Ausnahmen in der Corona-Verordnung

Verschärfte Einreise-Regeln in BaWü: Wichtige Quarantäne-Ausnahme jetzt gekippt!

  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
    schließen
  • Isabel Ruf
    Isabel Ruf
    schließen

Wer in den Weihnachtsferien einen Kurztrip plant, muss bei der Rückkehr nach Baden-Württemberg einiges beachten, darunter auch aktuelle Regel-Änderung. Aber es gibt Ausnahmen – zum Beispiel bei Besuchen von Verwandten.

Update, 23. Dezember: Vom 23. Dezember an gilt in Baden-Württemberg die neue Corona-Verordnung für Einreise-Quarantäne. In den letzten Wochen hat die Landesregierung auf extremen Wachstum der Corona-Zahlen in Baden-Württemberg* mit verschärften Maßnahmen reagiert, wie echo24.de* berichtet. Nun ergibt sich - sowohl in Baden-Württemberg als auch in den Grenzregionen - aufgrund der Infektionslage ebenfalls Handlungsbedarf.

Die quarantänefreie Einreise bei einem bis zu 24-stündigen Aufenthalt in Baden-Württemberg beziehungsweise nach einem bis zu 24-stündigen Aufenthalt in einer Grenzregion ist nur gestattet, sofern die Ein- beziehungsweise Rückreise nicht überwiegend aus touristischen Gründen oder zu Zwecken des Einkaufs erfolgt, teilte die Landesregierung auf ihrer Internetseite mit. Das heißt: Eine quarantänefreie Einreise nach touristischen Reisen oder wegen eines Einkaufs ist nicht mehr möglich.

Baden-Württemberg: Quarantänepflicht bei Reisen zu touristischen Zwecken oder Einkäufen

Nach der bisherigen Verordnung galten im Rahmen der 24-Stunden-Regelung keinerlei Einschränkungen. Die Regelung bleibt auch mit Blick auf den gemeinsamen Lebensraum weiterhin erhalten. Und es besteht zum Beispiel auch weiterhin keine Quarantänepflicht, wenn die Grenze insbesondere aus beruflichen, schulischen, medizinischen, pflegerischen oder familiär bedingten Gründen überquert werden muss. Auch transnationale Partnerschaften ohne Trauschein sind von den neuen Regelungen nicht betroffen. An der bestehenden 72-Stunden-Regelung ändert sich dagegen nichts.

Künftig besteht jedoch Quarantänepflicht, wenn mit der Reise touristische Zwecke verfolgt werden oder die Grenze lediglich zum Einkaufen überquert wird. Im Klartext: Wer also beispielsweise aus Baden-Württemberg einen Ski-Ausflug in die Schweiz unternimmt oder zum Einkaufen nach Frankreich fährt, muss sich künftig nach seiner Rückkehr zehn Tage in Quarantäne begeben.

Gleiches gilt für Bewohnerinnen und Bewohner der Grenzregionen, die lediglich zum Einkaufen nach Baden-Württemberg fahren. Unabhängig von möglichen Reisen sind die in Baden-Württemberg geltenden Ausgangsbeschränkungen tagsüber und verschärft zwischen 20 und 5 Uhr zu beachten.

Reise über Weihnachten: Ab in Quarantäne – oder doch nicht? Diese Regeln gelten in Baden-Württemberg

Erstmeldung vom 4. Dezember: Deutschland verlängert seinen Teil-Lockdown mit verschärften Corona-Regeln* bis zum 10. Januar. Für viele waren die Weihnachtsferien aber immer Kurzurlaubs-Zeit. Prinzipiell gilt für die Weihnachtsferien oder generell Reisen in der aktuellen Corona-Zeit: Es gibt kein Reiseverbot. Allerdings appellieren Bund und Länder an die Bürger, möglichst zu Hause zu bleiben. „Alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen, insbesondere touristische Reisen auch ins Ausland unter anderem in Hinblick auf die Skisaison sind zu vermeiden“, heißt es auf der Seite der Landesregierung von Baden-Württemberg. Das berichtet echo24.de*.

Viele Länder haben auch individuelle Regeln und Beschränkungen festgelegt. In Österreich gilt beispielsweise: Wer in den Weihnachtsferien aus dem Ausland mit Inzidenzwerten über 100 (also auch Deutschland) einreisen will, muss zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst ab dem fünften Tage mit einem negativen Corona-Test von dieser Pflicht befreien, ähnliches gilt in den Niederlanden. In Italien werden die Ausgangs- und Reiseregelungen* laut merkur.de über Weihnachten und Silvester verschärft. Dänemark stuft Deutschland als Covid-19-Hochrisikoland ein – hier sind touristische Reisen für Deutsche nicht erlaubt.

