FFP2-Maskenpflicht

Umstrittene FFP2-Maskenpflicht bald auch in Baden-Württemberg? Der Plan der Landesregierung

In Bayern gilt im ÖPNV und Einzelhandel ab Montag eine FFP2-Maskenpflicht. Nun spricht auch Innenminister Thomas Strobl von einer solchen Maskenpflicht für Baden-Württemberg.

Ab Montag, dem 18. Januar, muss in Bayern im öffentlichen Nahverkehr sowie im Einzelhandel nicht nur eine Maske getragen werden, sondern ausdrücklich eine FFP2-Maske*. Das sorgte bereits für reichlich Kritik*, wie echo24.de* berichtete, denn die FFP2-Masken sind eigentlich nicht zur Wiederverwendung* gedacht, zudem auf Dauer teuer und stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hat sich dennoch auch für eine verschärfte Maskenpflicht im Südwesten ausgesprochen. „FFP2-Masken sind schon eine stark infektionsschützende Maßnahme. Da haben wir Luft nach oben“, sagte der CDU-Politiker gegenüber der Deutschen Presseagentur in Stuttgart*.

Virologen sprechen sich für eine FFP2-Maskenpflicht aus: Mehr Eigentschutz möglich

„Prinzipiell finde ich die Idee gut“, sagte auch der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg. Es müssten aber zwingend Angebote damit verbunden sein: zum einen der kostenlose Zugang zu solchen medizinischen Masken, zum anderen Anleitungen zur richtigen Benutzung. Auch eine FFP2-Maske schütze nur, wenn sie korrekt angelegt und verwendet werde*. Sie müsse dicht abschließen, die Außenfläche dürfe auch beim Ablegen nicht berührt werden.

Korrekt verwendet biete eine solche Maske anders als die einfachen Einweg- und Baumwollmasken viel Eigenschutz*. „Ich kann mich selbst schützen und bin weniger darauf angewiesen, dass die Menschen in meiner Umgebung sich richtig verhalten“, so der Virologe. Das ist nämlich ein wesentliches Problem der „normalen“ Masken: Es werden vor allem die anderen geschützt – man selbst hingegen muss darauf hoffen, dass die anderen ihre Maske ebenfalls ordnungsgemäß tragen, damit ein Schutz für alle entsteht.

Was sind eigentlich FFP2-Masken?

Die Abkürzung FFP bedeutet „filtering face piece“. Die Zahl dahinter gibt die Klasse an, inwieweit und vor allem vor welchen Partikeln die Pratikelfilterende Atemschutzmaske schützt. FFP2-Masken werden normalerweise in Arbeitsumgebungen, in denen sich gesundheitsgefährdende und erbgutverändernde Stoffe in der Atemluft befinden, eingesetzt. Zudem schützen sie vor mindergiftigem Staub, Nebel und Rauch. 

Eine FFP2-Atemschutzmaske gibt es bereits ab 79 Cent pro Stück. Sollte der Bestand allerdings knapp werden und der Bedarf steigen, wird auch der Stückpreis wieder teurer.

Bisher ist noch nicht wissenschaftlich bewiesen, inwieweit das Tragen einer FFP2-Maske das Infektionsgeschehen* tatsächlich einschränkt. Der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, warnt vor falschen Vorstellungen bezüglich der Sicherheit von FFP2-Masken. Diese bieten laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) selbst dann keinen hundertprozentigen Schutz, wenn sie perfekt getragen würden. Die FFP2-Masken filtern rund 94 Prozent der Partikel – damit gehen immer noch 6 Prozent durch. „Man muss sich auch generell von der Vorstellung freimachen, dass es eine einzige Maßnahme* gibt, die das Risiko einer Infektion auf null senkt.“

Können FFP2-Masken wiederverwendet werden?

Eigentlich sind FFP2-Masken Einmalprodukte und sollten nach dem einmaligen Gebrauch entsorgt werden. Doch wer die Masken im privaten Bereich nutzt, kann sie notfalls wiederverwenden*. Wenn man die FFP2-Maske eine Stunde lang in einem Backofen bei 80 Grad Celsius erhitzt, werden die SARS-CoV-2-Erreger abgetötet. Bevor die Maske im Backofen erhitzt werden kann, muss sie mindestens einen Tag lang an der Luft trocknen, da der Ofen sonst feucht werden kann.

Der Backofen sollte die 80 Grad aber nicht überschreiten. Viele FFP2-Masken verformen sich schon ab 90 Grad und erleiden nicht sichtbare Materialschäden. Der Backofen sollte auf Ober- und Unterhitze eingestellt werden, bei Umluft könnten sich die SARS-CoV-2-Erreger im Ofen durch den Luftzug verbreiten. Nach jedem Erhitzen im Ofen sollten Sie die FFP2-Masken auf Schäden kontrollieren. Diese Art der Desinfektion eignet sich nicht für FFP2-Masken mit Atemventil oder formstabile FFP2-Masken.

Die FFP2-Masken sollten generell nur fünf Mal im Ofen erhitzt werden, bevor sie entsorgt werden müssen. Zudem sollten die getrockneten und erhitzten Masken frühestens nach sieben Tagen wieder getragen werden. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch

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