Coronavirus in Baden-Württemberg

Corona-Impfungen: Dramatischer Ansturm! Gibt es überhaupt noch Termine in Baden-Württemberg?

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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In Rheinland-Pfalz sind die Termine für die Corona-Impfungen in den Impfzentren bis Mitte Februar vergeben. Ist die Lage in Baden-Württemberg ähnlich dramatisch?

Unmittelbar nach Weihnachten wurden die ersten Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Die Impfungen sind die große Hoffnung der Bürger, um irgendwann aus der Pandemie in die Normalität zurückkehren zu können. Doch beim Impfstart am 27. Dezember in Baden-Württemberg* ruckelte es extrem. Grund war vor allem der Mangel an Impfstoff. Aus diesem Grund gehen auch die Impfzentren auf Kreisebene nicht wie geplant am 15. Januar, sondern erst am 22. Januar in Betrieb, wie echo24.de* berichtet.

Baden-Württemberg: Impfstoff-Mangel bremst Corona-Impfungen aus

Zuletzt hatte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha die Bevölkerung beim Thema Impfen um Geduld gebeten. Mit der derzeit vom Bund zur Verfügung gestellten Menge an Impfstoff könnte man täglich im Südwesten 6.500 Menschen impfen. Bislang sind die Corona-Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie von Moderna in der EU zugelassen. Lucha rechnet in Kürze auch mit Zulassungen von AstraZeneca* und Johnson & Johnson. Das werde für etwas Entspannung in der angespannten Impf-Situation sorgen, gab sich der Minister optimistisch.

Bislang hat Baden-Württemberg über 268.000 Impfdosen geliefert bekommen, die nächste Biontech-Lieferung wird in den Impfzentren am 21. Januar erwartet. Da jeder Mensch zwei Impfungen erhält, wird die Hälfte der verfügbaren Dosen zurückgehalten, um die zweite Impfung rechtzeitig garantieren zu können – selbst wenn es zu Lieferschwierigkeiten kommen sollte. Deshalb rechnet das Land mit 134.000 Impfdosen, die derzeit verimpft werden können.

Corona-Impfungen in Baden-Württemberg: Alle Termine schon vergeben?

Zunächst werden diejenigen Personen geimpft, die zu den Risikogruppen mit höchster Priorität gehören: Neben Bewohnern und Mitarbeitern von Pflegeheimen gehören alle über 80-Jährigen zur Gruppe mit höchster Priorität. Außerdem zählen Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten, Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst dazu. Wie das Sozialministerium auf echo24.de*-Anfrage mitteilte, macht diese derzeit impfberechtige Gruppe in Baden-Württemberg rund eine Million Menschen aus. Übrigens: Nicht jeder sollte sich sofort gegen das Coronavirus impfen lassen – vor allem bestimmte Personen nicht*.

Der SWR berichtete erst vor Kurzem, die Termine in Impfzentren in Rheinland-Pfalz seien bis Mitte Februar restlos ausgebucht. Ein Sprecher des Sozialministeriums bestätigt auch im Südwesten den eklatanten Impfstoff-Mangel und seine Folgen – allerdings ist die Situation noch nicht so angespannt wie im Nachbar-Bundesland. „Alle Terminslots in Baden-Württemberg an den Impfzentren bis zur nächsten Lieferung am 21. Januar sind bereits vergeben“, heißt es gegenüber echo24.de*. Die große Diskrepanz zwischen der Nachfrage und den derzeitigen Liefermengen sei leider nicht so schnell aus der Welt zu schaffen.

Baden-Württemberg: So viele Menschen wurden bislang gegen Corona geimpft

Bis zum 13. Januar wurden in Baden-Württemberg bislang 77.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Wenn am 22. Januar die Kreisimpfzentren an den Start gehen*, haben die impfberechtigten Bürger die Möglichkeit, sich näher an ihrem Wohnort impfen zu lassen. Von der Struktur her arbeiten die Kreisimpfzentren gleich wie die Zentralen Impfzentren – außer, dass sie eben etwas kleiner sind. „Sobald eine Lieferung von Impfdosen unterwegs nach Baden-Württemberg ist, vergeben wir für die Hälfte dieser Lieferung unmittelbar Termine in den Impfzentren beziehungsweise wir verimpfen sie über die Mobilen Teams in Pflegeheimen“, so der Pressesprecher.

Zuletzt hatte die baden-württembergische Regierung bekanntgegeben, man schicke Informationen zu den Corona-Impfungen an alle Haushalte. Damit reagiert man auf die Kritik an mangelhaften Angaben, wie die dpa nach einem Artikel des Reutlinger General-Anzeigers berichtet. Vor allem wolle man in dem Brief die Bürger informieren, wie und auf welchem Weg die Menschen sich zur Impfung anmelden können. Und trotzdem: Ob Geimpfte andere Menschen noch anstecken können*, ist noch nicht geklärt. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Kurt Desplenter/BELGA/dpa

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