Corona-Lage in Baden-Württemberg ist ernst

Baden-Württemberg: Strobl forderte drastischen Lockdown – „Alles dicht machen“

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Die Corona-Lage ist ernst, das zeigen die täglichen Zahlen der Neuinfektionen. Die aktuellen Maßnahmen gehen dem baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl nicht weit genug – er fordert einen radikalen Schritt.

1.312 – so viele neue Corona-Fälle hat das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg* am Montagabend, 26. Oktober, vermeldet. Damit stieg die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen weiter deutlich und überschritt inzwischen auch die Schwelle von landesweit 70.000 Fällen. Konkret haben sich 70.892 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Das berichtete echo24.de*. Der aktuell wohl wichtigste Wert, die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz, stieg auf 85,5 an. Zehn Regionen haben bei diesem Wert bereits die 100 überschritten. Es gilt die höchste Pandemiestufe drei*!

Baden-Württembergs Innenminister Strobl fordert kompletten Lockdown in ganz Deutschland

Die aktuelle Entwicklung zeigt: Es ist ernst – in Baden-Württemberg, in Deutschland, weltweit! Seit dem 19. Oktober gelten aus diesem Grund auch verschärfte Corona-Regeln im Südwesten. Aber: Reicht das? Gehen diese Maßnahmen weit genug, um das immer diffuser werdende Infektionsgeschehen noch einzudämmen? Bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr konnte die Zahl der Neuinfektionen durch einen Lockdown deutlich reduziert werden.

Jetzt bringen Politiker eine erneute Corona-Zwangspause ins Gespräch. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl fordert einen Lockdown von einer guten Woche, sollte sich die kritische Entwicklung fortsetzen. Das sagte er dem Nachrichtenportal „ThePioneer“ am Dienstag. Würden sich die Infektionszahlen weiterhin derart entwickeln, wären weitere Maßnahmen vonnöten – „etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dicht machen, dass von Freitag bis Sonntag die Woche drauf gar nichts mehr geht“, sagte Strobl konkret.

Thomas Strobl fordert bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Situation einen einwöchigen Lockdown.

Coronavirus: Strobl auch für temporäre Schließungen von Kitas und Schulen

Wie Bild.de berichtet, will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei dem Treffen von Bund und Ländern am Mittwoch für eine Art „Lockdown light“ aussprechen. Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl geht aber weiter. Während in Merkels Vorschlag Schulen und Kitas offen bleiben würden, antwortete Strobl auf die Frage, ob von den Schließungen auch Geschäfte, Kitas und Schulen betroffen seien: „Alles heißt alles.“ Wenn es nach ihm geht, habe das auch Einschränkungen im Grenzverkehr zur Folge. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Virologe Christian Drosten hatten kürzlich einen „Kurz-Lockdown“ ins Gespräch gebracht*.

Als Begründung für seine „sehr, sehr harte“ Lösung erklärte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl, durch einen kurzen Lockdown könne man das Infektionsgeschehen zum Stillstand bringen. Gut wäre die zeitliche Begrenzung. Vom harten Lockdown erhofft sich Thomas Strobl laut der Deutschen Presse-Agentur aber auch positive Folgen. Danach wären ein Weihnachtsgeschäft und eine gemeinsame Weihnachtszeit mit der Familie wieder möglich.

Bei der ersten Corona-Welle hatten Bund und Länder beschlossen, Schulen und Kitas zu schließen. Außerdem wurden während des Lockdowns Kultur- und Sporteinrichtungen gesperrt. Bis auf systemrelevante Geschäfte waren Restaurants und Einzelhandelsläden geschlossen. Wochenlang durften sich nicht mehr als zwei Personen unterschiedlicher Haushalte treffen. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

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