Coronavirus in Baden-Württemberg

Coronavirus Baden-Württemberg: Wieder Shutdown? Plan für zweite Welle steht

Der Schriftzug "Wir schließen!" steht hinter einem Rollgitter an einem geschlossenen Geschäft. Foto: Martin Gerten/dpa
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Der Schriftzug «Wir schließen!» steht hinter einem Rollgitter an einem geschlossenen Geschäft. Foto: Martin Gerten/dpa
  • vonIsabel Ruf
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Eine zweite Corona-Welle ist die aktuell größte Sorge in Baden-Württemberg. Jetzt liegt ein Konzept vor, um den wohl folgenschwersten Schritt zu verhindern.

Stuttgart – Seit Ende Juli steigt die Zahl der Corona-Fälle in Baden-Württemberg* wieder an. Das vermeldet das Landesgesundheitsamt. Besonders auffällig ist dabei derzeit der hohe Anteil an jungen Infizierten und die vielen Fälle, die sich voraussichtlich im Ausland infiziert haben – Stichwort Reise-Rückkehrer. Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland weiterhin als hoch ein, für Risikogruppen als sehr hoch.

Aber was passiert, wenn die Corona-Zahlen im Herbst und Winter, wenn die Menschen vor allem wieder in geschlossenen Räumen aufeinander treffen, erneut gefährlich ansteigen? Welche Maßnahmen werden dann ergriffen? Droht in Baden-Württemberg wieder ein Shutdown?

Zweite Corona-Welle in Baden-Württemberg: Kommt der erneute Shutdown?

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat ein Konzept entwickelt, wie im Falle einer zweiten Corona-Infektionswelle in den Kommunen reagiert werden soll. Dieses stellen Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Kultusministerin Susanne Eisenmann und Sozialminister Manne Lucha am Dienstag, 15. September, in der ersten Regierungspressekonferenz nach den Sommerferien vor.

Einen Shutdown wie im Frühjahr will die Landesregierung von Baden-Württemberg auf jeden Fall verhindern.

Es sind bereits einige Eckpunkte des Konzeptes für eine zweite Welle, wenn die Infektionen wieder deutlich zunehmen, durchgesickert. Wie SWR.de berichtet, liegt der Vorlage ein Drei-Stufen-Konzept zugrunde. Ausschlaggebend für die jeweilige Stufe, die dann greift, ist das aktuelle Infektionsgeschehen vor Ort. Der zentrale Gedanke dabei: Ein landesweiter Shutdown wie im Frühjahr – also die Schließungen von Schulen, Kitas, Gaststätten und dem Einzelhandel – soll verhindert werden! Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur und beruft sich auf einen Artikel der „Südwest Presse“.

Corona-Fälle in Baden-Württemberg: Diese Maßnahmen sollen den Shutdown abwenden

Laut dem SWR könnte ein örtlich begrenzter Shutdown aber denkbar sein – sollten die vorher ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen. Die erste Stufe ist demnach mit der „aktuellen, stabilen Phase unter Pandemie-Bedingungen" gleichzusetzen – also mit den derzeit gültigen Regeln der Corona-Verordnung*, zum Beispiel den Corona-Regeln zu Hochzeiten und Geburtstagen*. Sollte die Zahl der Corona-Fälle weiter steigen, greift Stufe zwei, die stärkere Kontrollen in der Regeln vorsieht.

Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gilt die Corona-Vorwarnstufe – wie zuletzt in Heilbronn*. Dann tritt die dritte Stufe ein und es folgen – allerdings nur in den betroffenen Gebieten – weitere Einschränkungen im Alltag. Darunter fällt beispielsweise in Schulen eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Nach den aktuellen Corona-Regeln für Schüler und Lehrer* gilt diese Pflicht derzeit lediglich auf dem gesamten Schulgelände außerhalb des Klassenzimmers.

Zudem könnte in Stufe drei gelten, dass die Anzahl an Kunden im Einzelhandel begrenzt wird oder dass sich die Gastronomie auf Außenbereiche beschränken muss. Am Dienstag soll das baden-württembergische Kabinett das Konzept für den Umgang mit einer zweiten Welle verabschieden. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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