Lokale im Kampf gegen das Coronavirus

Corona-Maskenpflicht verschärft: Das kommt nun auf die Heilbronner Gastro-Szene zu

  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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  • Jason Blaschke
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In Baden-Württemberg wird ab Mittwoch, 30. September, die Maskenpflicht in Restaurants wieder verschärft. Das hat auch Folgen für die Lokale in Heilbronn.

Update, 24. September: Die Zügel ziehen wieder an: Ab dem kommenden Mittwoch, 30. September, gibt es wieder härtere Regeln in der Gastronomie von Baden-Württemberg, um gegen das Coronavirus vorzugehen. Thomas Aurich, Geschäftsführer der Heilbronner Neckarmeile und Stadtverbandsvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), begrüßt die verschärfte Maskenpflicht - aus einem einfachen Grund, wie er auf Nachfrage von echo24.de mitteilt: „Die neuen Maßnahmen sorgen für verstärkte Klarheit.“ Nun müssen sich die Gäste in Sachen Maskenpflicht einheitlich verhalten - egal ob sie im Gastrobereich drinnen oder draußen sitzen. Aurich: „Wenn man nur in Teilen des Gästebereichs im Lokal Mund- und Nasenschutz verlangt, führt das dazu, dass manche Gäste gar keine Masken dabei haben." Nun wissen die Gäste durch die ab 30. September geltenden Regeln eher, woran sie sind.

Doch stürzt die schärfere Masken-Pflicht die Gastronomie in Baden-Württemberg nicht noch tiefer in die Krise? Thomas Aurich aus Heilbronn betont: „Wir Wirte tun alles, um die geltenden Verordnungen einzuhalten.“ Gerade, was die Angaben persönlicher Daten beim Gastro-Besuch angeht, müssen die Wirte auch mal besonders hinterher sein. Fakt ist aber auch: In so streng geregelten Bereichen wie in der Gastronomie ist die Gefahr, sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anzustecken, geringer, als in weniger reglementierten Bereichen. Aurich: „Ich würde mir wünschen, dass auch die deutschen Politiker mal solche Aussagen wie die Politiker in den Niederlanden treffen würden. Die sagen zur Bevölkerung: ‚Haltet euch dort auf, wo es sicher und geregelt zugeht.‘“

Coronavirus-Regeln in Baden-Württemberg: Heilbronner Wirte arbeiten an Lösungen

Doch mit Coronavirus-Verordnungen allein ist es noch nicht getan - Lösungen müssen her. Und daran arbeiten die Wirte der Gastronomie in Heilbronn unentwegt. Aurich: „Ich empfehle zum Beispiel, CO2-Messgeräte mit Ampelsystem zu nutzen. Da erkennt der Wirt sofort, wenn die Luft im Innenbereich des Lokals schlecht ist." Wenn er dann das Fenster öffnet und dadurch die Luftzirkulation erhöht wird, sinkt automatisch das Covid-19-Ansteckungsrisiko.

Die Tatsache, dass das Ordnungsamt am vergangenen Wochenende drei Lokale in Heilbronn wegen gravierender Missachtung des Infektionsschutzes geschlossen hat, zeige jedoch gerade nicht, dass man sich als Gast großen Coronavirus-Gefahren aussetzt. Aurich: „Es gibt klare Verordnungen - und daran haben sich die betroffenen Kollegen am Wochenende nicht gehalten.“ Die drei geschlossenen Betriebe sieht er klar als Ausnahmen: „Wir haben mehr als 500 Gastro-Betriebe in Heilbronn. Drei Lokale wurden am vergangenen Wochenende geschlossen. Solcher fehlerhafter Umgang mit den Coronavirus-Regeln ist die absolute Ausnahme. Die klare Mehrheit der Kollegen in Heilbronn ist sich ihrer Verantwortung bewusst und macht sich intensiv Gedanken." Man stehe zudem in stetigem Austausch untereinander und gebe sich gegenseitig Tipps, um die Sicherheit der Gäste in den Lokalen von Heilbronn zu gewährleisten.

Coronavirus Baden-Württemberg: Landesregierung verschärft Maskenpflicht

Erstmeldung, 23. September: Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Baden-Württemberg steigt aktuell wieder. Verantwortlich für diesen Negativ-Trend sind laut Experten die Lockerungen der Coronavirus-Regeln und die Ausweitung der Testkapazitäten. Aufgrund der steigenden Zahl an Coronavirus-Infektionen in Deutschland raten die meisten Experten von weiteren Lockerungen in Deutschland ab. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist neben vielen anderen Politikern aktuell gegen weitere „Aufweichungen“.

Baden-Württemberg: Landesregierung verschärft Maskenpflicht

In Baden-Württemberg geht die schwarz-grüne Landesregierung sogar noch zwei Schritte weiter. Der Grund: Zum 30. September werden die Coronavirus-Regeln in Baden-Württemberg nochmal verschärft. im Details geht es um die allgemeine Maskenpflicht in Restaurants und die Vorgaben für Veranstaltungen. In Restaurants darf der Mund-Nasen-Schutz dann nur noch am Tisch abgenommen werden. Wer also kurz auf die Toilette geht , muss ab 30. September einen Mundschutz tragen.

Die strengeren Coronavirus-Regeln für Restaurants in Baden-Württemberg kommen nicht überraschend. Der Hintergrund: Die Jahreszeit für Biergärten und Außenbereiche ist langsam vorbei. Und mit höheren Gästezahlen in geschlossenen Räumen steigt folglich auch das allgemeine Infektionsrisiko. Übrigens: Die verschärfte Maskenpflicht ab 30. September wird genauso für Freizeitparks, Vergnügungsstätten, geschlossenen Räumen und Wartebereiche in Baden-Württemberg in Kraft treten.

Baden-Württemberg: Strengere Corona-Regeln für Veranstaltungen

Auch für Veranstaltungen in Baden-Württemberg gelten ab 30. September strengere Regeln. Konkret geht es um die Teilnehmerzahl. (Symbolbild)

Wer in Baden-Württemberg gegen die Maskenpflicht verstößt, muss mit teils saftigen Geldstrafen rechnen. Von der Landesregierung aus Stuttgart heißt es: „Es gibt ein Zutritts- und Teilnahmeverbot bei Verstoß gegen die Maskenpflicht.“ Auch für Veranstaltungen in Baden-Württemberg gilt ab 30. September eine neue Einschränkung. Konkret geht es um die Teilnehmerzahl. Alle Veranstaltungen in Baden-Württemberg mit mehr als 500 Teilnehmern bleiben untersagt, heißt es.

Aktuell berichtet auch die Stuttgarter Zeitung über die neuen Coronavirus-Regeln in Baden-Württemberg. Neue Einschränkungen, welche die ohnehin schon angeschlagene Gastro- und Veranstaltungsbranche in Deutschland hart treffen könnten. Denn schon jetzt bleiben viele Menschen lieber zu Hause und meiden größere Menschenansammlungen. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 geht gut voran. Im kommenden Jahr könnte es bereits eine Impfung geben.

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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