Kritik von Tübinger Notärztin Lisa Federle

Corona-Lage in BW spitzt sich zu: Politik reagiert mit neuen Maßnahmen

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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Die Corona-Situation in Baden-Württemberg spitzt sich zu. Bald könnte es an Intensivbetten mangeln. Die Landesregierung verkündet neue Maßnahmen.

Die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg* sind alarmierend. Am Mittwoch, 10. November, meldete das Landesgesundheitsamt aus Stuttgart eine 7-Tage-Inzidenz von 316,0 – ein trauriger Rekord. Insgesamt 348 Covid-19-Patienten müssen – Stand 10. November – Berichten von echo24.de* zufolge auf einer Intensivstation behandelt werden. Gesundheitsminister Manne Lucha spricht von einer dramatischen Entwicklung. Die Lage in den Kliniken sei angespannt, das Pflegepersonal sei am Limit.

Setze sich der derzeitige Trend mit gleicher Geschwindigkeit fort, müsse man Patienten bald in andere Bundesländer oder sogar ins Ausland verlegen, warnt Lucha. Ministerpräsident Winfried Kretschmann teilte mit, es stünden schwierige Wochen bevor. Die vierte Corona-Welle treffe vor allem die Ungeimpften mit voller Wucht. „Deshalb appelliere ich noch einmal eindrücklich an alle Menschen in Baden-Württemberg, sich gegen das Virus impfen zu lassen“, sagte Kretschmann der DPA zufolge.

Neue Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg: Das plant die Landesregierung

Um die Corona-Situation in Baden-Württemberg unter Kontrolle zu bringen, setzt die Landesregierung auf neue Maßnahmen, die auf die Corona-Impfung abzielen. So soll nach Informationen der Deutschen-Presse-Agentur (DPA) die Zahl der mobilen Impfteams in Baden-Württemberg auf 155 erhöht werden. Zudem soll in allen Stadt- und Landkreisen jeweils  ein sogenannter Impfstützpunkt eingerichtet werden, wie eine Sprecherin des Staatsministeriums am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Die Landesregierung setzt im Kampf gegen die vierte Corona-Welle mit ihren neuen Maßnahmen vor allem weiter auf die Corona-Impfung. Der Tübinger Notärztin Lisa Federle gehen die Aufstockung der mobilen Impfteams und die neuen Impfstützpunkte nicht weit genug. Weil 87 Prozent der Intensivbetten in Baden-Württemberg mit Nicht-Geimpften belegt seien, forderte Federle weitere Einschränkungen für all die, welche nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder genesen sind.

Baden-Württemberg: Lisa Federle mit Knallhart-Forderung – 2G und Impfpflicht

Federle im Gespräch mit der DPA weiter: „In allen Betrieben sollte die 2G-Regel eingeführt werden. Außerdem sollten Ungeimpfte verpflichtet werden, jeden zweiten Tag einen PCR-Test zu machen.“ Wegen der vorhersehbaren weiter steigenden Infektionszahlen sollte laut Federle zudem rigoros das 2G-Modell – also der Zutritt nur für Geimpfte und Genesene – in ganz Deutschland eingeführt werden. Federle spricht sich zudem für eine Impfpflicht für Menschen – die mit vulnerablen Gruppen arbeiteten – aus.

Notärztin Lisa Federle aus Tübingen gehen die aktuellen Corona-Maßnahmen nicht weit genug.

Die Forderungen von Federle sind sehr umstritten. Experten mahnen, dass auch eine vollständige Corona-Impfung nicht zu 100 Prozent vor einer Infektion mit Covid-19 schützt. Auch Geimpfte und Genesene können sich infizieren und das Virus übertragen. Hinzu kommt, dass alle Ungeimpften mit Blick auf flächendeckendes 2G massiv vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Die von der Politik stets ausgeschlossene Impfpflicht würde unter noch mehr 2G vollends durch die Hintertür kommen.

Corona-Lage in Baden-Württemberg: Zahlen erreichen bald die kritische Marke

Mittlerweile werden die Corona-Regeln übrigens verstärkt kontrolliert. In einem separaten Beitrag schreibt echo24.de*, wie teuer Verstöße gegen die Corona-Verordnung in der Gastro* werden können. Aufgrund der aktuell hohen Corona-Werte ist in Baden-Württemberg ist die Warnstufe* in Kraft. Das heißt: In vielen Bereichen wie in der Gastronomie oder der Kultur müssen Besucher vollständig geimpft oder genesen sein oder alternativ einen negativen PCR-Test nachweisen.

Sollten die Corona-Zahlen weiter steigen, wird laut der Corona-Verordnung die Alarmstufe in Baden-Württemberg* ausgerufen. Das passiert, sobald die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz in Baden-Württemberg die Zahl von Zwölf erreicht oder überschreitet, oder wenn die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten 390 erreicht oder überschreitet. Mit Blick auf die aktuellen Corona-Werte in Baden-Württemberg könnte es bald so weit sein. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze/dpa

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