Neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg: Diese harten Corona-Regeln gelten jetzt im Einzelhandel

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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In Baden-Württemberg gelten seit dem 1. Dezember verschärfte Regeln für den Einzelhandel. Die neuen Corona-Maßnahmen haben auch Folgen für die Kunden beim Einkauf.

Baden-Württemberg hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus* trotz des im November verhängten Teil-Lockdowns noch nicht im Griff. Aus diesem Grund haben Bund und Länder beim Corona-Gipfel* beschlossen, die Corona-Regeln im Dezember zu verlängern und zu verschärfen, wie echo24.de* berichtet. Am 2. Dezember wurde überraschend bekannt, dass der Lockdown noch einmal verlängert wird – vorerst gelten die Corona-Maßnahmen jetzt bis zum 10. Januar*! Dadurch bleiben Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie die Gastronomie vorerst geschlossen. Und auch für den Einzelhandel gibt es härtere Regeln – mit Folgen für die Kunden.

Baden-Württemberg: Diese Regeln gelten für den Einzelhandel – mit Folgen für Kunden

Anders als im Frühjahr bei der ersten Corona-Welle bleibt der Groß- und Einzelhandel – im Gegensatz zu beispielsweise Restaurants – derzeit geöffnet. Um Kunden und Mitarbeiter bei Lidl, Aldi, Rewe und Co. oder Läden in der Innenstadt dennoch zu schützen, wurden aber zum 1. Dezember die Regeln für die Geschäfte geändert. Das betrifft zum einen die Anzahl an Kunden, die gleichzeitig in die Läden dürfen. In größere Geschäfte dürfen nur noch halb so viele Kunden. Konkret gelten folgende Regeln:

Regeln für den Einzelhandel

Ab dem 1. Dezember darf sich in Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern maximal ein Kunde pro 10m² Verkaufsfläche aufhalten.

Für Läden mit mehr als 800qm gilt ab dem 801. Quadratmeter eine Beschränkung auf einen Kunden pro 20m² Verkaufsfläche.

Die Beschränkung auf einen Kunden pro 20m² ab dem 801. Quadratmeter gilt nicht für Supermärkte, da die zur Grundversorgung gehören.

Für Shops in großen Zentren, die selbst weniger als 800m² Verkaufsfläche haben, gilt dann die ein Kunde pro 10 Quadratmeter-Regel. In der 40qm-Boutique dürfen sich also maximal vier Kunden gleichzeitig aufhalten.

Mögliche Rechnungen bei den neuen Einzelhandels-Regeln: Ein Laden mit 1.200 Quadratmeter Verkaufsfläche dürfte für die ersten 800qm 80 Kunden und für die weiteren 400 Quadratmeter nochmal 20 Kunden einlassen – insgesamt also 100. Bei einem Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von über 8.000 Quadratmetern dürfen für die ersten 800qm 80 Kunden (einer pro 10m²) und für die übrigen 7.200 Quadratmeter nochmal 360 Kunden (einer pro 20m²) ins Einkaufszentrum – insgesamt also 440.

Baden-Württemberg: Härtere Regeln für Geschäfte – das ändert sich für Kunden beim Einkaufen

Es kann also zu Warteschlangen vor Geschäften kommen – besonders auch vor den Weihnachtsfeiertagen. Außerdem wird hinsichtlich des Einzelhandels die Maskenpflicht verschärft. Diese gilt laut der neuen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg seit dem 1. Dezember jetzt auch vor Einkaufszentren, Ladengeschäften und Märkten und auch auf den Parkplätzen! Auf die Maskenpflicht und die Abstandsregelungen weisen viele Geschäfte auch mit Plakaten auf dem Filialgrundstück hin. Aldi Süd hat dafür aber herbe Kritik einstecken müssen*.

Doch wie wird bei Lidl, Rewe, Kaufland und Co. kontrolliert, dass nicht zu viele Menschen in den Geschäften und Supermärkten sind? Manche Märkte sind dazu übergegangen, eine Einkaufswagen- oder Einkaufskorb-Pflicht einzuführen. Durch eine abgezählte Anzahl an Körben und Wagen kann so die Zahl der einkaufenden Kunden im Blick behalten werden. Aldi Süd hingegen hat bislang zwei Drittel der Filialen mit einem digitalen System zur Zutrittskontrolle ausgestattet. Das teilte der Discounter auf seiner Website mit.

Baden-Württemberg: Neue Regeln für den Einzelhandel – Sorge vor Hamsterkäufen

Gerade vor Weihnachten kann vor allem der Andrang bei Supermärkten wie Aldi, Lidl, Kaufland und Co. riesig sein. Zwar hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann an die Bürger appelliert, die Einkäufe nicht an den hochfrequentierten Samstagen, sondern auch unter der Woche zu erledigen, dennoch wird sich die Lage nicht komplett entzerren lassen. Aufgrund von unnötigen Hamsterkäufen sind verschiedene Supermärkte auch schon dazu übergegangen, einige Produkte zu rationieren – beispielsweise Toilettenpapier, Konserven oder Mehl.

Vertreter von Supermärkten versichern den Kunden, dass Hamsterkäufe in der Corona-Pandemie nicht nötig seien. (Symbolbild)

Dennoch versuchen die Supermarkt-Verantwortlichen immer wieder, die Kunden zu beruhigen. „Die Versorgung ist sichergestellt, es besteht keine Notwendigkeit für Hamsterkäufe“, sagte ein Lidl-Sprecher zuletzt gegenüber ruhr24.de*. Demnach hätten die Einzelhändler aus dem Kaufverhalten der Menschen in der ersten Corona-Welle im Frühjahr gelernt und Frühwarnsysteme eingebaut*. Bei hoher Nachfrage könnten bestimmte Waren vermehrt geliefert werden. *echo24.de und ruhr24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/zb/dpa

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