Corona-Krise in der Wirtschaft

Corona-Prämie in BaWü: Mitarbeiter dieser Unternehmen bekommen keine Sonderzahlungen

  • Julia Cuprakowa
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Die Unternehmen in Baden-Württemberg haben die Möglichkeit ihren Mitarbeitern in Form einer Sonderzahlung, der sogenannten Corona-Prämie, für den Einsatz in der Corona-Krise zu danken.

Baden-Württemberg - Trotz erneutem „Lockdown-Light“ und schärferen Regeln*, scheint sich das Coronavirus unaufhaltsam weiter auszubreiten. Auch die aktuellen Zahlen und Werte* brechen fast täglich neue Rekorde, wie echo24.de* in seinem Corona-Ticker berichtet. Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen und Mitarbeiter vor enorme Herausforderungen gestellt: Erhöhte Arbeitsbelastung, strikte Abstandsregeln und besondere Hygienemaßnahmen erschweren die tägliche Arbeit. 

Deswegen wollen einige Firmen ihre Mitarbeiter für die coronabedingten Zusatzbelastungen entschädigen. Damit die Belohnung ungekürzt beim Mitarbeiter ankommt, dürfen Arbeitgeber einen steuer- und sozialversicherungsfreien Corona-Bonus bis maximal 1.500 Euro zahlen. Doch nicht alle Unternehmen in Baden-Württemberg zeigen sich großzügig, wie eine Umfrage der Stuttgarter Nachrichten zeigt.

Baden-Württemberg: EBM-Papst zeigt sich großzügig - keine Sonderzahlungen für Daimler Mitarbeiter

Wer darf sich also auf die Sonderzahlungen in Südwesten freuen? Laut StZ.de durften sich die Mitarbeiter von EBM-Papst in Mulfingen über die sogenannte Corona-Prämie freuen. Mit der Oktober-Abrechnung haben sie eine Zusatzauszahlung von 1.000 Euro erhalten. „Damit möchten Geschäftsführung, Personalleitung und Betriebsrat den Mitarbeitern für ihren Einsatz sowie für die besondere Unterstützung im Umgang mit der Corona-Pandemie seit März 2020 danken“, erläutert ein Sprecher des Ventilatorenherstellers aus dem Hohenlohekreis.

In Baden-Württemberg stellt EBM-Papst aber eher eine Ausnahme mit seinen Sonderzahlungen dar. Liegt es etwa daran, dass die Firma vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen ist? „In Bezug auf Covid-19 sind wir bisher den Umständen entsprechend gut durch die Krise gekommen“, so der Sprecher des Unternehmens. Andere Konzerne im Südwesten hatten da weniger Glück. Bei Daimler kriselten die Geschäfte auch vor der Corona-Pandemie. Das Virus riss den Stuttgarter Autobauer vollends in den Abgrund. Um die Krise zu überwinden, musste ein harter Sparplan* her. Ist das etwa der Grund, warum der es beim größten Industrieunternehmen Baden-Württembergs keine Corona-Sonderzahlung geben wird?

Corona-Prämie in Baden-Württemberg: Auch Porsche und Bosch halten sich mit Snderzahlungen zurück

Aber damit steht die Daimler AG* nicht alleine da. Auch Porsche und Bosch halten sich hinsichtlich Sonderzahlungen zurück. Und das, obwohl Porsche vor weniger Wochen seine Quartalszahlen präsentierte - die Rendite der Sportwagenschmiede überrascht.* Nach eigenen Angaben stellt für Bosch die Corona-Krise weiterhin eine große Herausforderung dar. „Der durch die Corona-Pandemie verschärfte Strukturwandel und die insgesamt angespannte wirtschaftliche Situation stellen Bosch wie andere Unternehmen auch weiterhin vor große Herausforderungen“, teilt eine Sprecherin des größten Autozulieferers der Welt gegenüber den Stuttgarter Nachrichten mit.

Der Corona-Bonus kann nur noch bis Ende Dezember gezahlt werden. Steuerfrei ist die Prämie allerdings nur, wenn er zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn ausgezahlt wird. Gehaltsumwandlungen sind nicht zulässig. Das heißt: vereinbarter Arbeitslohn darf nicht als Corona-Bonus bezeichnet und steuerfrei gezahlt werden. Das gilt auch für Sonderzahlungen, die vor dem 1. März 2020 vereinbart wurden. Anders sieht es aus, wenn der Arbeitgeber in der Vergangenheit immer mal freiwillig ein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gezahlt hat. Dann kann er in 2020 anstelle von steuerpflichtigen Prämien den Corona-Bonus zahlen. Aber auch hier gilt: Die Sonderzahlung darf erst nach dem 28. Februar 2020 vereinbart werden, heißt es auf dgbrechtsschutz.de der gewerkschaftlichen Rechtsschutzes-GmbH. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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