Baden-Württemberg: Reise in ein Risikoland – Das kommt auf Rückkehrer zu

Das Wichtigste vorneweg: Wer sich in einem vom Robert-Koch-Institut ausgezeichneten Risikogebiet aufgehalten hat, muss unverzüglich nach der Einreise nach Baden-Württemberg in Quarantäne. Diese Pflicht gilt für zehn Tage. Außerdem müssen Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten vor der Abreise eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen und damit ihren Aufenthaltsort an die zuständige Gesundheitsbehörde weiterleiten. Die Vorlage dieser Anmeldung ist Voraussetzung, wenn man mit Flugzeug, Schiff, Zug oder Bus einreist. Die zehntägige Quarantäne-Pflicht kann vorzeitig beendet werden, wenn frühestens am fünten Tag ein Corona-Test durchgeführt wird, der negativ ist.

Wer sich als Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten – darunter zum Beispiel Österreich oder Teile Frankreichs – nicht an diese Quarantäne-Regeln hält, dem drohen saftige Bußgelder. Die Unterbrechung oder gar Unterlassung der Quarantäne kostet in diesem Fall zwischen 500 und 10.000 Euro. Wer sich nicht sofort nach der Einreise in Quarantäne begibt, muss zwischen 150 und 3.000 Euro zahlen. Auch für denjenigen, der in der Quarantäne Besuch empfängt (300 bis 5.000 Euro) und die zuständige Behörde nicht rechtzeitig kontaktiert (300 bis 3.000 Euro), wird es teuer. Zuletzt hatte Baden-Württemberg die Quarantäne-Regeln geändert* – mit Auswirkungen unter anderem für Schüler.

Baden-Württemberg: Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht

Viele Ski-Regionen bangen derzeit um ihre Wintersport-Saison. In Bayern gibt es aktuell riesigen Zoff um die Ski-Saison, wie Merkur.de* berichtet. Für die Menschen in Baden-Württemberg bedeutet jetzt auch ein kurzer Ski-Urlaub eine zeitintensive Angelegenheit. Selbst ein Wochenende im ausländischen Risikogebiet zwingt im Anschluss zu einer zehntägigen Quarantäne. Allerdings gibt es in der Corona-Verordnung auch Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht!

Ein Kurzbesuch in bestimmten Grenzregionen zum Beispiel in den Weihnachtsferien ist in Baden-Württemberg nämlich ohne anschließende Quarantäne möglich – selbst wenn es sich um ein Risikogebiet handelt. Konkret geht es um Personen, die sich weniger als 24 Stunden in festgelegten Grenzregionen aufgehalten haben. Das gilt für Vorarlberg (Österreich), das gesamte Staatsgebiet des Fürstentums Liechtenstein, die Departements Bas-Rhin und Haut-Rhin in Frankreich sowie mehrere Kantone in der Schweiz (Appenzell, St. Gallen, Thurgau, Zürich, Schaffhausen, Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Jura und Solothurn).

Baden-Württemberg: Diese Regeln gelten für Besuche in den Weihnachtsferien

Trotz der Verlängerung und Verschärfung des Teil-Lockdowns soll es in Baden-Württemberg an Weihnachten unter bestimmten Bedingungen Lockerungen geben*. Aber welche Regeln gelten bei Besuchen oder Reisen beispielsweise in den Weihnachtsferien? Die Quarantäne-Pflicht von zehn Tagen gilt in Baden-Württemberg nicht für diejenigen, die für weniger als drei Tage (72 Stunden) für den Besuch von Verwandten ersten Grades, des nicht dem gleichen Hausstand angehörigen Ehegatten oder Lebensgefährten sowie wegen eines geteilten Sorgerechts einreisen.

Solche Drei-Tages-Ausnahmen von den Quarantäne-Regeln gibt es auch für bestimmte andere Personengruppen wie Diplomaten, Kläger und Angeklagte bei Gerichtsverhandlungen, Lkw-Fahrer oder solche, die eine dringende medizinische Behandlung benötigen. Details zu den Ausnahmen gibt es in der Verordnung des Sozialministeriums von Baden-Württemberg. *echo24.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

Das könnte Sie auch interessieren