Coronavirus in BaWü: Landesregierung mit überraschendem Impfstoff-Plan

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Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus lassen die Inzidenzen in Baden-Württemberg steigen, während die Impfbereitschaft stagniert. Die Landesregierung hat einen überraschenden Plan für die übrigen Impfdosen.

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg nehmen weiterhin zu und lassen die 7-Tage-Inzidenz auf 14,2 (Stand 30. Juli) steigen. Zeitgleich ist die Impfbereitschaft so niedrig wie lange nicht mehr, deswegen will die Landesregierung nun Restbestände des Impfstoffs von AstraZeneca an den Bund zurückgeben.

Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, geht es dabei um 450.000 Dosen des Impfstoffs. Weitere 4000 Dosen AstraZeneca sollen entsorgt werden, weil sie Ende Juli ablaufen. Wie es aus dem Gesundheitsministerium dazu weiterhin hieß, steht das Land grundsätzlich in engem Austausch mit den Impfzentren des Landes, um zu vermeiden, dass der vorhandene Stoff verfällt.

Baden-Württemberg gibt Impfstoff zurück: Weitere Dosen könnten folgen

Bislang seien jedoch noch keine Impfdosen an den Bund abgegeben worden, erklärte der Sprecher. Die Entscheidung, die Restbestände AstraZeneca zurückzugeben, begründete er mit der deutlich gesunkenen Nachfrage. Diese Entwicklung sei zunächst beim Impfstoff von AstraZeneca festgestellt worden.

In den kommenden Monaten könnten zudem auch Dosen von anderen Herstellern an den Bund zurückgehen. Konkrete Angaben konnte der Sprecher dazu jedoch noch nicht machen. Entsprechende Prüfungen seien noch nicht abgeschlossen. Wie der SWR berichtet, ist die Rückgabe von Impfstoffdosen auch anderen Bundesländern ein Thema.

Baden-Württemberg gibt Impfstoff zurück: Dosen könnten gespendet werden

Das Bundesgesundheitsministerium hatte den Ländern dabei in einem Schreiben, das der dpa vorliegt, die Möglichkeit eröffnet, „Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen“, an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben. Allerdings müssten die Impfstoffe noch mindestens zwei Monate haltbar sein.

Jedoch können nicht alle Impfdosen wieder an den Bund zurückgeben werden, Vakzine, die an Arztpraxen oder Betriebsärzte ausgeliefert wurden, sind davon ausgenommen. Zunächst sollen die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson, die seit der Lieferung die Verteilzentren nicht verlassen haben, an den Bund zurückgehen. „Nur so kann die pharmazeutische Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Covid-19-Impfstoffe unter Einhaltung der erforderlichen Lagerungs- und Transportbedingungen sichergestellt werden“, wird die Entscheidung in dem Schreiben begründet.

Rubriklistenbild: © Danny Lawson/dpa

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