Einschränkungen für Ungeimpfte?

Impfpflicht „nicht ausgeschlossen“ - Kretschmann überrascht mit Ansage

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann kann im Kampf gegen das Coronavirus „eine Impfpflicht nicht ausschließen“.

Vermutlich spaltet kein Thema die Gesellschaft so wie das Coronavirus – und vor allem die Frage nach einer Impfpflicht. Während vor wenigen Monaten noch ein Impfstoff-Engpass in Baden-Württemberg drohte und es einer Odyssee glich, an einen Impftermin zu kommen, gibt es inzwischen beinahe mehr Impfstoff als Impfwillige. Mit einer Impf-Aktionswoche versucht das Land Baden-Württemberg aktuell Ungeimpfte zu erreichen und jedem eine Corona-Impfung so unkompliziert wir möglich anzubieten.

Doch nicht jeder möchte sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Noch allerdings ist die Impfquote in Baden-Württemberg und Deutschland weitaus zu niedrig, sodass trotzdem eine Herdenimmunität* gegeben sein könnte. Und vor allem Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, sind weiterhin hochgradig gefärhdet.

Impfquote in Deutschland und Baden-Württemberg (Stand: 23. Juli 2021)

In ganz Deutschland sind inzwischen 40.816.711 Personen – das entspricht 49,1  Prozent der Gesamt­bevölkerung – vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Insgesamt haben 50.538.713 Personen (60,8 Prozent) mindestens eine Impf­dosis erhalten.

Im Südwesten sind 49,4 Prozent der Baden-Württemberg bereits vollständig geimpft, 59,0 Prozent sind mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft.

Angesichts dessen hält Ministerpräsident Winfried Kretschmann eine Impfpflicht im weiteren Kampf gegen die Corona-Krise für möglich, wie echo24.de* berichtet. „Wir planen keine Impfpflicht. Für alle Zeiten kann ich eine Impfpflicht nicht ausschließen“, sagte der Grünen-Politiker gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Stuttgart. „Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen.“

Kretschmann hat bereits bestimmte Vorstellungen: Es könne gut sein, „dass wir irgendwann gewisse Bereiche und Tätigkeiten nur noch für Geimpfte zulassen“. Er nannte die Masern als Beispiel: „Da gibt‘s auch eine Impfpflicht für die Kitas, weil Masern höchst ansteckend sind.“

Kretschmann schließt Impfpflicht nicht aus: Sorge vor einer vierten Welle im Herbst

Aus der Opposition im Land kam umgehend scharfe Kritik. Baden-Württembergs FDP-Chef Michael Theurer erklärte am Sonntag: „Die von Ministerpräsident Kretschmann ins Spiel gebrachte Impfpflicht ist eine Debatte zur Unzeit. Anstatt mit staatlichem Zwang zu drohen, sind Anreize der bessere Weg.“ Auch der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, sprach sich gegen eine verpflichtende Impfung aus. „Ich halte nichts von Impfpflicht und halte auch nichts davon, auf Menschen indirekt Druck zu machen, dass sie sich impfen lassen sollen“, sagte der CDU-Chef am Sonntag im Sommerinterview des ZDF.

Kretschmann warnt bereits seit längerem vor einer vierten Welle* und blickt eher pessimistisch auf Herbst und Winter. Das Virus könnte aus seiner Sicht noch einmal genauso gefährlich zurückkommen wie im vergangenen Herbst, als die Infektionszahlen plötzlich drastisch anstiegen. „Wir fahren weiter auf Sicht. Die Virusmutationen haben uns schon zweimal einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte er. „Treten Varianten auf, gegen die der Impfstoff nicht mehr so wirksam ist - sind wir sofort in einer anderen Situation.“

Baden-Württemberg: Kretschmann kann „eine Impfpflicht nicht ausschließen“

Seit zweieinhalb Wochen steigt die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland wieder kontinuierlich an – auch in Baden-Württemberg steigt die Zahl der Neuinfektionen. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) sagte der Bild am Sonntag: „Die Zahl der Neuinfektionen steigt noch schneller als in den vorherigen Wellen. Das macht mir große Sorge.“

Im Kern kann man sagen: Impfen ist Bürgerpflicht. Es geht um sehr viel. Das sollte jeder verantwortlich denkende Mensch einfach tun,

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Kretschmann appellierte an die Menschen, sich impfen zu lassen. Die Nebenwirkungen von Covid seien viel schlimmer, als die Nebenwirkungen der Impfstoffe* überhaupt sein könnten. Auch sei wenig Wissen über die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion* bekannt. Die Menschen müssten ihre Bedenken gegen die Impfung radikal zurückstellen.

Die Landesregierung im Südwesten hat schon weitere Lockerungen für vollständig geimpfte Menschen im Laufe des Septembers angekündigt. Da bis zum 15. September 2021 jede Bürgerin und jeder Bürger einen umfassenden Impfschutz haben könne, wolle man dann die Auflagen für vollständig Geimpfte weiter abschwächen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

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