Coronavirus in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg: Aufhebung der Impfpriorisierung? Entscheidung überrascht

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Der Bund hebt am 7. Juni die Impfpriorisierung für die Impfzentren auf. Doch wie entscheidet Baden-Württemberg?

Wer sich in Baden-Württemberg aktuell gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, braucht nicht nur Glück, einen Termin zu bekommen, sondern muss auch impfberechtigt sein. Denn derzeit gilt in Deutschland eine strenge Priorisierung bei den Impfstoffen, doch die fällt am 7. Juni weg.

Ob die Bundesländer die Impfpriorisierung ebenfalls aufheben, ist dabei aber wie so oft Ländersache. Im Südwesten ist die Priorisierung bereits teilweise aufgehoben worden, denn die niedergelassenen Ärzte können schon seit dem 17. Mai selbst entscheiden. Entsprechend stellt sich also die Frage, wie die Landesregierung von Baden-Württemberg auf die Entscheidung aus Berlin reagiert.

Baden-Württemberg: Keine Impfpriorisierung mehr - aus diesem Grund

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, folgt Baden-Württemberg der Entscheidung der Bundesregierung und hebt ab dem 7. Juni die Impfpriorisierung auch für die Impfzentren auf. Amtschef Uwe Lahl begründete die Entscheidung damit, dass die meisten älteren Mitbürger in Baden-Württemberg bereits geimpft sind, damit könne man die Priorisierung guten Gewissens aufheben.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind in Baden-Württemberg bislang 76,8 Prozent aller Menschen über 60 Jahre mindestens einmal geimpft, 38,4 Prozent dieser Gruppe verfügen demnach über den vollen Impfschutz. Durch die Aufhebung der Priorisierung solle zudem sichergestellt werden, dass das aktuelle Impftempo beibehalten werden kann. Bislang haben 42,4 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg ihre Erstimpfung erhalten, 17,9 Prozent sind bereits vollständig geimpft (Stand 2. Juni).

Baden-Württemberg: Keine Impfpriorisierung mehr - aber nicht jeder bekommt sofort einen Termin

Laut der dpa solle es aber für  Menschen mit einer Vorerkrankung oder einer Behinderung es beim Hausarzt weiterhin ein niedrigschwelliges Angebot geben. Allerdings stehen nur begrenzte Mengen Impfstoff zur Verfügung, somit können die Praxen weiterhin nur wenige Erstimpfungen anbieten.

Zudem bedeute die Aufhebung der Priorisierung nicht, dass sofort jeder einen buchen könne. Über den Sommer hinweg solle aber allen Erwachsenen sowie jedem Jugendlichen ab 12 Jahren, der das bzw. dessen Eltern das wollen, ein Impfangebot gemacht werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hatte erst kürzlich den Impfstoff von Biontech auch für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen.

Rubriklistenbild: © Eric Lalmand/BELGA/dpa

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