Coronavirus in Baden-Württemberg

Drohen strengere Corona-Regeln für Weihnachten und Silvester? Klare Ansage von Kretschmann

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Können Weihnachten und Silvester im Kreise der Familie gefeiert werden? Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht für ausgeschlossen.

„Es wird ein Weihnachten unter Corona-Bedingungen sein, aber es soll kein Weihnachten in Einsamkeit sein.“ Diesen Satz sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am ersten Tag des Teil-Lockdowns, der seit dem 2. November bundesweit gilt. Er soll dazu beitragen, die dramatisch gestiegenen Corona-Zahlen wieder einzudämmen. Auch in Baden-Württemberg gelten deshalb seit Kurzem verschärfte Corona-Regeln*, die Auswirkungen auf Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen haben. Zuletzt lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Bundesland trotzdem noch immer bei 139 (Stand 8. November), wie echo24.de* berichtet.

Baden-Württemberg: Weihnachten und Silvester in Corona-Zeiten – das sagt Kretschmann

Es ist die Angst vieler Menschen in Baden-Württemberg: Dass die Zahlen nicht wie erhofft sinken und die Corona-Pandemie ein Weihnachtsfest im Kreise der Liebsten verhindert. Ähnliches gilt für den Jahreswechsel: Wie wird Silvester 2020/2021 aussehen? Kann das neue Jahr überhaupt gebührend begrüßt werden? Zuletzt hatte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits einen wichtigen Wert genannt, bei dessen Erreichen der Lockdown beendet werden könnte*.

Doch sollten die Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt haben, ist eben auch das Gegenteil denkbar: weitere Verschärfungen der Corona-Auflagen. Und genau die hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann jetzt thematisiert beziehungsweise nicht ausgeschlossen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Seine Begründung: „Wenn die Intensivstationen volllaufen, ist es schon zu spät“, sagte des Landeschef der Funke Mediengruppe. Man dürfe nicht warten, bis die Kapazitäten erschöpft seien.

Baden-Württemberg: Kretschmann schließt vor Weihnachten noch härtere Maßnahmen nicht aus

Wenn drohe, dass diese „rote Linie“ überschritten werde, komme man um härtere Maßnahmen nicht herum, betonte Kretschmann. Unter Umständen seien sogar „sehr harte Maßnahmen“ denkbar. Zuletzt waren nach Daten des DIVI-Intensivregisters in Baden-Württemberg insgesamt 2.225 Intensivbetten von betreibbaren 3.025 Betten belegt. Das entspricht 74 Prozent. Auch wie eine erneute Verschärfung konkret aussehen könnte, erklärt der Ministerpräsident. Denkbar sei eine weitere Minimierung der Kontakte. „Die Anzahl der Personen, mit denen man sich treffen kann, muss dann noch weiter reduziert werden“, sagte er.

Winfried Kretschmann äußerte sich in dem Interview auch zu Weihnachten und Silvester in Zeiten der Corona-Pandemie. Weihnachtsmärkte halte er in diesem Jahr für „vollkommen ausgeschlossen“, hielt der Ministerpräsident von Baden-Württemberg fest. Zuletzt war auch der Weihnachtsmarkt in Stuttgart abgesagt* worden, allerdings ist eine Alternative geplant. Stehen auch Silvester-Feiern vor dem Aus? Dazu Kretschmann: „Ich fürchte, ja. Silvesterpartys kann man im Kreise der Familie machen, aber nicht groß, feucht und fröhlich mit vielen Freunden.“ Er beschwor die Bevölkerung, mit derartigen Festen zu warten, bis man einen Impfstoff habe und „die Bevölkerung auch durchgeimpft ist“.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht für ausgeschlossen.

Baden-Württemberg: Weitere Verschärfung der Corona-Regeln – Kretschmann wird deutlich

Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche müsse wieder stabil unter 50 pro 100.000 Einwohner fallen. Jeder Einzelne kann laut Kretschmann jetzt beeinflussen, ob man im Dezember lockern könne oder verschärfen müsse. „Wir können nicht dulden, dass diese Sache nicht ernst genommen wird“, wurde Kretschmann laut SWR.de deutlich und kündigte weitere Kontrollen und Sanktionen an.

Im Falle einer Verlängerung des Teil-Lockdowns geht der baden-württembergische Ministerpräsident von einer Ausweitung der Hilfen für Betroffene aus. Außerdem fügte er hinzu, er habe Verständnis für Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen durch Betroffene. Anders sei das bei Leuten, „die dagegen sind, weil sie die Tatsachen nicht wahrhaben wollen“, sagte Kretschmann. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

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