Schnelltests für alle in Baden-Württemberg?

Corona-Schnelltests für alle - heute Entscheidung? Mega-Folgen möglich

  • Melissa Sperber
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Baden-Württemberg berät heute auf einem Gipfel über die weitere Teststrategie des Landes. Die Ergebnisse könnten deutliche Folgen für mögliche Lockerungen haben.

„Ab 1. März sollen alle Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können. Sie sind mittlerweile ausreichend am Markt verfügbar“, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag, 16. Februar, auf seinem Twitter-Kanal mit. Und das könnte weitreichende Folgen haben! Denn: Flächendeckende Antigen-Schnelltests für jeden* könnten bei möglichen Lockdown-Lockerungen von entscheidender Bedeutung sein, wie echo24.de* berichtet.

Doch was bedeutet das für die einzelnen Bundesländer? Wie es mit der Teststrategie in Baden-Württemberg weitergehen soll, darüber will die Landesregierung heute bei einem Gipfel mit Kommunalverbänden und Hilfsorganisationen beraten. Darüber berichtet auch bw24.de*. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt: Am Montag, 22. Februar, sollen die Schulen teilweise wieder öffnen*.

Baden-Württemberg: Corona-Schnelltests für alle - endlich Lockerungen in Sicht?

Wie die dpa berichtet, fordern die kommunalen Landesverbände Klarheit über die künftige Teststrategie Baden-Württembergs und die finanziellen Rahmenbedingungen. Bundesgesundheitsminister Spahn hatte angekündigt, dass die Corona-Schnelltests für alle Bürger kostenlos sein sollen. Das solle laut dem baden-württembergischen Gesundheitsminister Manfred Lucha Teil der Gespräche sein. Dazu kommt: Sobald die Selbsttests durch das Bundesamt für Arzneimittel zugelassen seien, wolle Baden-Württemberg selbst eine „große Landesreserve“ aufbauen.

Doch die Kritik an der geplanten Teststrategie ist bereits vor dem heutigen Gipfel groß. Bislang sieht das Konzept der baden-württembergischen Landesregierung zwei kostenlose Schnelltests pro Woche in der Arztpraxis oder in der Apotheke für Beschäftigte an Schulen und Kitas vor. Lehrerverbände von Gymnasien, Realschulen und Berufsschulen in Baden-Württemberg fordern jedoch, dass freiwillige Schnelltests für Lehrkräfte sowie Schüler vor Ort an den Schulen zur Verfügung gestellt werden. Die Begründung: So könne eine mögliche Coronavirus-Ausbreitung frühzeitig eingegrenzt werden.

Kritik an Schnelltest-Strategie in Baden-Württemberg: Bereitstellung bereits im Oktober gefordert

Auch die Tübinger Notärztin Lisa Federle kritisierte gegenüber der dpa die bisherigen Pläne von Lucha. Mehrfach habe sie seit Oktober Lucha dazu aufgefordert, sich um die Bereitstellung und Finanzierung der Schnelltests zu kümmern. Diese dringenden Bitten seien an dem Minister abgeprallt „wie an einer Betonwand“. Federle hatte in Tübingen bereits seit Ende November mit Schnelltests begonnen, die sie mit Spenden finanziert: Diese Schnelltests hätten nachgewiesenermaßen einen spürbaren Effekt auf die Inzidenz im Landkreis Tübingen. *echo24.de und bw24.de sind Teil des Ippen Digital Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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