Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg

Mega-Ausnahme statt Lockdown-Katastrophe in Baden-Württemberg! Das gilt für Familien

Ein Junge spielt in einem Kindergarten mit Bauklötzen und einem Spielzeugauto. (Symbolbild)
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Länger wird der Lockdown, er wird strenger und er trifft vor allem Kinder und ihre Eltern hart. (Symbolbild)
  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Die neuen Lockdown-Beschlüsse bedeuten eine riesige Herausforderung für Familien mit Kindern. Baden-Württemberg hat deshalb wichtige Ausnahmen beschlossen.

Trotz des seit November geltenden und im Dezember noch einmal verschärften Lockdowns sinken die Infektionszahlen mit dem Coronavirus* nicht. „Es liegt noch eine schwierige Strecke vor uns, wahrscheinlich die schwierigste der ganzen Pandemie“, hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Bürger auf die kommende Zeit eingeschworen. Aus diesem Grund haben sich Bund und Länder beim Corona-Gipfel nicht nur auf eine Verlängerung des Lockdowns* geeinigt – die Regeln werden ab dem 11. Januar außerdem noch deutlich härter, wie echo24.de* berichtet.

Doch die harten Regeln bedeuten gerade für Familien eine riesige Herausforderung. Denn nach den Beschlüssen des Corona-Gipfels* sind private Treffen nicht mehr auf maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten begrenzt. Stattdessen darf sich ein Haushalt nur noch mit einer weiteren Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, treffen. Diese Regelung soll eigentlich auch Kinder miteinschließen. Das würde auch bedeuten, dass beispielsweise zwei Kinder nicht ein anderes Kind zu Hause besuchen können.

Lockdown-Regeln: Baden-Württemberg legt Ausnahmen für Familien mit Kindern fest

Doch viele nehmen diese Regelung als Katastrophe für Familien wahr. Der baden-württembergische Landtag hat am Freitag deshalb in einer Sondersitzung Ausnahmen für Familien mit Kindern diskutiert – und beschlossen. Um diese zu entlasten, will man von den strengen Vorgaben abweichen. Zuvor hatte die CDU in Baden-Württemberg in einem Brief an Kretschmann gefordert, die Regel „nicht auf Kinder unter 14 Jahren, zumindest aber nicht auf Kinder unter zehn Jahren“ auszudehnen. Alles andere wäre ein „Schlag in das Gesicht der Familien im Land“.

Bei den verschärften Kontaktbeschränkungen macht der Südwesten in seiner Corona-Verordnung jetzt eine Ausnahme. „Um den Bedürfnissen von Familien mit kleinen Kindern oder Alleinerziehenden gerecht zu werden, werden dabei Kinder bis 14 Jahre in Baden-Württemberg nicht mitgezählt“, stellte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag klar. Außerdem soll in Baden-Württemberg trotz hartem Lockdown möglich sein, dass sich zwei Familien zur Kinderbetreuung zusammentun können und die Kinder wechselseitig betreuen. Dabei gibt es eine Bedingung: Es soll sich dabei immer um dieselben zwei Familien handeln, um die Kontakte dennoch auf ein Minimum begrenzen zu können.

Kinder und Familien im Lockdown: Baden-Württemberg will Schulöffnung nicht garantieren

Auch für Schüler haben die neuen Beschlüsse harte Konsequenzen. Der verlängerte Corona-Lockdown bedeutet für die meisten, dass es im Januar statt Präsenz- nur Fernunterricht geben wird. Nur für jüngere Kinder könnte es Ausnahmen geben. Erst am kommenden Donnerstag, 14. Januar, will die Landesregierung in Baden-Württemberg darüber entscheiden, ob Grundschulen und Kitas am 18. Januar wieder öffnen können. Eine Öffnung der Schulen* an diesem Tag sei für die Kinder wichtig. „Doch garantieren können wir es heute noch nicht“, erklärte Kretschmann. Vorab wolle man auf „belastbare Zahlen“ warten.

Hintergrund sind Melde- und Testverzögerungen nach den Feiertagen. Das Robert-Koch-Institut hatte bereits mitgeteilt, dass dies bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten sei. Meist würden weniger Personen einen Arzt aufsuchen, weniger Proben würden genommen und weniger Labor-Untersuchungen durchgeführt. Zudem könne sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.

Mit aussagekräftigen Zahlen zum Infektionsgeschehen rechnet man erst Ende kommender Woche. Die neue Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg, die dann ab dem 11. Januar gilt, muss zunächst mit allen Ministerien abgestimmt werden, ehe sie veröffentlicht wird. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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