Corona im Südwesten

Impfzentren in Baden-Württemberg ziehen heftige Konsequenz wegen Impfstoff-Mangel

Nach der Corona-Impfung klagen viele Menschen über Schmerzen im Arm. Woran liegt das?
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Pforzheim in Baden-Württemberg bildet das Schlusslicht bei Impfungen. (Symbolbild)
  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Weil in Baden-Württemberg weniger Impfstoff als erwartet zur Verfügung steht, wird der Betrieb in einigen Impfzentren vorübergehend eingestellt.

Zuletzt gingen die Inzidenzen in Baden-Württemberg vielerorts zurück, was einige Stadt- und Landkreise dazu veranlasste die geltenden Corona-Regeln zu lockern - wie zum Beispiel im Stadtgebiet von Heilbronn. Doch sind die rückläufigen Corona-Zahlen auch der Grund dafür, dass einige Impfzentren im Südwesten schließen?

Die Antwort: Nein! Der Grund für den Stillstand der Betriebe ist, dass die Impfzentren derzeit weniger Corona-Impfstoff erhalten als erwartet. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, soll der vorhandene Impfstoff künftig noch besser im Land verteilt werden. Dazu erhebt das Gesundheitsministerium nun regelmäßig die Impfquoten in den Kreisen, wie ein Sprecher in Stuttgart mitteilte.

Impfzentren in Baden-Württemberg stellen Betrieb aus Mangel an Impfstoff ein

Mit Blick auf den Engpass in den Impfzentren in Baden-Württemberg hieß es, es komme immer wieder vereinzelt zu zeitweisen Schließungen oder zur Kürzung von Arbeitsschichten. Geregelt werde dies durch die Verantwortlichen vor Ort. Ein Sprecher des zentralen Impfzentrums in Ulm hatte zuvor angekündigt, dass sie in der kommenden Woche nur noch in einer von zwei Hallen der Messe Ulm impfen würden. Als Begründung wurde die geringe Impfstoffmenge genannt. Zunächst hatte der Südwestrundfunk darüber berichtet.

Wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums weiter sagte, seien die Impfzentren des Landes derzeit nur zu rund 60 Prozent ausgelastet. Den Impfzentren stünden wöchentlich rund 330.000 Impfdosen zur Verfügung und es bleibe wohl in den kommenden Wochen gleich.

Die Impfzentren seien sogar ausgebaut worden, weil der Bund angekündigt habe, im Mai wesentlich mehr Impfstoff zu liefern. Die Kapazitäten wären für rund 50.000 Impfungen täglich ausgelegt - möglich seien sogar bis zu 80.000 Impfungen, so der Sprecher. Wann die Impfzentren in Baden-Württemberg wieder besser ausgelastet sein werden, konnte der Sprecher nicht sagen. Dazu müssten die Lieferprognosen des dritten Quartals abgewartet werden, hieß es.

Baden-Württemberg: Ministerium verspricht mehr Transparenz bei Corona-Impfquoten

Zugleich kündigte das Gesundheitsministerium an, künftig regelmäßig die Corona-Impfquoten in den Stadt- und Landkreisen veröffentlichen zu wollen. „

Auf Grundlage dieser Zahlen wollen wir die Impfstoff-Lieferungen in unsere Zentren nachjustieren und größere Unwuchten möglichst verhindern.

Amtschef im Gesundheitsministerium, Uwe Lahl

Das Land hatte bereits Anfang Mai erstmals Impfquoten auf Kreisebene veröffentlicht. Nun sind in den Daten neben denen der Impfzentren erstmals auch die der Arztpraxen enthalten. Nach Angaben des Ministeriums bleiben aber Unklarheiten. Denn: Während in den Impfzentren die Postleitzahl des Wohnorts eines Geimpften erfasst werde, sei das in Praxen nicht der Fall. Hier werde lediglich die Postleitzahl der Praxis angegeben, wie die dpa weiter berichtet.

Baden-Württemberg: Landrat klagt über unfaire Impfstoff-Verteilung

Der Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises, Sven Hinterseh (CDU), mahnte in Bezug auf die aktuellen Impfquoten erneut eine ungerechte Verteilung der Impfdosen auf das Land an. Diejenigen Gebiete in Baden-Württemberg, die weiter von den zentralen Impfzentren entfernt seien, würden benachteiligt, da das Land bislang noch immer nicht einen Einwohnerschlüssel bei der Verteilung auf die Kreisimpfzentren anwende, beklagte er.

Die Impfquoten der Kreise zeigen weiter deutliche Unterschiede zwischen den Regionen in Baden-Württemberg. Laut Ministerium sind diese in schwierigeren sozioökonomischen Bedingungen in bestimmten Stadt- und Landkreisen begründet. Die geringste Quote an Erstimpfungen weist laut den Daten des Landes Pforzheim mit 31,5 Prozent auf. Auch bei den Zweitimpfungen belegt die Stadt mit einer Impfquote von 11,7 Prozent den landesweit letzten Platz.

Den höchsten Anteil an Erstimpfungen gibt es bislang im Kreis Emmendingen mit 51,2 Prozent der Bevölkerung. Der Landesschnitt liegt bei 41,7 Prozent. Den höchsten Anteil der vollständig geimpften Bevölkerung verzeichnet die Stadt Freiburg mit 23,9 Prozent. In ganz Baden-Württemberg sind derzeit etwa 17,3 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

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