Änderungen für Baden-Württemberg und ganz Deutschland

Corona-Kinderbonus, schärfere Maskenkontrollen - Alle Änderungen ab September im Überblick

  • Julia Cuprakowa
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Ab September soll sich einiges in Baden-Württemberg und ganz Deutschland ändern. Unter anderem soll Corona-Kinderbonus ausgezahlt werden. Außerdem erweitert Deutsche Bahn die Kontrollen der Maskenpflicht. 

  • Das Coronavirus hält Deutschland in Atem - auch unter Masken.
  • Ab September bekommen Eltern Corona-Kinderbonus ausbezahlt.
  • Deutsche Bahn erweitert Kontrollen der Maskenpflicht.

Baden-Württemberg: Corona-Kinderbonus, erweiterte Maskenpflicht-Kontrollen - Das ändert sich ab September

Das Coronavirus hat Baden-Württemberg und ganz Deutschland weiter fest im Griff. Der Alltag hat sich enorm verändern und aufgrund steigender Neuinfektionen sind keine weiteren Lockerungen oder Schritte zur Normalität vorgesehen. Doch es gibt gute und weniger gute erfreuliche Beschlüsse, die ab September gelten sollen. Darunter sind zum Beispiel der Corona-Kinderbonus oder die Verschärfung von Maskenkontrollen in der Deutschen Bahn - nur um einige zu nennen.

Aber ist eine Verschärfung von Corona-Regeln wirklich notwendig? Angesichts gestiegener Corona-Zahlen greifen mehrere Bundesländer wieder zu strengeren Maßnahmen - so auch Baden-Württemberg. Zum ersten Mal seit Juni haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder, über eine neue gemeinsame Ausrichtung der Corona-Strategie gesprochen. Im Fokus standen bei den Gesprächen unter anderem Bußgelder bei Verstößen gegen die MaskenpflichtGroßveranstaltungen sowie Sportveranstaltungen mit Zuschauern, private Feierlichkeiten und das weitere Vorgehen mit Reise-Rückkehrern aus Risikogebieten, wie echo24.de* berichtet.

Baden-Württemberg: Härtere Maskenkontrolle in der Deutschen Bahn - Höhere Löhne für Zeitarbeiter

Nun soll ab September außerdem die Einhaltung der Maskenpflicht in der Deutschen Bahn stärker kontrolliert werde. Zuletzt setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben regelmäßig in täglich rund 60 Fernverkehrszügen Sicherheitsmitarbeiter ein, um das vorgeschriebene Tragen von Masken zu prüfen. Laut StZ.de soll die Anzahl der Kontrollen ab September mehr als verdoppelt werden. Die Maskenverweigerer sollen wohl nur eine Minderheit der Reisenden darstellen, aber künftig kann die Reise für sie schnell zu Ende sein. In solchen Fällen behält sich die Deutsche Bahn nämlich das Recht vor einen Beförderungsausschluss auszusprechen. Sollte es zu einem Konflikt kommen, wird die Bundespolizei hinzugezogen.

Es gibt aber auch gute Nachrichten - und nein, dabei geht es nicht um Lockerungen der geltenden Corona-Regeln. Stattdessen sollen die Mindestlöhne in der Zeitarbeit ab September angehoben werden. In Westdeutschland steigt die Untergrenze somit auf 10,15 Euro pro Stunde, statt den bisherigen 9,96 Euro. In den ostdeutschen Bundesländern - einschließlich Berlin - gibt es statt 9,66 Euro ab dem 1. September 9,88 Euro. Zum Oktober erfolgt eine weitere Anhebung auf 10,10 Euro.

Baden-Württemberg: Ab 7. September - Eltern freuen sich über Corona-Kinderbonus

Über weitere gute Nachrichten können sich Eltern freuen, die Kindergeld bekommen. Denn ab dem 7. September beginnen die Familienkassen mit der Auszahlung des sogenannten Corona-Kinderbonus, wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage von Zeitungen der Funke-Mediengruppe mitteilte. Insgesamt gibt es 300 Euro pro Kind. Im September sollen zunächst 200, im Oktober dann noch einmal 100 Euro ausgezahlt werden. Für den Bonus hat die Bundesregierung Kosten von rund 4,3 Milliarden Euro veranschlagt. Profitieren sollen Familien mit kleinen und mittleren Einkommen. Die Extra-Zahlung wird nicht auf andere laufende Familien- oder Sozialleistungen angerechnet - deren Höhe ändert sich also nicht.

Der Anspruch auf den Bonus gilt für jedes Kind, das in diesem Jahr Kindergeld berechtigt ist oder war. Gezahlt wird also auch für Kinder, die bis zum 31. Dezember geboren werden oder für diejenigen, deren Kindergeldanspruch in den vergangenen Monaten seit Januar bereits erloschen ist oder bis Ende des Jahres erlischt. Das Geld geht zusammen mit der monatlichen Kindergeldzahlung auf das Konto des Kindergeldempfängers ein und muss in den meisten Fällen nicht extra beantragt werden. Wann konkret, dass der Fall sein wird, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Steht dort eine Null, gehört man zu den ersten und ist am 7. September bereits dabei. Für die Endziffern 1 bis 9 wird im Laufe des Septembers nach und nach von den Familienkassen überwiesen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte: „Das ist für viele Familien eine willkommene Finanzspritze. Gerade in Familien, die jeden Euro umdrehen müssen, macht der Kinderbonus die Entscheidung etwas leichter, für die Kinder doch etwas zu kaufen oder gemeinsam etwas zu unternehmen.“ Das helfe auch kurzfristig der Konjunktur.

Baden-Württemberg: Kinderbonus - Nachteil für Eltern mit hohem Einkommen

Familien mit höheren Einkommen profitieren dagegen weniger oder gar nicht vom Kinderbonus, da er, wie auch das Kindergeld, bei der Steuer mit den Kinderfreibeträgen verrechnet wird. Denn je höher das Einkommen, desto mehr profitieren Eltern von diesen Freibeträgen. Das Finanzamt wählt bei der Steuerberechnung automatisch die für die Eltern günstigere Variante.

Der Corona-Kinderbonus wird noch in diesem Jahr ausgezahlt (Archivfoto)

Laut Bundesfamilienministerium bleibt so beispielsweise einem Elternpaar mit drei Kindern bis zu einem Einkommen von rund 67 800 Euro der volle Bonus für alle drei Kinder erhalten. Oberhalb dieser Grenze schmilzt er immer mehr ab. Und bei rund 106 000 Euro Jahreseinkommen bleibt dann unterm Strich nichts mehr von der Sonderzahlung. Das betrifft nach Schätzungen der Regierung die Eltern von rund 3 Millionen Kindern. Ausgezahlt wird der Bonus zunächst für insgesamt 18 Millionen Kinder.

Kritisiert wurde diese Vorgehensweise von der FDP. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Dürr sprach von einer „großen Schwindelei“. Allen Eltern sei die Bonuszahlung versprochen worden. Das sei bezeichnend für die Politik der großen Koalition. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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