Winfried Kretschmann

Baden-Württemberg: Kretschmann nennt Lockerungen – wieder Familien-Treffen möglich?

Baden-Württemberg - Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine baldige Lockerung der strengen Corona-Kontaktbeschränkungen für möglich. Unterdessen gibt‘s „heftigen“ Zoff zwischen Ministern.

Seit dem 11. Januar gelten für Baden-Württemberg verschärfte Kontaktbeschränkungen. Jeder Haushalt darf sich seitdem nur noch mit einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt treffen. Das gilt sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum. Während sich zum Jahreswechsel noch beispielsweise zwei befreundete Ehepaare treffen konnten, macht die folgende Corona-Verordnung von Baden-Württemberg damit vorläufig Schluss. Auch bisherige Ausnahmen für Lebenspartner oder geradlinig Verwandte fallen damit weg. Nach über sechs Wochen folgt nun offenbar Licht am Ende des Tunnels - zumindest macht Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Menschen Hoffnung auf eine baldige Lockerung der strengen Corona-Kontaktbeschränkungen.

Ich könnte mir vorstellen, dass wir wieder auf zwei Haushalte kommen

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg

Corona in Baden-Württemberg: Kretschmann kann sich Lockerung der Kontaktbeschränkung „vorstellen“

Auch wenn die Zahl der Infektionen nicht unter die Schwelle von 35 pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen sinke, könne es hier eine leichte Öffnung geben, sagt Kretschmann am Dienstag (23. Februar) in Stuttgart.

Ich könnte mir vorstellen, dass wir wieder auf zwei Haushalte kommen.“ Allerdings müsse für eine Lockerung die 7-Tage-Inzidenz dauerhaft unter 50 liegen, sagt der Regierungschef.

Folglich gehören zu einer dauerhaften Lockerung, neben einer ambitionierten Impfstrategie, auch eine sinnvolle Teststrategie. Ausgerechnet bezüglich Letzterem hat es in der grün-schwarzen Koalition ordentlich gekracht. Kretschmann selbst spricht von einem offenen Streit bei der Kabinettssitzung am Dienstag.

BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner11,09 Millionen
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Corona in Baden-Württemberg: „heftiger Schlagabtausch“ bei Regierungssitzung

Auf Nachfrage der dpa berichtet der Grünen-Politiker von Meinungsverschiedenheiten bei der Teststrategie des Landes. Er versuche normalerweise, Konflikte im Kabinett herunterzuspielen, aber das sei schon ein „heftiger Schlagabtausch“ gewesen.

Aber auch wenn das in hartem Ton vorgetragen worden sei, sehe Kretschmann den Konflikt als überwindbar an.

Corona in Baden-Württemberg: Innenminister Strobel (CDU) greift Gesundheitsminister Lucha (Grüne) frontal an

Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat sich in der Kabinettssitzung nach Informationen der dpa aus Regierungskreisen verärgert über fehlende Fortschritte bei der Teststrategie gezeigt.

Was Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) vorgestellt habe, sei deutlich zu wenig. Es müsste längst umfassend getestet werden, gerade auch bei Personen, die keine Symptome zeigten, beschwert sich der Vize-Ministerpräsident demnach.

Notwendig sei der Aufbau einer kommunalen Teststruktur. Hier fühlen sich die Kommunen aber alleingelassen. Es sei unverständlich, dass hier noch nicht mehr geschehen sei, obwohl ausreichend Kapazitäten vorhanden seien.

Lucha weist die Vorwürfe Strobls öffentlich zurück. „Wir kommen sehr gut voran“, sagt er am Dienstag in der Regierungs-Pressekonferenz. Man begrüße die zahlreichen Aktivitäten der Kommunen. Das Land biete den Kommunen etwa drei Millionen Tests aus der Landesreserve. (dpa/esk) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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