infizierte Person in einer Einrichtung oder bei einem Event aufhält, sichergestellt werden, dass es im Falle eines falsch negativen Testergebnisses zu keiner unkontrollierten Ausbreitung des Virus kommt.“

Vor dem nächsten Corona-Gipfel am 3. März hat das RKI das „ControlCOVID“-Modell entwickelt*. In vier Stufen könnte es so aus dem Lockdown gehen. Übermut ist allerdings nichts angebracht und auch die Landesregierung verweist ausdrücklich darauf, dass Vorsicht und Risikominimierung die Maxime seien. Vor allem angesichts einer dritten Infektionswelle. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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