Weitere Maßnahmen in Baden-Württemberg

Dramatische Corona-Lage in Extrem-Hotspots: Erste Konsequenzen stehen fest

Ein Schild weist auf die Maskenpflicht in der Pforzheimer Innenstadt hin.
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Corona-Hotspot Pforzheim hat die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in ganz Baden-Württemberg.
  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Trotz der Corona-Regeln wird die Lage in einigen Regionen zunehmend dramatischer. Baden-Württemberg plant jetzt noch heftigere Maßnahmen für Extrem-Hotspots.

Update vom 10. Dezember: Eine erste Verschärfung der Maßnahmen für Extrem-Hotspots in Baden-Württemberg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern ist jetzt bekannt. Schulen in diesen Gebieten müssen ab dem 14. Dezember ab Klasse 8 in Fernunterricht wechseln. Ausnahmen gibt es für Abschlussklassen.

Aktuell betrifft das lediglich Schulen im Stadtkreis Pforzheim mit einem Inzidenzwert von 337,4 (Stand 9. Dezember). Aber auch der Stadtkreis Heilbronn kratzt bereits an der 300er-Marke (298,6). Weiter heißt es vonseiten des Sozialministeriums von Baden-Württemberg: „Für den Zeitraum des Fernunterrichts müssen in den betroffenen Klassenstufen bereits geplante Klassenarbeiten abgesagt werden.“ Sie sollen nachgeholt werden, sobald Präsenzunterricht wieder möglich ist.

Corona-Lage in Extrem-Hotspots immer dramatischer – drastische Konsequenzen in BaWü drohen

Erstmeldung vom 9. Dezember: Erst kam der Teil-Lockdown in Baden-Württemberg ab dem 2. November. Für den Dezember wurden die dabei geltenden Corona-Regeln nach dem Corona-Gipfel noch einmal verschärft*. Am 4. Dezember reagierte die Landesregierung von Baden-Württemberg erneut und beschloss verschärfende Maßnahmen für Hotspots* mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern.

Doch alle harten Schritte haben nicht die gewünschte Wirkung – im Gegenteil. Die Corona-Zahlen bleiben anhaltend hoch*, in einigen Regionen wird die Lage immer dramatischer, wie echo24.de* berichtet. Auch ein scharfer Lockdown nach Weihnachten* wird in Baden-Württemberg aktuell nicht ausgeschlossen. Eine Sofort-Maßnahme steht bereits fest: Ein flächendeckendes Alkoholverbot unter freiem Himmel wird in die nächste Corona-Verordnung aufgenommen – vor allem aufgrund des Andrangs an Glühweinständen.

Ich halte die Lage für außerordentlich dramatisch.“

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag

Baden-Württemberg: Noch drastischere Regeln für extreme Hotspots – diese Maßnahmen drohen

„Es deutet sich an, dass das exponentielle Infektionsgeschehen zurück sein könnte“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann laut der dpa. Um wieder Herr der Lage zu werden, geht Baden-Württemberg jetzt noch einen großen Schritt weiter im Kampf gegen das Coronavirus. Der Regierungschef kündigte am Dienstag, 8. Dezember, weitere Maßnahmen für extreme Hotspots an. Die Regeln sollen noch drastischer sein als die bisherigen – und sie können schon sehr bald kommen. Konkret geht es um die besorgniserregenden Gebiete mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern.

Baden-Württembergs Ministerpräsident kündigte aufgrund der aktuell kritischen Infektionslage an, man werde noch in dieser Woche zusätzliche Maßnahmen beschließen müssen. Wenn es nach ihm geht, werden diese Regeln für Extrem-Hotspots bereits Anfang nächster Woche, also ab dem 14. Dezember, in Kraft treten können. Details dazu, wie diese Maßnahmen aussehen könnten, machte der Regierungschef nicht. Nach Informationen des SWR könnte es sich um Schließungen weiterer Einrichtungen, mehr Fernunterricht für Schüler oder weitere Ausgangsbeschränkungen handeln.

Baden-Württemberg: Weitere Verschärfungen für extreme Hotspots – wer wäre betroffen?

Aktuell würden weitere drastische Maßnahmen für Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern nur den Stadtkreis Pforzheim betreffen. Dort vermeldete das Landesgesundheitsamt von Baden-Württemberg am Montagabend einen Wert von 357,3 – trauriger Höchststand im Südwesten. Doch auch weitere Kommunen sind nicht weit von der 300er-Grenze entfernt. Die Stadtkreise Heilbronn (268,6) und Mannheim (244,0) könnten ebenfalls in Kürze betroffen sein.

Insgesamt sieben Corona-Hotspots in Baden-Württemberg weisen derzeit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100. Einwohner in sieben Tagen auf. Derzeit liegt die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg bei 153,4. Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen über dem Grenzwert von 50. In Mannheim, Pforzheim, dem Landkreis Calw und der Stadt Heilbronn wurden bereits nächtliche Ausgangssperren verhängt. 

Baden-Württemberg: Hotspot-Strategie erst wenige Tage alt – jetzt drohen neue Regeln

Bereits seit dem 4. Dezember gibt es eine neue Hotspot-Strategie in Baden-Württemberg, ein entsprechender Erlass ging an die Kommunen. Diese war für Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und diffusem Infektionsgeschehen (also nicht auf einzelne konkrete Ausbruchsgeschehen zurückzuführen) entwickelt worden. In diesen Fällen sind die Maßnahmen der Corona-Verordnung nochmals zu erweitern. Sobald der 7-Tages-Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter 200 liegt, ist die verhängte Allgemeinverfügung in den Kommunen wieder aufzuheben. Eine derartige Allgemeinverfügung mit verschärften Regeln hatte zuletzt unter anderem der Corona-Hotspot Heilbronn erlassen*.

Die Regeln beinhalten zum Beispiel bereits schärfere Kontaktregeln und nächtliche Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 und 5 Uhr. Veranstaltungen und besondere Verkaufsaktionen im Einzelhandel werden verboten, Friseursalons sowie Barbershops und Sonnenstudios geschlossen. An Schulen in betroffenen Stadt- und Landkreisen kann es Wechsel- und Fernunterricht in älteren Jahrgangsstufen geben. Sportstätten werden auch für den Schulbetrieb sowie für Freizeitsport geschlossen. Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind nur noch nach negativem Corona-Test oder mit FFP2-Maske möglich. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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