Wo Nicht-Geimpfte einen PCR-Test brauchen

Teure PCR-Tests für Ungeimpfte werden nur in bestimmten Bereichen Pflicht

  • Jason Blaschke
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Die PCR-Testpflicht für alle Ungeimpften soll in Baden-Württemberg nur in zwei Bereichen verpflichtend sein. Ein Corona-Schnelltest reicht zumeist aus.

Update, 13. August: Am Montag, 16. August, tritt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Anders als bisher soll die 7-Tage-Inzidenz keine große Rolle mehr spielen. Das heißt konkret: Fast alle Einschränkungen fallen weg, auch sogenannte Personenobergrenzen für Veranstaltungen oder private Feiern soll es nicht mehr geben. Dafür muss ab Montag in vielen Bereichen die 3G-Regel beachtet werden, die mit vielen neuen Lockerungen einhergeht.

Neue Freiheiten gibt es fortan nur für diejenigen, die geimpft, getestet oder genesen sind. Allerdings reicht in einigen Bereichen ein Antigen-Schnelltest nicht mehr aus – das war zumindest der bisherige Stand. Jetzt ist bekannt, dass die PCR-Testpflicht für Nicht-Geimpfte nur in Clubs und Diskotheken verpflichtend sein wird. In allen anderen Bereichen wie etwa der Kultur, der Gastronomie und Friseurläden soll auch künftig ein günstigerer Antigen-Schnelltest ausreichen.

PCR-Testpflicht für Ungeimpfte: Wo die teuren Tests verpflichtend werden

Zunächst hieß es, dass überall dort in Baden-Württemberg, wo in Innenräumen Abstand unmöglich ist alle Nicht-Geimpften künftig einen PCR-Test vorweisen müssen. Dass die Regelung jetzt nur noch für Besuche in Discos und Diskotheken verpflichtend sein soll, ist für viele Menschen mit Sicherheit ein Segen. Denn wie echo24.de in der Erstmeldung vom 12. August berichtet, sind die PCR-Tests nicht gerade billig. Zwischen 30 und 50 Euro können in Deutschland fällig werden.

Erstmeldung, 12. August: Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Anschluss des Corona-Gipfels einige Änderungen für Deutschland in der Corona-Politik bekannt gegeben hat, wird sich auch in Baden-Württemberg einiges ändern. Als erstes Bundesland macht Baden-Württemberg Schluss mit den Inzidenzen. Vor allem für Geimpfte soll in den Alltag wieder Normalität einkehren. Doch für Ungeimpfte wird es etwas komplizierter, denn in einigen Bereichen erhalten künftig nicht-Geimpfte Zutritt nur noch mit PCR-Test.

Baden-Württemberg: Gesundheitsministerium äußert sich zur PCR-Testpflicht

Die Inzidenz wird in der neuen Corona-Verordnung, die bereits am kommenden Montag (16. August) in Kraft treten soll, nicht mehr auftauchen. Von 16. August an können alle Menschen unabhängig von der jeweiligen Inzidenz am gesellschaftlichen Leben teilhaben – allerdings unter einer Bedingung: Sie müssen geimpft, genesen oder getestet sein. Allerdings reicht für die Getesteten künftig in einigen Bereichen ein Schnelltest nicht mehr.

„Die Details werden gerade unter Hochdruck innerhalb der Landesregierung erarbeitet, so ist zum Beispiel vorgesehen, dass es bei kulturellen Veranstaltungen im Innenbereich sowie in Clubs und Diskotheken keine Personenobergrenze mehr geben soll, die Einrichtungen können unter Vollauslastung öffnen. Bedingung: die BesucherInnen sind geimpft, genesen oder in diesem Fall ganz wichtig: mit PCR-Test negativ getestet“, erklärt Marcel Murmann, Pressesprecher des baden-württembergischen Minesteriums für Soziales, Gesundheit und Integration auf *echo24.de-Anfrage.

Bei der Innen-Gastronomie, bei Friseuren und körpernahen Dienstleistern soll hingegen ein Antigenschnelltest auch weiterhin ausreichen. Grundsätzlich ist geplant: Dort, wo intensive Körpernähe nicht zu vermeiden ist, ist ein PCR-Test notwendig. Wo nicht, reicht ein Antigenschnelltest. „Die genauen Bereiche werden dieser Tage definiert werden“, erklärt der Ministeriumssprecher.

Baden-Württemberg: Neue Corona-Regeln – Einlass nur noch mit PCR-Test 

Was ist der Unterschied zwischen einem PCR-Test und einem Antigen-Schnelltest? Das Bundesgesundheitsministerium hat auf seiner offiziellen Webseite erklärt, welche verschiedene Testmöglichkeiten es gibt:

  • PCR-Tests sind der „Goldstandard“ unter den Corona-Tests. Die Probenentnahme erfolgt durch medizinisches Personal – die Auswertung durch Labore. Die Kosten belaufen sich laut Bundesregierung auf 30 bis 50 Euro.
  • Antigen-Schnelltests: Haben ihren Namen, weil das Ergebnis schnell vorliegt. Sie können nur durch geschultes Personal durchgeführt werden – dafür wird ähnlich wie beim PCR-Test ein Nasen- oder Rachenabstrich gemacht. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zu den PCR-Test aber direkt vor Ort. Seit 8. März hat jeder Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche. Ab dem 11. Oktober sollen diese allerdings kostenpflichtig werden.
  • Selbsttests: Haben ihren Namen, weil diese Tests jeder selber machen kann. Die Selbsttests sind zur Anwendung durch Privatpersonen bestimmt. Dafür muss die Probenentnahme und -auswertung entsprechend einfach sein. Der Test kann zum Beispiel mit einem Nasenabstrich oder mit Speichel erfolgen.

Schnell- und Selbsttests haben gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Daher soll nach jedem positiven Schnell- und Selbsttest immer ein PCR-Test zur Bestätigung gemacht werden. Da die PCR-Tests verlässlicher sind, sollen in Baden-Württemberg künftig in den Bereichen, in denen ein Sicherheitsabstand nicht gewährleistet werden kann und keine Masken getragen werden können, vorab PCR-Tests durchgeführt werden, um ein sicheres Ergebnis zu erhalten.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa/Symbolbild

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