Afrikanische Schweinepest in Deutschland

Schweinepest in Deutschland: Alarmbereitschaft bei Landwirten in Baden-Württemberg

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Erstmals ist ein Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland aufgetreten. Die Tierseuche beunruhigt auch Landwirte in Baden-Württemberg – es folgen bereits erste Konsequenzen.

  • In Brandenburg ist ein totes Wildschwein entdeckt worden – Untersuchungen folgten.
  • Jetzt ist klar: Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Deutschland nachgewiesen.
  • Der erste bekannte Fall beunruhigt auch Landwirte in Baden-Württemberg.

Tödliche Tierseuche: Erster Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland

Erstmals ist ein Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland aufgetreten. Ein Spaziergänger hatte ein totes Wildschwein in Brandenburg – wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt – entdeckt. Nach einem ersten Verdacht wurde eine entsprechende Probe mehrfach getestet – mit positivem Ergebnis. Allerdings war der Kadaver laut dem Friedrich-Loeffler-Institut weitgehend verwest, sodass die Experten davon ausgehen, dass der Virus-Eintrag „bereits vor einigen Wochen stattgefunden hat“.

Das Bekanntwerden des Falles beunruhigt jetzt deutschlandweit Landwirte. Denn: Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion und für Schweine, egal ob Wildschweine oder Hausschweine, in jedem Fall tödlich! Eine Impfung gibt es nicht. Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich, auch vom Verzehr von möglicherweise kontaminiertem Fleisch geht keine Gefahr für die Gesundheit aus. Das betonte die Bundesagrarministerin Julia Klöckner bei einer Presse-Konferenz mehrfach.

Das bedeutet die Afrikanische Schweinepest für Landwirte in Baden-Württemberg

Obwohl bislang erst ein Fall in Brandenburg aufgetaucht ist, machen sich auch Landwirte in Baden-Württemberg Gedanken. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sorgt sich der Landesagrarminister Peter Hauk insbesondere um die Exporte von Schweinefleisch aus Baden-Württemberg ins Ausland, denn: „Deutschland ist jetzt nicht mehr seuchenfrei." Südkorea habe laut der dpa schon angekündigt, kein Schweinefleisch aus Deutschland mehr zu beziehen. Es wird befürchtet, dass weitere Länder bei den Export-Stopps nachziehen. Auch Landwirte in NRW schlagen Alarm*.

Die Staatssektretärin im Ministerium Ländlicher Raum, Friedlinde Gurr-Hirsch, sagte gegenüber dem SWR, man habe sich in Baden-Württemberg auf die Afrikanische Schweinepest eingestellt. Demnach gibt es Verwahr- und Entsorgungsstellen für befallene Wildschweine und in Absprache mit Jägern müsse verstärkt gejagt werden. In betroffenen Ställen müssten sich die Beschäftigten zudem jetzt entsprechend anziehen und ihre Schuhe präparieren. „Es ist eine sehr große Herausforderung", so Gurr-Hirsch zum SWR. Auch in Heilbronn hat man sich bereits auf die Afrikanische Schweinepest vorbereitet.

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk empfiehlt Schweinehaltern, in der nächsten Zeit weniger Tiere in den Ställen zu halten. Ein erhöhtes Einschleppungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest in den Südwesten sieht er laut dpa aber nicht.

Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht. (Symbolbild)

Afrikanische Schweinepest erstmals nachgewiesen: Baden-Württemberg „gut aufgestellt“

Von der Afrikanischen Schweinepest, die laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft seit 2014 in der EU auftritt, waren bislang Polen, Bulgarien und Rumänien betroffen. Als Ursache wird die Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die den ASP-Erreger enthielten. Um den Fundort wurde laut der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) eine Kernzone von drei Kilometern eingezäunt, zudem wurde eine Gefährdungszone mit einem Radius von 15 Kilometer eingerichtet. In dieser sind 17 Schweinehalter angesiedelt. Erst vor wenigen Tagen war ein Schlachthof in Gärtringen wegen einem Video in den Schlagzeilen, das schlimme Tierquälerei zeigte.

Es müsse jetzt alles dafür getan werden, dass sich die Schweinepest nicht weiter ausbreitet, so die ISN. Allerdings sei in den vergangenen Jahren bereits viel getan worden, um sich vorzubereiten. „Wir haben den Eindruck, dass wir in Deutschland daher gut aufgestellt sind", heißt es in einer Pressemeldung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter. Auch Hauk hält laut der dpa fest, man sei gut aufgestellt, sollte die Afrikanische Schweinepest doch in Baden-Württemberg ausbrechen. *ruhr24.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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