Impfungen in Baden-Württemberg

Hammer-Vorwurf von Spahn: Lucha mit deutlicher Reaktion

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
    schließen

Im Streit um zusätzliche Impfdosen weisen sich Jens Spahn und Manne Lucha gegenseitig die Schuld zu. Auf eine Aussage reagiert Baden-Württembergs Gesundheitsminister jedoch deutlich.

Langsam, aber sicher schreitet die Impfkampagne in Baden-Württemberg immer weiter voran. Allerdings ist der Impfstoff im Südwesten dennoch knapp, in einigen Impfzentren können deswegen aktuelle keine oder kaum Termine für Erstimpfungen vergeben werden, weil die vorhandenen Dosen für die Zweitimpfungen benötigt werden.

Bereits vor einigen Wochen hatte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha vom Bund mehr Impfstoff für die Impfzentren gefordert. Denn anders als versprochen würden die Lieferungen noch nicht die maximale Kapazität der Impfzentren übersteigen.

Baden-Württemberg: Liegt Impfstoff rum? Gesundheitsminister Lucha widersprich Spahn

Im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten wies Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Kritik aus Baden-Württemberg zurück. Demnach halte der Bund die vereinbarten Lieferungen ein. „Wie viel davon wann an welches Impfzentrum im Land geht, das entscheidet ganz allein Stuttgart“, betonte Spahn.

Zudem gebe es laut Spahn „durchaus noch Impfstoff in Baden-Württemberg, der bislang noch nicht den Weg zu Patientinnen und Patienten gefunden hat“. Dem wiederum widersprach Lucha und betonte, das in Baden-Württemberg kein Impfstoff rumliege.

„Im Gegenteil, wir verteilen den Stoff ganz gezielt an die Zentren, die ihn am dringendsten benötigen und wir nutzen ihn auch verstärkt für den Einsatz unserer Mobilen Impfteams in sozial benachteiligten Quartieren“, sagte der baden-württembergische Gesundheitsminister am Samstag in Stuttgart.

Baden-Württemberg: Lucha mit Impfstoff-Forderung an Spahn

Zudem wiederholte Lucha seinen Vorwurf, dass das Bundesministerium für den Impfstoffmangel verantwortlich sei - dies hatte Spahn seinerseits zurückgewiesen. Stattdessen bemängelte der Bundesgesundheitsminister, dass Baden-Württemberg die Priorisierungen für Impfstoffe bei den Hausärzten ohne Abstimmung mit Berlin ganz aufgehoben habe.

„Dass in Baden-Württemberg momentan ganz viele Impfwillige vergeblich in Arztpraxen anrufen, hängt damit zusammen. Dafür kann man dann nicht die Bundesregierung verantwortlich machen“, betonte Spahn im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten.

Lucha betonte indes in einer Mitteilung: „Wir brauchen jetzt kein Zuständigkeiten-Pingpong, sondern müssen den Menschen klare Perspektiven beim Thema Impfen geben.“ Deswegen sei es wichtig, dass genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, um die Impfungen über den Sommer am Laufen zu halten und auch den Schülern ein Impfangebot machen zu können. „Wir garantieren, dass wir den Impfstoff sofort verteilen werden“, erklärte Lucha.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema